Swiss Plastics: Die Welt des Kunststoffes

Redakteur: Anne Richter

>> 280 Aussteller auf 5500 Quadratmetern auf der Swiss Plastics 2012 – das sind 15 Prozent mehr Aussteller als 2010 und auch die gebuchte Ausstellungsfläche ist damit angestiegen. Doch nicht nur die Messe verlief erfolgreich, sondern Kunststoff generell ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken und gewinnt jährlich Marktanteile.

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Schweizer Kunststoffindustrie im Rampenlicht: Hersteller treffen sich mit Zulieferern. (Bild: Anne Richter)
Schweizer Kunststoffindustrie im Rampenlicht: Hersteller treffen sich mit Zulieferern. (Bild: Anne Richter)

ari. «Der Kunststoff ist eine Erfolgsstory. Wurden im Jahr 1950 erst 1,5 Millionen Tonnen produziert, so waren es im Jahr 2010 265 Millionen Tonnen. Mit einem jährlichen Wachstum von neun Prozent wird der Marktanteil ständig grösser. Insbesondere in Asien und Osteuropa dürften die Zahlen in den nächsten Jahren steigen», erklärte Wilfried Haensel, Executive Director von Plastics Europe, dem europäischen Wirtschaftsverband der Kunststoffindustrie, an der Eröffnung der Swiss Plastics 2012 in Luzern.

Der Kunststoff ist als Material allgegenwärtig und wirkt sich auf die wichtigsten Trends aus. So hilft dieses Material, die Umweltbelastung zu reduzieren. Wird ein Haus mit Kunststoff isoliert, so spart dies Heizöl und vermindert den CO2-Ausstoss. Ohne Kunststoffverpackungen würde der Energieverbrauch in Europa um den Faktor 2,2 und das Treibhausgas um den Faktor 2,7 ansteigen. So propagierte Wilfried Haensel den Kunststoff auch als Werkstoff des 21. Jahrhunderts.

Plattform für Trends und Innovationen in der Kunststoffwelt

«15 Prozent mehr Aussteller» – diese Worte fielen an der Eröffnung der Schweizer Kunststoffmesse, die zum dritten Mal in Luzern stattgefunden hat und bereits fest etabliert ist. Vom 17. bis zum 19. Januar präsentierten 280 Aussteller aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland ihre Produkte. Dies waren 15 Prozent mehr als bei der letzten Auflage im Jahr 2010. Wer in wirtschaftlich härteren Zeiten bestehen will, sucht nach Trends, Innovationen und Kontakten. Dafür bildet die Swiss Plastics – die Schweizer Kunststoffmesse – eine wichtige Plattform. Dort treffen sich Hersteller mit Verarbeitern und Hochschulen mit Firmen. So ist auch die verkaufte Ausstellungsfläche weiter angewachsen. Waren es im Jahr 2008 bei der ersten Swiss Plastics 3800 m2, so waren es 2012 bereits 5500 m2.

Expertenparks zur Wissensvermittlung

Als Organisatorin hat die Messe Luzern AG auf der diesjährigen Swiss Plastics drei Expertenparks aufgebaut, um Wissen zu vermitteln. Bei der Medizintechnik ist das Fachpublikum auf Spezialisten aus Bereichen wie Rohmaterial, Design, Formenbau oder Qualitätsprüfung getroffen. Beim Kunststoffschweissen wurden zehn Verfahren vorgestellt und im Science Park wurde zusammen mit einem Guide ein Überblick über die nationale und internationale Forschung vermittelt.

Gleiches gilt für das Forum. 37 Referate werden an den drei Messetagen zeigen, wohin die Reise geht – eine Art von Navigationshilfe für Firmen, die weltweit erfolgreich sein möchten. Einen hohen Stellenwert geniesst die Westschweiz. Am Tag der Romandie werden die Vorträge in Französisch gehalten und beim mittäglichen Apéro mischt sich der jurassische Regierungsrat Michel Probst unter das Publikum. Mit Grund: Die Wirtschaftsförderung des Kantons Jura präsentiert sich mit Firmen aus dem Kanton an einem Gemeinschaftsstand.

Die Schweizer Kunststoffindustrie umfasst 854 Unternehmen und beschäftigt 35 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie erzielt einen Jahresumsatz von 15,8 Milliarden. Stark angewachsen ist in den letzten Jahren die Zahl der Firmen, die im Export tätig sind. Insbesondere im Fernen Osten hat eine Reihe von Unternehmen Fuss gefasst. «Wir dürfen uns zeigen», kommentiert Ernesto Engel, Geschäftsführer des Kunststoff Verbands Schweiz, zufrieden. <<

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