Swissmem-Symposium: Passion for China

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Tipps aus der Praxis

Was aber muss beachtet werden, um in China erfolgreich Geschäfte zu betreiben?

Stephan Nell, Geschäftsführer der Körber-Schleifring-Gruppe, liess die Besucher an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben. Für Nell ist von zentraler Bedeutung, dass man China als Markt begreift. Aus reinen Kostengründen nach China zu gehen, wäre ein Kardinalsfehler. Zudem sei es wichtig, lokale Kompetenz mit chinesischen Mitarbeitern aufzubauen und das Sourcing wie Engineering in China zu betreiben. Damit verbunden sei aber auch eine intensive Auseinandersetzung mit der chinesischen Kultur.

Michael Hauser, ab September 2011 CEO der Tornos SA in Moutier, forderte in seiner Präsentation die Anpassung der europäischen Geschäftsmodelle an die chinesischen Anforderungen. Denn einige für Europa geltenden Schlüssel-Erfolgsfaktoren, wie etwa teure Produkte mit guten Applikationen und Dienstleistungen, Kundennähe oder exzellente Fachkräfte seien in China nicht mehr anwendbar, was vor allem die Schweizer Hersteller vor ganz neue Herausforderungen stellen würde. Ihnen müsse es daher gelingen, eine neue Nische zu definieren. Dabei würden Offenheit und schnelle Anpassungsfähigkeit der eigenen Organisation an die veränderten Rahmenbedingungen und ein exzellentes Marketing zu den neuen kritischen Erfolgsfaktoren werden, meint Hauser.

Im Zusammenhang mit China wird auch immer die Frage nach der Qualität gestellt. Laurent Castella von Bystronic Asia Pacific stellte die Frage in den Raum, ob Schweizer Qualität wirklich so gut und chinesische wirklich so schlecht sei? Castella kommt zum Ergebnis, dass bei den heutigen Produkten die Qualität nicht mehr der Massstab sei, da diese sowieso erwartet wird. Zudem müssten die Produkte an die lokalen Bedingungen angepasst sein. Nicht jedes Produkt, das in der Schweiz einwandfrei funktioniert, wird in China funktionieren.

Auch Kurt Haerri, Schindler Aufzüge AG, liess die Teilnehmer an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben und hielt fest, dass man versuchen müsse, von den Besten zu lernen. Gerade für KMU, die nach China expandieren wollen, sei es wichtig, von erfolgreichen Firmen zu lernen. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Integration und Motivation qualifizierter chinesischer Mitarbeiter. Kurt Haerri brachte es auf den Punkt mit den Worten: Um erfolgreich zu sein, braucht es «Passion for China». <<

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