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CFK im Bauwesen und Maschinenbau

Ein weiteres Geschäftsfeld ist das Bauwesen, insbesondere der Brückenbau, in dem Carbonfasern zunehmend Stahl verdrängen, aus mehreren Gründen.

Entstanden ist das Unternehmen im Jahr 2000 aus einem Spin-off der Empa in Dübendorf, wie Inhaber Andreas Winistörfer gegenüber dem SMM sagt: «Drahtseil-Brückenprojekte als auch Instandhaltungen von Drahtseil-Brücken-Konstruktionen waren die ersten Aufgabenbereiche der EMPA-Spezialisten in diesem Segment. Hier sind insbesondere Korrosionsschäden und Materialermüdungen an den Brücken-Drahtseilen die Ursache für notwendige Modernisierungen.

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Die Stahlseile der Brooklyn-Bridge beispielsweise müssen alle fünf Jahre ersetzt werden, mit immensen Folge-Kosten. CFK-Seile (15 Jahre Haltbarkeit) sind wegen der längeren Haltbarkeit langfristig erheblich günstiger als Stahlseile.»

Enormes Potential

Welch enormes Potential in CFK-Seilen steckt, lässt sich an einem aktuell geplanten Brückenprojekt über die Meerenge von Messina bei Sizilien aufzeigen. Bei der 3,3 km langen Brücke fielen bei einer Drahtseil-Konstruktion 70 % der Last allein auf die Eigenlast der Drahtseile zurück.

Die Nutzlast wäre lediglich 30%. Hier kann durch CFK-Seile die Nutzlast massiv erhöht werden. Hinzukommt, wie oben bereits erwähnt, einer der entscheidend-sten Vorteile: die erheblich längere Lebensdauer.

Das ist unser fünfter Produktionsstandort

Wenn man den Erfolg des heutigen Unternehmens Carbo-Link betrachtet, übersieht man leicht die Startschwierigkeiten des Empa-Spin-offs.

A. Winistörfer: «Als kleine Firma war es für uns anfangs sehr schwierig, im Bau-Geschäft Fuss zu fassen. Gerade bei der Brückensanierung und Brücken-Neukonstruktion ist es in diesem sicherheitsrelevanten Bereich als Klein-KMU fast unmöglich, von der öffentlichen Hand Aufträge zu bekommen. Wir als 3-Mann-Unternehmen waren bei solchen Brückenbau-Projekten anfangs kein ernst zu nehmender Ansprechpartner. Wir mussten Stück für Stück Vertrauen aufbauen. Der Pionier im CFK-Brückenbau Prof. Urs Meier von der Empa unterstützte uns intensiv. Zudem waren wir derart von unserer Technologie überzeugt, dass wir immer nach vorne schauten. Es war ein schwieriger Weg, aber heute sind wir die Nummer 1, wenn es um Hochleistungs- CFK-Zugelemente geht. Wir exportieren in die ganze Welt. In unserer Fabrik arbeiten mittlerweile 43 Personen, die fast ausschliesslich Zugglieder und Zugelemente fertigen.»

Segelyachtbauer wurde hellhörig

Den prominenten Rennyacht-Designern blieb das Know-how der Carbo-Link nicht verborgen. Bald schon kamen Anfragen des Alinghi- Konstruktionsteams nach Spezialanwendungen für extrem belastbare Segelmast-Spannsysteme aus den neuen CFK-Materialien. Dafür mussten in den Empa-Labors jedoch zuerst entsprechende Studien an Prüfkörpern durchgeführt werden.

A. Winistörfer: «Wir mussten zunächst erst einmal lernen, triviale Probleme in Verbindung mit bestehenden Werkstoffsystemen zu lösen, bevor wir die etwa siebenfache Gewichtseinsparung mit unserem neuen Material voll ausreizen konnten.»

America’s Cup: prestigeträchtiges Segment

Vieles wurde dafür speziell entwickelt und in Handarbeit individuell angefertigt, so dass die Infrastruktur bedarfsgemäss parallel mit den Produkten wuchs.

Diese flexible Anpassungsfähigkeit habe jeweils schnelle Weiterentwicklungen erlaubt und damit auch kurzfristig eine hohe Wertschöpfung ermöglicht, zumindest in diesem sehr spezialisierten Nischenmarkt. A. Winistörfer ist überzeugt: «Wer in diesem prestigeträchtigen Segment messbar bessere Produkte liefert, kann diese auch entsprechend teuer verkaufen.»

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