Lisa Zhang (Vice GM of the Investment & Development Group of PEDZ) wird am 12. SMM-Kongress (23. Mai 2024, Forum der Messe Luzern) einen Vortrag über die Herausforderungen, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des Aufbaus von Produktionsstätten in China – konkret in der Region Jangtse-Delta – halten. Was die Teilnehmer im Rahmen dieses Vortrags erwartet, lesen Sie im nachfolgenden Interview mit der Referentin.
«Maschinenbau, Automobilindustrie, Medizintechnik bis hin zu digitalen Technologien sind die wichtigsten Säulen in der PEDZ-Region, das passt zu den Stärken und Kompetenzen der Schweizer Industrie.» Lisa Zhang (Vice GM of the Investment & Development Group of PEDZ)
SMM: PEDZ steht für Pinghu Economic Development Zone. Können Sie konkret erläutern, um was es sich bei PEDZ handelt?
Lisa Zhang: PEDZ ist eine Wirtschaftsregion auf nationaler Ebene im Zentrum der Region Jangtse-Delta in China. Wir konzentrieren uns hauptsächlich darauf, ausländische Unternehmen für die Errichtung einer Produktionsstätte in unserer Region zu gewinnen. Wenn ein ausländisches Produktionsunternehmen zum ersten Mal China betritt, eröffnet es typischerweise zuerst ein Vertriebsbüro in Shanghai, um sich in China zu etablieren. Anschliessend investiert das Unternehmen in eine Produktionsstätte in China, um die Bedürfnissen des lokalen Marktes zu erfüllen. Unsere Entwicklungsregion ist zugeschnitten auf den Aufbau und die Integration solcher ausländischer Fertigungsstätten. PEDZ bietet den ausländischen und inländischen Fabriken Land, Halle, Subventionen und eine Serie von Dienstleistungen – Unternehmenseinrichtung bis zur Produktion – an.
PEDZ ist integriert in die Swiss Chinese Chamber of Commerce. Welche Aufgaben übernimmt die Swiss Chinese Chamber of Commerce für die Schweizer Kunden?
L. Zhang: Wir haben mit der Swiss Chinese Chamber of Commerce mehrmals zusammengearbeitet, um Mitglieder der Handelskammer in unsere Region zu bringen, deshalb verfügen sie über ein ausgezeichnetes Know-how über unsere Wirtschaftszone. Die Schweizerisch-chinesische Handelskammer ist eine Kommunikations- und Informationsplattform zwischen chinesischen und Schweizer Unternehmen. Sie hilft uns, die Bedürfnisse von Schweizer Unternehmen zu verstehen, die in den chinesischen Markt eintreten möchten. Gleichfalls bietet sie Beratungsdienste für Schweizer Unternehmen an, die in China aktiv werden wollen. Zum Beispiel kann sie Schweizer Unternehmen dabei unterstützen, Chinas wirtschaftspolitische Ausrichtung, die Marktsituation wie auch den Wachstumsraum einzuordnen und zu verstehen.
Welche Möglichkeiten bieten sich für Schweizer Unternehmen aus dem Bereich der Industrie in China respektive konkret in Pinghu?
L. Zhang: Schweizer Unternehmen profitieren massgeblich von ihrer hervorragenden Innovationskultur. In Kombination mit Produktionsstätten in einem der weltweit grössten Technologiecluster können enorme Potenziale generiert werden. Eine solche Kombination bietet Schweizer Unternehmen eine gute Möglichkeit, vom Wirtschaftsstandort China, respektive vom gesamten asiatischen Raum, zu profitieren, neue Absatzmärkte zu generieren und damit langfristig Gewinne für die Zukunft zu sichern. Führende Unternehmen in fast allen Branchen haben sich bereits seit Jahren dafür entschieden, Fabriken und Produktionsstätten in China einzurichten. Gut vernetzter Transport, effiziente Produktion und reichhaltige Personalressourcen können Unternehmen dabei helfen, die Produktions- und Betriebskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Und dank ihres zentralen Standorts hat sich die Pinghu-Region zu einem hervorragenden Industriecluster entwickelt mit gut ausgebildeten Lieferketten.
