Übernahme Urma übernimmt Emco-Vertretung von Argonag

Von Matthias Böhm 4 min Lesedauer

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Ab 1. Mai 2024 übernimmt die Urma AG die Vertretung des kompletten Werkzeugmaschinenportfolios des österreichischen Herstellers Emco GmbH. Die Übergabe erfolgt in enger Abstimmung mit der bisherigen Emco-Vertretung Argonag AG, sodass alle Dienstleistungen und Servicearbeiten auch in Zukunft sichergestellt werden können. Im SMM-Interview gibt Oliver Berner (Director Machines, Urma AG) detailliert Auskunft zur neuen Emco-Vertretung in der Schweiz und Liechtenstein.

Stefan Luther (li.), Geschäftsführer von Argonag, übergibt die Emco-Vertretung an Oliver Berner (re.), Director Machines der Urma AG.(Bild:  Urma AG)
Stefan Luther (li.), Geschäftsführer von Argonag, übergibt die Emco-Vertretung an Oliver Berner (re.), Director Machines der Urma AG.
(Bild: Urma AG)

SMM: Urma wird ab 1. Mai 2024 neu die Vertretung des österreichischen Werkzeugmaschinenherstellers Emco übernehmen. Wie kam es zu dieser Kooperation zwischen Urma und Emco?

Oliver Berner: Der Werkplatz Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt und entsprechend auch die Kundenbedürfnisse. Mit dem hochwertigen Emco-Portfolio können wir unser Maschinenangebot optimal ergänzen und unseren Kunden noch umfassendere Lösungen anbieten.

Urma ist 2003 in das Werkzeugmaschinengeschäft eingestiegen, indem Sie die Haas-Vertretung für die Schweiz übernahmen. Wie hat sich der Markt in den letzten 20 Jahren in der Schweiz entwickelt?

O. Berner: Der Schweizer Markt hat sich noch stärker in Richtung technologischer Innovation, Automatisierung und allgemein erhöhter Produktivität entwickelt. Werkstücke sind komplexer geworden, haben engere Toleranzen und verlangen daher oftmals besonders hohe Präzision, Stabilität und Prozesssicherheit. Der daraus resultierende Bedarf nach komplexen Maschinen wie bspw. Multi­task-Drehzentren für noch effizientere und kostengünstigere Produktionsabläufe ist dadurch stetig gestiegen. Die Automatisierung beschränkt sich zudem nicht mehr nur auf Grossserien im Drei-Schicht-Betrieb, sondern ergibt auch bei Kleinlosen im Zwei-Schicht-Betrieb Sinn. Selbst eine teilweise Automatisierung über wenige Stunden hilft, den hohen Schweizer Lohnkosten entgegenzuwirken.

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Das Portfolio der amerikanischen Haas-WZM deckt sich zum Teil mit dem der Emco-Maschinen. Wie grenzen Sie die beiden Hersteller Haas und Emco aus Ihrer Sicht voneinander ab?

O. Berner: Vergleicht man lediglich die technischen Daten wie bspw. die Verfahrwege, sind gewisse Produkte des Haas- und Emco-Portfolios vergleichbar. Eine viel wichtigere Betrachtung ist aber die Kundenapplikation und das Kundenbedürfnis. Unter dieser Prämisse gibt es zwischen Emco und Haas praktisch keine Überschneidungen. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass sich die beiden Technologien nicht konkurrieren, sondern perfekt ergänzen.

Anders gefragt: In welchen Segmenten ergänzen die Emco-WZM das Angebotsspektrum der Haas-WZM?

O. Berner: Während Haas auf eigene Steuerungen setzt, sind Emco-Maschinen wahlweise mit Fanuc-, Siemens- oder Heidenhain-Steuerungen ausgestattet. Das Emco-Portfolio umfasst zudem komplexere Drehmaschinen mit bis zu drei Werkzeugrevolvern und synchronisierten Haupt- und Gegenspindeln. Bei den 5-Achsen-Fräsmaschinen «Umill» und Fahrständer-Fräsmaschinen «MMV» sorgen unter anderem Linearmassstäbe für eine präzise Positioniergenauigkeit auch bei thermischem Verzug sowie grossen Verfahrwegen. Auch Grossanlagen, wie beispielsweise die Drehmaschine «Maxxturn 200» mit bis zu 1 000 mm Drehdurchmesser, werden durch Haas nicht abgedeckt oder im Bereich Fräsen die «Mecmill» mit einem X-Verfahrweg von über 6 000 mm. Diese Grossanlagen erweitern das Spektrum der Bearbeitungsmöglichkeiten für grosse Werkstücke und umfassende Fertigungsaufgaben.

