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Freihandelsabkommen Schweiz - China
Die Schweiz verfolgt seit langer Zeit eine auf offene Märkte ausgerichtete Wirtschaftspolitik. Dies soll nun auch für die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und der Schweiz gelten, denn China ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien und die Schweiz gewinnt als Wirtschaftsstandort bei chinesischen Unternehmen zunehmend an Interesse.
Dr. Christian Etter, Botschafter und Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge, gab einen Überblick über den Stand der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen. Er wies auf die Wichtigkeit von Freihandelsabkommen hin. Gerade für ein exportorientiertes Land wie die Schweiz sei der Abbau von Handelshemmnissen und der freie Zugang zu ausländischen Märkten von zentraler Bedeutung und stärke die Wettbewerbsfähigkeit. Das Freihandelsabkommen mit China sei auf gutem Wege und die Chinesen hätten grosses Interesse, mit der Schweiz dieses Abkommen abzuschliessen.
Schutz des geistigen Eigentums
Viele Unternehmen haben Respekt davor, Schlüsselkomponenten in China produzieren zu lassen. Die Gefahr, dass das Know-how verloren geht, scheint zu gross. Auch Kurt Haerri von Schindler Aufzüge bestätigte in seinem Referat, dass sie die wichtigen Komponenten wie zum Beispiel die Steuerung in der Schweiz produzieren und nicht in China.
Nathan Kaiser, Rechtsanwalt bei Eiger Law, Shanghai, erklärte, dass es in China durchaus Rechtsschutz gäbe, vorausgesetzt es bestünden Verträge. Er sei aber immer wieder überrascht, wie viele Firmen keine Strategie hätten, um ihre Eigentumsrechte zu schützen.
China ist in jüngster Zeit nicht nur zu einem wichtigen Investitionsstandort für die Schweizer Industrie geworden, sondern es werden auch zunehmend technologische Kompetenzen vor Ort aufgebaut. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wie Wissen und Technologie erfolgreich transferiert, geschützt und kreiert werden können, um globale Wettbewerbsvorteile zu erhalten oder auszubauen. Daniel Fäh, Geographisches Institut der Universität Basel, hat in Zusammenarbeit mit Swissmem eine Studie zu dieser Thematik realisiert, deren Resultate er am Symposium vorgestellt hat. Diese zeigen eine hohe Lern- und Anpassungsfähigkeit der Schweizer MEM-Industrie in China, welche für einen zukünftig erfolgreichen Werkplatz Schweiz von grosser Bedeutung sind. Fäh unterstrich dabei, dass lokale und globale Lernprozesse gefördert werden sollen und ein Rücktransfer des Wissens in den Hauptsitz (Rückkoppelungseffekt) für die Stärkung des Werkplatzes Schweiz von Bedeutung sei.
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