Berufswahl

Unternehmen präsentieren Industrieberufe

| Redakteur: Susanne Reinshagen

An der IBLive Solothurn 2013 öffnen sieben Unternehmen ihre Türen und stellen 20 spannende Industrieberufe hautnah vor.
An der IBLive Solothurn 2013 öffnen sieben Unternehmen ihre Türen und stellen 20 spannende Industrieberufe hautnah vor. (Bild: Arburg)

>> Gut ein Drittel der im Kanton Solothurn Beschäftigten arbeiten im Sekundärsektor, also im produzierenden Gewerbe. Der Fachkräftemangel in der Industrie hat sich weiter verschärft. Mit der Berufsmesse IBLive Solothurn 2013 macht der Industrieverband Solothurn und Umgebung (INVESO) einen weiteren wichtigen Schritt zur Rekrutierung von qualifizierten Schulabgängern für die Besetzung ihrer Lehrstellen. 7 Firmen präsentieren vom 22. bis 25. Mai 20 spannende Berufe.

INVESO-Präsident Josef Maushart zeigte an einer Medienorientierung in Bellach die grosse Bedeutung des Sekundärsektors im Kanton Solothurn auf: «Die 70 Mitglieder des Industrieverbands Solothurn und Umgebung stellen sich täglich einem internationalen Wettbewerb, um für sich, ihre Kunden und für ihre Beschäftigten Spitzenleistungen zu erbringen. Sie müssen aber gleichzeitig auch den Berufsnachwuchs finden, um die immer grösser werdende Zahl von industriellen Berufen mit qualifizierten Schulabgängern in ausreichender Zahl besetzen zu können.»

Dieser Umstand sei zu einer echten Herausforderung geworden, sagte Maushart. Wie lässt sich ein Berufsbild besser präsentieren als in der Praxis? Zum Beispiel mit einer Berufsmesse, die am Ort des Geschehens stattfindet – im Industriebetrieb selbst. Mit dem Berufswahlevent IBLive Solothurn 2013 wollen sieben international tätige Firmen 20 Industrieberufe erleb- und begreifbar machen.

Bewährtes Konzept weiterentwickelt

Das Konzept dieser besonderen Berufsmesse ist nicht neu. Der Industrie- und Handelsverband Grenchen (IHVG) hat vor fünf Jahren zum ersten Mal einen solchen Event durchgeführt – eine dezentrale Ausstellung in drei Ausbildungszentren in der Region Grenchen. Mit durchschlagendem Erfolg. An der letztjährigen Austragung haben 2100 Besucherinnen und Besucher – davon 76 Schulklassen – die drei Lehrbetriebe besucht. Projektleiter Reto Kohli weiss um die Problematik und Bedeutung der frühzeitigen Nachwuchsrekrutierung. Jugendliche und junge Erwachsene seien heute im Schnitt viel selbstbewusster und vor allem virtuell sehr gut vernetzt. Das mache es nicht einfacher, diese angehenden Berufsleute für ein Handwerk zu begeistern. «Die Wertschöpfung in unserer Industrie findet aber nicht im Hörsaal statt, sondern an der Werkbank», weist Kohli auch auf den Umstand hin, dass in der Bildungsarbeit wieder vermehrt der akademischen Ausbildung der Vorzug gegeben und der handwerkliche Bereich eher vernachlässigt wird.

Die Erstauflage der IBLive Solothurn ist eine Weiterentwicklung eines bestehenden Erfolgsmodells. Mit der Kooperation und engen Zusammenarbeit von INVESO und IHVG soll ein wichtiger Beitrag zum Lehrstellenmarketing in der Region geleistet werden. Die IBLive Solothurn findet künftig alle zwei Jahre alternierend zur IBLive Grenchen statt.

Vom Fertigungsspezialisten bis zum CEO

Die Premiere der IBLive Solothurn findet vom 22. bis 25. Mai 2013 statt. Die sieben in der Region ansässigen und an der dezentralen Berufsmesse beteiligten Firmen bieten alleine 200 Lehrstellen an. An der IBLive Solothurn vom 22. bis 25. Mai 2013 werden in den beteiligten Unternehmen nicht weniger als 20 verschiedene Berufsbilder präsentiert. Für INVESO-Präsident Josef Maushart könnte eine Nachwuchsförderung nicht wirkungsvoller sein. „Volkswirtschaftlich ist sie sinnvoll, weil wir mit unserer hohen Exportquote einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Wohlstand unserer Region leisten, indem unsere Industrie jährlich 1,5 Milliarden Franken in die Region Solothurn transferiert.“ Die Nachwuchsförderung sei aber vor allem auch sinnvoll, weil ein Eintritt ins Berufsleben über eine technische Ausbildung in der Industrie eine schier unbegrenzte Zahl an persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten zulässt: vom Fertigungsspezialisten bis hin zum CEO.

Logistische Herausforderung

Die unterschiedlichen Standorte der beteiligten Firmen AEK Energie AG, Fraisa SA, Carrosserie Hess AG, Itema (Switzerland) Ldt., Vogt-Schild Druck AG, Stahl Gerlafingen AG und Scintilla (Bosch) wird für die Organisatoren auch zu einer logistischen Herausforderung. Für den Transport zu den verschiedenen Standorten wird ein Shuttle-Betrieb mit Zentrum Hauptbahnhof Solothurn eingerichtet. Schulklassen können an den Wochentagen (Mittwoch bis Freitag) von 8 bis 17 Uhr Zeitfenster belegen, die auf den Shuttle-Fahrplan abgestimmt sind. Am Samstag bestehen vor allem individuelle Besuchsmöglichkeiten. Einzelbesucherinnen und Einzelbesucher sind aber auch an Wochentagen willkommen. Von 11 bis 14 Uhr wird in den sieben Betrieben jeweils ein Gratis-Mittagsimbiss offeriert.

Probieren geht über Studieren

Probieren geht auch bei der IBLive Solothurn über Studieren. Angehende Berufsleute zeigen in den Betrieben wie es geht. Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klasse können vor Ort selber einfache Arbeiten ausführen, Maschinen bedienen, Berechnungen erstellen oder Werkstücke anfertigen und sich von den Lernenden über die Berufe informieren lassen. An der Medienorientierung in der Fraisa SA in Bellach wurde an der Werkbank im Ansatz demonstriert, was die Organisatoren mit «Industrieberufe erleben» meinen.

Die Organisatoren und beteiligten Firmen der IBLive 2013 erhoffen sich zum Auftakt 1500 Teilnehmende und rund 200 Anmeldungen für Schnuppertage. Josef Maushart: «Kurzfristig wollen wir die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für Lehrstellen im technisch-industriellen Bereich mindestens stabilisieren. Mittelfristig erhoffen wir uns einen deutlichen Anstieg des Interesses an den technischen Berufen», sagte Josef Maushart abschliessend.

Auf der informativen Website von IBLive Solothurn können sich Schulklassen ab 22. April 2013 direkt für Besuche in den sieben Firmen anmelden. <<

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