Emco wurde bis anhin von Argonag in der Schweiz vertreten, mit dem entsprechenden Aufbau an technologischem Prozess- und Service-Know-how. Wie stellen Sie sicher, dass dieses Know-how auch zukünftig Ihren Kunden zur Verfügung steht?

O. Berner: Mit Argonag haben wir einen super Partner an unserer Seite und wir haben mit Stefan Luther, CEO und Inhaber von Argonag, und seiner Belegschaft eine freundschaftliche sowie unkomplizierte Lösung gefunden. Für die unterbrechungsfreie Einbindung des Portfolios und den Wissens­transfer übernehmen wir die Mitarbeitenden von Argonag AG und der Schweizer Emco Werkzeugmaschinen AG an unserem Standort in Rupperswil. Darüber hinaus integrieren wir den gesamten Servicebereich in Urma. Wir haben sämtliche erforderlichen Massnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Dienstleistungen weiterhin den Kundenerwartungen entsprechen.

Im Bereich der Werkzeugmaschinen verfügen Sie neu über drei Vertretungen: Haas, Zorn und Emco. Im Additive Manufacturing können Sie ebenfalls auf hochwertige Brands bauen. Parallel ist Urma Herstellerin von Reibahlen und Ausdrehwerkzeugen. Was bedeutet das für Ihre Kunden?

O. Berner: … und seit letztem Sommer bieten wir mit «MX Diamond» auch PKD-Werkzeuge fürs Plan- und Eckfräsen an. Zudem ein kleiner Spoiler: Im Herbst lancieren wir unser neustes eigenentwickeltes Zerspanungswerkzeug «RH Ream Hone», ein Honwerkzeug für Hon-Anwendungen auf Bearbeitungszentren.

Als Schweizer Produzentin sind wir nahe an den Kernthemen und Herausforderungen unserer Kunden. Wir setzen selbst Haas- und Emco-Werkzeugmaschinen wie auch 3D-Drucker in unserer Tools-Produktion ein und verstehen die Kundenanforderungen sehr gut. Wir nutzen die Synergien unserer Produktionsstätte und des Maschinenhandels und können so einen grossen Kundenmehrwert bieten.

Gleichwohl, bei einem solch breiten Spektrum an Werkzeugmaschinen wird auch der Service anspruchsvoller. Wie organisieren Sie den Service konkret bei den von Ihnen vertretenen Technologiemarken wie Emco, Haas, Zorn, EOS und Markforged.

O. Berner: Mit jeder neuen Marke im Angebot wächst auch unser Service-Team – das ist uns sehr wichtig. Die Teams sind spezifisch für die jeweilige Technologie ausgebildet. Wir gehen also auf die individuellen Service-Bedürfnisse der jeweiligen Maschinen und der verschiedenen Brands ein. Zudem haben wir bei Spitzen den zusätzlichen Support der jeweiligen Hersteller. Dies gewährleistet den optimalen Support für unsere Kunden.

Welche Rolle wird Emco (Schweiz) AG zukünftig spielen?

O. Berner: Die Niederlassung von Emco in der Schweiz wurde diesen Frühling geschlossen und komplett in Urma integriert. Auch sämtliche Mitarbeitenden wurden von uns übernommen. Denn Emco verfolgt langfristig die Strategie «One face to the customer» – ein Ansprechpartner für die Kunden. Wir wünschen uns, dass wir diese Strategie für unsere Kundschaft in der Schweiz und Liechtenstein erfolgreich umsetzen können und sich dieser Ansatz als grosser Mehrwert für unsere Kunden bewährt.

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