InnovationsForum Automation 2017: Siemens AG Von Maschinendaten zu digitalen Service-Modellen

Redakteur: Luca Meister

MindSphere verwandelt Daten in Wissen. Und Wissen in Geschäftserfolg. Das cloudbasierte «Internet of Things»-Betriebssystem bietet Datenanalyse, vielfältige Konnektivität, Werkzeuge für Entwickler, Applikationen und Services für eine optimale Leistung sämtlicher Betriebsmittel mit maximaler Verfügbarkeit.

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Mit neuen Partnerschaften, Apps und erweiterter Konnektivität treibt Siemens den Ausbau seines cloudbasierten, offenen IoT-Betriebssystems MindSphere weiter voran.
Mit neuen Partnerschaften, Apps und erweiterter Konnektivität treibt Siemens den Ausbau seines cloudbasierten, offenen IoT-Betriebssystems MindSphere weiter voran.
(Bild: Siemens)

Nachdem die Automatisierung in den vergangenen Jahrzehnten enorme Produktivitätszuwächse in der Industrie gebracht hat, erwartet man nun Vergleichbares von der Digitalisierung. Dabei wird die Maschinenindustrie vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Höhere Produktivität bei gleichbleibend hoher Qualität und Termintreue sowie geringem Wartungs- und Serviceaufwand. Diese Herausforderung kann in Zeiten der Digitalisierung nur noch über die Optimierung der Wertschöpfungskette und der damit einhergehenden Erfassung und Integration von Daten bewerkstelligt werden – beginnend mit der digital geführten und optimierten Entwicklung über die Simulation im Engineering bis hin zur Fertigung der Produktionsanlagen und ihrer Komponenten.

Die Herausforderung in der nutzungsbringenden Datenanalyse besteht darin, Algorithmen der Mustererkennung und des maschinellen Lernens richtig zu kombinieren und aufeinander abzustimmen – Big Data werden in Smart Data umgewandelt. Die Nutzung dieser Smart Data hat in vielen Bereichen der Maschinenindustrie Vorteile, denn die technische und organisatorische Beherrschung von Produktions-, Instandhaltungs- und Serviceprozessen stehen immer mehr im Fokus. Service stellt nicht länger eine blosse Begleiterscheinung zur besseren Vermarktung der Maschinen dar, sondern bietet einen klaren Wettbewerbsvorteil für den OEM bei seinem Kunden und stärkt die Kundenbindung.

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Mit der Verwendung von Smart Data werden nicht nur Prozesse optimiert, sondern es wird auch die Möglichkeit geschaffen, völlig neue Geschäftsmodelle zu erzeugen: Maschinenbauer können Servicedaten aus den Maschinen auslesen und somit bei Serviceeinsätzen Störungsverursacher gezielter finden und beispielsweise bei guter Wartung die Garantiezeit entsprechend erweitern. OEMs können völlig neue Geschäftsmodelle wie «Pay per Use» für Anlagen und Maschinen anbieten und ihr maschinenspezifisches Know-how über digitale Dienstleistungen wertbringend vermarkten. MindSphere unterstützt genau diese Entwicklung.

Das digitale Lebenszyklusmanagement

MindSphere bildet als erstes System auf der digitalen Ebene den Lebenszyklus von Produktionsanlagen und ihren Komponenten in Datenstrukturen und Funktionalität vollständig ab und ermöglicht Industrieunternehmen, die Leistungsfähigkeit von Anlagen durch das Erfassen und Analysieren grosser Mengen von Produktionsdaten laufend zu verbessern. Als Herzstück des cloudbasierten «Internet of Things»-Betriebssystems bietet MindSphere Datenanalyse, vielfältige Konnektivität, Werkzeuge für Entwickler, Applikationen und Services für eine optimale Leistung sämtlicher Betriebsmittel mit maximaler Verfügbarkeit. MindSphere unterstützt dabei Anwender beim Auswerten und Nutzen der Daten, um neuartige Einblicke zu erhalten und sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen. OEMs und Applikationsentwickler können über offene Schnittstellen auf die Plattform zugreifen und diese für eigene Dienstleistungen und Analysen nutzen – beispielsweise zur Online-Überwachung von entfernt installierten Industrieanlagen. Maschinenbauer haben somit vollste Transparenz über das Maschinenverhalten im Feld und sogar die Möglichkeit, per Feedback-Loop Informationen automatisch an die Forschung und Entwicklung zu übermitteln. Die Anbindung der Geräte erfolgt direkt, frei skalierbar und ohne Programmierungsaufwand über Plug-and-Play und dank der offenen Standards ermöglicht MindSphere eine nahtlose Konnektivität von Siemens-Produkten und Drittanbietern, zum Beispiel über OPC UA. Darüber hinaus können MindSphere-­Nutzer künftig auch selbst Web-Dienste entwickeln, nutzen und verkaufen und sie als Basis für eigene digitale Services einsetzen – etwa im Bereich vorausschauender Instandhaltung und Wartung, Energiedatenmanagement oder Ressourcenoptimierung.

Aus Daten Geschäftserfolg generieren

Die Digitalisierung bietet enorme Verbesserungspotenziale in den verschiedensten Geschäftsbereichen eines Unternehmens. Nahtlos optimierte und digital integrierte Prozesse beschleunigen die Markteinführung innovativer Produkte und sie verkürzen Angebots- und Lieferzeiten. Ausserdem werden eine Vielzahl neuer Produktionsverfahren und Geschäftsmöglichkeiten in der produzierenden Industrie durch die digitale Technologie hervorgebracht.

Je mehr sich die Industrie digitalisiert und vernetzt, desto mehr Schnittstellen ergeben sich und desto mehr Daten fliessen. Siemens bietet mit MindSphere eine zuverlässige, offene Cloud-Plattform mit Plug-and-Play-Konnektivität und höchster Sicherheit. Die Nutzung von MindSphere ermöglicht eine völlig neue Dimension, um durch Datenanalyse und Simulation zur Verbesserung des Asset-Managements und der Energieeffizienz beizutragen und Unternehmen auf dem Weg zum digitalen Wandel umfassend zu unterstützen. SMM

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