Geschäftsbericht 2021 Fritz Studer AG Studer auf Wachstumskurs und mit Investitionen

Von Anne Richter

Die Fritz Studer AG kann auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurückblicken. Basis dafür sind qualifizierte Mitarbeiter und ein starkes und breites Produktportfolio sowie Customer Care. Studer investiert in bauliche Erweiterungen und in neue Maschinen und Anlagen an den Standorten Steffisburg und Biel.

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Ausbildung bei Studer – auch in Berufen, die es auf dem Markt nicht gibt. Elf Prozent der Studer-Mitarbeiter sind in Ausbildung.
Ausbildung bei Studer – auch in Berufen, die es auf dem Markt nicht gibt. Elf Prozent der Studer-Mitarbeiter sind in Ausbildung.
(Bild: Studer)

«Es ist gelungen, trotz der schwierigen Wirtschaftslage und der Pandemie, das Knowhow und die Marktposition auszubauen. Wir konnten den Umsatz 2021 deutlich steigern und sind auch im Jahr 2022 auf Wachstumskurs», berichtet Jens Bleher, CEO der Fritz Studer AG auf der jährlichen Pressekonferenz. Dabei zahlte es sich aus, dass Studer stets für die Kunden da war. Vor allem durch die dezentrale Struktur Vertriebs- und Serviceorganisation war Studer jederzeit arbeitsfähig und in allen Märkten vor Ort beim Kunden, um Unterstützung zu leisten. «An den Standorten Biel und Steffisburg werden bauliche Erweiterungen vorgenommen und Investitionen in neue Produkte, Maschinen und Anlagen sind bereits in der Umsetzung. Studer hat in den vergangenen Jahren investiert und wird dies auch 2022 in grossem Umfang tun», führt Jens Bleher aus.

Silbermedaille bei den Euroskills 2021 in Graz

Qualifizierte Mitarbeiter sind seit jeher von grösster Bedeutung für die Zukunft eines Technologieunternehmens. Deswegen bildet Studer seine zukünftigen Spezialisten selbst aus, auch in Berufen, die es auf dem Markt nicht gibt. Im Aufschwung hat es sich für Studer erneut sehr bewährt, auch in schwierigen Zeiten in vollem Umfang an der Berufsausbildung festzuhalten. «Die Zahl der Lernenden blieb mit einem Anteil von 11% der Belegschaft unverändert hoch. In diesem Jahr wird sogar in eine weitere CNC-Maschine neuester Generation für die Lehrlingsausbildung investiert und damit die Einbindung der Lernenden in die operative Fertigung deutlich verbessert», betont Jens Bleher. Neue Erfolge gibt es von den Berufseuropameisterschaften zu vermelden. Gil Beutler, der amtierende Schweizer Meister der Polymechaniker, konnte bei den Euroskills 2021 in Graz die Silbermedaille gewinnen.

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Signifikanter Auftragszuwachs

Nach dem Auftragseingangsrückgang im Jahre 2020 verzeichnete Studer im letzten Jahr einen signifikanten Auftragszuwachs. Das Jahr 2021 war somit im Auftragseingang eines der erfolgreichsten der Unternehmensgeschichte. War der Jahresstart noch eher verhalten, steigerten sich die Aufträge gegen Ende Jahr überall signifikant. «Der Dezember war der stärkste Einzelmonat in der Studer-Firmengeschichte. Und das nach einem bereits überdurchschnittlich starken November, dem viertbesten Monat in der Geschichte. Sämtliche Verkaufsregionen übertrafen die ambitionierte Planung. Zudem hat es Studer auch geschafft, seine Position im Markt weiter auszubauen und Marktanteile zu gewinnen», erläutert Sandro Bottazzo, CSO von Studer.

