Tschudin und Wenk investieren in Grenchen in einen modernen Industriekomplex Tschudin-Wenk-Neueröffnung in Grenchen

Redakteur: Matthias Böhm

Die Unternehmen Tschudin und Wenk investieren in Grenchen in einen modernen Industriekomplex, der auf die Bedürfnisse der beiden Werkzeugmaschinen-Unternehmen perfekt zugeschnitten ist. Der SMM sprach mit den beiden Geschäftsführern Iwan von Rotz (Tschudin AG) und Thomas Siegrist (Wenk AG).

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Blick vom Grenchener Flughafen auf das neu erstellte Gebäude.
Blick vom Grenchener Flughafen auf das neu erstellte Gebäude.
(Bild: Matthias Böhm, SMM)

Urs Tschudin, Verwaltungsratspräsident der Tschudin AG, durfte 170 Schweizer und internationale Gäste zur Einweihung des neuen Industriekomplexes in der Neckarsulmstrasse in Grenchen begrüssen. Der Einweihungstag fiel genau auf den 66. Hochzeitstag des Gründerehepaares Lotti und Hansruedi Tschudin, die ebenfalls anwesend waren.

Unter den Gästen befanden sich Handelskammer-Präsident Hansjörg Stöckli, Regierungsrat Remo Ankli, der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen (Verwaltungsrat bei Tschudin), alt Nationalrat Hansruedi Wandfluh. Darüber hinaus hielt der Swissmem-Präsident eine Ansprache, aus dessen Sicht der Mut der Unternehmer nicht unterschätzt werden dürfe, die solche Investitionen in die Zukunft tätigten. Auch der ehemalige und langjährige Geschäftsführer Bruno Liechti, der heute noch als Verwaltungsrat bei Wenk agiert, war unter den Gästen.

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Wenk importiert Werkzeugmaschinen für den Schweizer Markt u. a. aus Japan (Mazak) und Deutschland (Kunzmann) und verfügt im Fertigungssektor über hervorragende technologische Kompetenzen, siehe auch das Kurzinterview mit Th. Siegrist im Kasten auf der nächsten Seite. Tschudin entwickelt Schleifmaschinen mehrheitlich für den Export.

Hochmodernes Hallen- und Bürokonzept

Im neuen Industriegebäude mit 5-stöckigem Bürokomplex wird viel Platz für die beiden unabhängig voneinander agierenden Unternehmen Wenk und Tschudin geboten. Auch an die Zukunft ist gedacht, wie Iwan von Rotz (Geschäftsführer Tschudin AG) betont: «Das Gebäude wurde so konzipiert, dass eine Erweiterung der Halle und der Bürogebäude in Zukunft möglich ist. Der Neubau hat eine Bruttogeschossfläche von 4200 m2. Augenfällig in der Halle ist der 40-t-Kran. In der Konzeption der Halle standen Flexibilität und Automation im Vordergrund. Über ein FTS wird das Material vom Mitarbeiter nach Bedarf abgerufen und autonom an die Montageplätze gebracht. Jede Maschine kann nach Fertigstellung von jedem Hallenstandort versandbereit auf den Lkw verladen werden.»

Thomas Siegrist (Geschäftsführer Wenk AG) ergänzt: «Tschudin und Wenk haben jeweils ihren zugewiesenen Bereich, die Aufteilung der Halle bietet zudem die Möglichkeit, eine grössere Hausausstellung oder Seminare durchzuführen. Wir können neu komplexe Anlagen, das heisst Maschinen inklusive Automatisierung, für Abnahmen aufbauen und testen.»

Tschudin und Wenk unter einem Dach

Dass die beiden Unternehmen Wenk und Tschudin neu gemeinsam in einen Industriekomplex zogen, hat folgenden Grund. Wenk war bisher in Biel und Tschudin in einem in die Jahre gekommenen Industriekomplex in Grenchen beheimatet, es musste zeitnah in eine neue Infrastruktur investiert werden.

Thomas Siegrist: «Unsere Infrastruktur in Biel entsprach schon seit längerer Zeit nicht mehr den Anforderungen. Verschiedene Projekte wurden erarbeitet, unter anderem auch eine Erweiterung am Standort Biel, schlussendlich zeigte sich aber, dass ein Neubau, welcher zudem jederzeit vergrössert werden kann, den Bedürfnissen am besten gerecht wird. Wenk, Tschudin und neu die Firma Isoma sind im Besitz der Grenchner Unternehmer-Familie Tschudin. Daher auch die Konzentration der Firmen Wenk und Tschudin auf einen Standort.»

Tschudin: Exportanteil 90 Prozent

Die Tschudin AG exportiert weltweit über 90 %. Der Hauptmarkt liegt noch immer in Europa. Der chinesische Markt ist jedoch stark wachsend. Die Tschudin-Schleifmaschinen werden eingesetzt, um beispielsweise Hydraulik-Bauteile, Wälzlagerkomponenten, Getriebewellen, Elektromotorenwellen bis hin zu Einspritzteilen hochproduktiv und präzis zu schleifen. Typischerweise kommen die Maschinen im Bereich der Serienfertigung zum Einsatz. Auf die Branchen angesprochen, in die die Tschudin-Schleifmaschinen geliefert werden, antwortet Iwan von Rotz: «Wir liefern in Märkte wie beispielsweise Automobil-, Elektro- und Mikro- sowie Medizintechnik bis hin zur Hydraulikindustrie.»

Iwan von Rotz sagt zur aktuellen Situation bei Tschudin Folgendes: «Tschudin hat aktuell 40 Mitarbeiter. Durch das erfreuliche Wachstum stellen wir weiterhin Mitarbeiter in allen Bereichen ein. Die Strategie des Unternehmens ist es vor allem, die Kernkompetenzen inhouse zu haben und gleichzeitig auf das Know-how von Partnern zurückgreifen zu können. Bei der Entwicklung und Produktion von spitzenlosen Aussenrundschleifmaschinen gehört die Tschudin seit Jahrzehnten zu den führenden Herstellern. Kunden vertrauen auf die hohe Zuverlässigkeit der Systeme und verschaffen sich dank des patentierten Maschinenkonzepts entscheidende Wettbewerbsvorteile. Weniger Bauteile, Beherrschung des Wärmegangs und reproduzierbare Prozesse bilden die wichtigen Voraussetzungen beim Spitzenlos-Schleifen.»

Auf die zukünftige Marktentwicklung der Tschudin-Schleifmaschinen angesprochen antwortet Iwan von Rotz: «In den vergangenen Jahren haben sich die Geschäfte sehr positiv entwickelt. Die Kapazitäten sind voll ausgelastet und der Auftragsbestand liegt bei über einem Jahr. Der Umsatz wächst zweistellig. Im vergangenen Jahr sogar um 30 Prozent. Im aktuellen Jahr entwickelt sich das Wachstum ähnlich. Tschudin-Maschinen werden von KMU sowie Global Playern gleichermassen geschätzt. Auf Anfang dieses Jahres wurde zudem Tschudin Shanghai gegründet. Einen weiteren Schritt nach vorne hat Tschudin mit der Erweiterung des Produktportfolios gemacht. Die neue eco/proline 600 sowie die neue cube 350 wurden vom Markt sehr gut aufgenommen und tragen ihren Teil zum überdurchschnittlichen Wachstum bei.» SMM

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