Tornos auf dem Pfad der Erholung
>> Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos hat sich im ersten Halbjahr 2011 deutlich erholt und erwartet auch für die zweite Jahreshälfte eine ähnliche Entwicklung. So konnte der Auftragseingang wie auch der Umsatz markant gesteigert werden. Negativ auf das Ergebnis und die Margen wirkte sich jedoch der starke Schweizer Franken aus.
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Tornos konnte im ersten Halbjahr 2011 von der guten wirtschaftlichen Verfassung der Zielmärkte profitieren und erhielt sowohl Aufträge für Ersatz- als auch für Erweiterungsinvestitionen der Kunden. Die Aufträge haben sich im Vergleich zur Vorjahresperionde um 62,6% erhöht und beliefen sich auf CHF 157,1 Mio., wovon CHF 78,7 Mio. im zweiten Quartal verbucht wurden. Sehr erfreulich haben sich die Geschäftsaktivitäten in der Schweiz und Südeuropa entwickelt, wo ein starkes Wachstum der Uhrenindustrie und der Automobilindustrie zu intensiven Maschinenkäufen führte. In Nordeuropa hat sich insbesondere im zweiten Quartal die Nachfrage der Automobilindustrie nach Mehrspindelautomaten zur effizienten Produktion grosser Serien verstärkt. In den USA konnte Tornos vom Kapazitätsausbau der Kunden in der Medizinaltechnologie profitieren. Und in Asien, wo sich die Gruppe auf das anspruchsvolle und hochpreisige Segment konzentriert, konnten verschiedene neue Kunden gewonnen werden, welche vorwiegend für die Elektronik- und die Automobilindustrie tätig sind.
Schweizer Franken drückt auf Marge
Auch beim Bruttoumsatz konnte eine positive Entwicklung verzeichnet werden. Im ersten Semester 2011 wurde ein Bruttoumsatz von CHF 143,3 Mio. fakturiert. Im Vergleich zum ersten Semester des Vorjahres entspricht dies einer Steigerung von 105,5%. In diesem positiven Gesamtbild muss gleichwohl ein negativer Faktor hervorgehoben werden: Der Wechselkurs des Schweizer Franken hat sich in den vergangenen Monaten sehr ungünstig entwickelt und übt einen negativen Einfluss auf die Margen der Gruppe aus. Vor diesem schwierigen monetären Hintergrund bewertet die Konzernleitung das Betriebsergebnis EBIT von CHF 10,9 Mio. als gut. Die EBIT-Marge beträgt 7,6%. Diese Leistung erklärt sich durch zwei Faktoren mit gegenläufiger Tendenz. Einerseits liegt die Bruttomarge (32,8%) unter der Zielvorgabe (40%), was auf den starken Schweizer Franken zurückzuführen ist sowie darauf, dass die Produktionskapazitäten während des ersten Quartals 2011 noch nicht voll ausgelastet waren. Andererseits konnte ein beträchtlicher Teil der fehlenden Marge mit niedrigeren Betriebskosten kompensiert werden, so dass ein EBIT auf einem akzeptablen Niveau resultierte. Im ersten Halbjahr liegt der Nettogewinn bei CHF 5,4 Mio., während Tornos im Vorjahreszeitraum noch einen Nettoverlust hinnehmen musste.
Kampf gegen den starken Franken
Die Aufwertung des Schweizer Frankens hat Tornos ab Mitte des zweiten Quartals stark beschäftigt. Tornos sieht sich damit konfrontiert, dass mehr Kosten in Schweizer Franken anfallen, als Umsatz in dieser Währung generiert werden kann. Dies führt heute zu einer Beeinträchtigung entweder der Margen oder der Wettbewerbsfähigkeit, weil die Erhöhung der Preise in USD und Euro vom Markt nicht ohne Weiteres akzeptiert wird. Heute bietet die Gruppe ihre Produkte mit der anvisierten Marge am Markt an und begründet den gegenüber den europäischen und japanischen Konkurrenten höheren Preis mit innovativeren und marktgerechteren Produkten, leistungsfähigen technologischen Lösungen, guter Beratung und einem zuverlässigen Kundendienst. Andererseits strebt sie im Sinne einer natürlichen Währungsabsicherung einen grösseren Kostenanteil in Euro und USD an, indem, wo möglich, Teile und Baugruppen für ihre Maschinen im Euro- oder Dollarraum beschafft werden. Und schliesslich arbeitet Tornos an Produktivitätsverbesserungen in den beiden Produktionsstätten in Moutier und La Chaux-de-Fonds, um die Produkte kostengünstiger herstellen zu können.
Unter Vorbehalt einer neuen Rezession aufgrund der Schuldenkrise in Europa und den USA und unter Voraussetzung der Stabilisierung der Währungssituation erwartet die Gruppe einen Bruttoumsatz für das gesamte Geschäftsjahr in der Grössenordnung von CHF 250 bis 280 Mio. und eine EBIT-Marge von 5 bis 7%. <<
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