Das breite Studer-Produktportfolio spielte dabei grosse Bedeutung. Sowohl die Aussen-, wie auch die Innenrundschleifmaschinen zeigten eine sehr positive Entwicklung. Einzig der Bereich der Produktionsrundschleifmaschinen lag unter den Erwartungen. Die S33 war die am meisten verkaufte Studer-Rundschleifmaschine. Bei der S31 übertraf Studer die erfolgreichsten Jahre sogar klar und erzielte einen neuen Rekord. Die Verkäufe im Innenschleifen erreichten Vorkrisen-Niveau. «Die Marktanteile konnten wir im Jahr 2021 markant steigern. Sehr stark war die Auftragslage in den asiatischen, lateineuropäischen und auch den nord- und osteuropäischen Märkten. In gewissen Einzelmärkten wie unter anderem der Türkei und vor allem in Italien konnten wir zudem Rekordauftragseingänge verzeichnen», sagt Sandro Bottazzo an der Pressekonferenz.

Weiterhin schwächer als in vergleichbaren Jahren fiel das Automobilsegment aus. Dennoch konnten einige Aufträge auch in dieser Branche erzielt werden. Der Bereich der mittelständisch geprägten Automobilzulieferer, in den Studer oft Universalmaschinen verkauft, lief hingegen gut. Sehr stark waren im letzten Jahr die Jobshops, welche das grösste Segment darstellten. Die Lohnfertiger sind und bleiben für Studer das Rückgrat, das auch in Zukunft gepflegt und ausgebaut wird. Zudem erholten sich die Segmente der Maschinen- sowie der Werkzeug- und Formenbauer.

Service und Wartungen auf Rekordniveau

Überaus erfolgreich war das Jahr auch im Customer Care. Studer erzielte den drittbesten Jahresumsatz der Geschichte. «Vor allem die Auslastung im Service, wie auch bei den Wartungen waren auf einem Rekordniveau. Auch die Ersatzteilumsätze sowie die Auftragseingänge bei den Überholungen zeigten ein erfreuliches Bild», durfte Sandro Bottazzo mitteilen. In der Customer Care Academy schulte Studer über 130 Servicetechniker zum ersten Mal komplett online. Das Online-Training wird nun weiter ausgebaut, um die Servicetechniker weltweit noch zielgerichteter und effizienter auszubilden. Zudem wird das Angebot im Bereich der Maschinenüberholungen erweitert. Neben der bereits bekannten und seit Jahrzehnten erfolgreichen Komplett- und Baugruppenüberholung, bietet Studer neu eine reduzierte Studer Economy Überholung an.

Entwicklung – Vorstellung zahlreicher neue Produkte

Im Juli 2015 wurde mit Core der Grundstein zur Digitalisierung in der United Grinding Group gelegt. Das neue Bedienpanel ist das äussere Erkennungsmerkmal aller mit der Core-Technologie ausgestatteten Maschinen. «Core ist nicht nur das Bedienpanel, sondern eine Systemarchitektur, die im Wesentlichen aus den vier Elementen Core.OS, Core.UX, Core.HW und Core.Data besteht», betont Daniel Huber, CTO von Studer. Um der zunehmenden Vernetzung und der dazu erforderlichen Maschinenkonnektivität in der industriellen Produktion gerecht zu werden, haben die Core-Teams eine Plattform entwickelt, die Möglichkeiten zur Steuerung, zum Monitoring und zur Optimierung des Produktionsprozesses eröffnet.

Investitionen in die Zukunft

Trotz der aktuellen Herausforderungen realisiert und plant Studer weitere, substantielle Investitionen zur Stärkung der Standorte in Steffisburg und Biel. So werden im laufenden Jahr in Steffisburg weitere automatisierte Bearbeitungszentren in der grosskubischen Bearbeitung sowie zur Spindelwellenfertigung in Betrieb genommen, während in Biel Investitionen zur Optimierung der Produktionsabläufe und Infrastruktur getätigt werden. Erwähnenswert sind ausserdem Nachhaltigkeitsprojekte zur Steigerung der eigenen Energieeffizienz. «Mit allen Investitionen wird das Ziel verfolgt, Effizienz und Agilität der Wertschöpfungsprozesse zur steigern. Diese Investitionsbereitschaft spiegelt das starke Bekenntnis der United Grinding Group auch zum Werkplatz Schweiz wider», freut sich Stephan Stoll. -ari- SMM

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