Können Sie die industrielle Struktur von Pinghu und die Einbettung in die chinesische Wirtschaft unseren Schweizer Kunden näher erläutern?
L. Zhang: Maschinenbau, Automobilindustrie, Medizintechnik bis hin zu digitalen Technologien sind die wichtigsten Säulen in der PEDZ-Region, das passt zu den Stärken und Kompetenzen der Schweizer Industrie, wie Werkzeugmaschinenbau, Zulieferindustrie im Generellen, Halbleiterindustrie bis hin zu hochwertigsten Medizinprodukten und anderen Tech-Branchen. Immer mehr Schweizer Unternehmen haben in China F&E-Zentren und haben ihre chinesischen Fabriken als Hauptsitz im asiatisch-pazifischen Raum positioniert. Zum Beispiel gibt es in Pinghu schon Forbo, Liebherr wie auch Autoneum mit einem F&E-Zentrum vor Ort.
Wie viele Schweizer Unternehmen haben in Pinghu bereits Kooperationen oder Niederlassungen realisiert? Können Sie konkrete Beispiele aus der Industrie nennen und den Nutzen, welchen sie am Standort in China haben?
L. Zhang: Schweizer Unternehmen wie ABB und Autoneum aus der Autoindustrie, Sika aus der chemischen Industrie, Liebherr und Zehnder aus der Maschinenbauindustrie sowie R&M aus der digitalen Industrie haben bereits eine Produktion in Pinghu. Wenn die Unternehmen sich in einer der dynamischsten Regionen Chinas befinden, können sie mit den Kunden und Zulieferern aus der asiatisch-pazifischen Region erheblich einfacher und direkter kooperieren, um schneller auf die Bedürfnisse des lokalen Marktes zu reagieren und ihre Technologien an die Anforderungen des örtlichen Marktes anzupassen. Letztlich können auch die Logistikkosten reduziert werden.
Um in China aktiv zu werden, müssen Sprachbarrieren überwunden wie auch kulturelle Aspekte beachtet werden. Wie können Sie hier unterstützen?
L. Zhang: Wir haben das allererste ausländische Unternehmen im Jahr 1994 gewinnen können, und bis jetzt gibt es mehr als 300 ausländische Unternehmen, die in der PEDZ-Region ihre Produktionsbasis haben, darunter sind mehr als 80 europäisch-amerikanische Unternehmen. Derzeit verfügt PEDZ über ein Investitionsförderungs- und Beratungsteam von 30 Mitarbeitenden, die bei der Neugründung von Unternehmenssitzen, Unternehmensumzug und Auslandsinvestitionen ausländischen Unternehmen beratend zur Seite stehen und sehr erfahren sind. Thema Sprache: Wir können sowohl in Deutsch als auch in Englisch kommunizieren. Wir unterstützen bei der Registrierung von Unternehmen, beim Import von Maschinen und Geräten, bei der Personaladministration und bei typisch anfallenden Behördengängen. Darüber hinaus organisieren wir europäische und amerikanische Wirtschaftsclubs sowie deutschsprachige Wirtschaftsclubs. Jedes Jahr organisieren wir zahlreiche Veranstaltungen zwischen den Clubs, um den gegenseitigen Austausch zu fördern, potentielle Kunden und Lieferanten zu finden, um neue Partnerunternehmen kennenzulernen und sich schnell an das neue Umfeld anzupassen.
Stand vom 30.10.2020
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Was wären die ersten Schritte, die ein Schweizer Unternehmen machen müsste? Gibt es konkrete Ansprechstellen und Personen am Standort Schweiz, wo sich interessierte Schweizer Unternehmen hinwenden können?
L. Zhang: Schweizer Unternehmen, die Interesse haben, in der PEDZ-Region zu investieren, werden vollumfänglich beraten. Sie können sich direkt per Mail an mich richten lisa.zhang@pedz-pinghu.com oder an meine Kollegin Anni Chu (anni.chu@pedz-pinghu.com), um weitere Informationen zu erhalten. Wir laden Unternehmen gerne nach China ein, um PEDZ vor Ort kennen zu lernen und die Möglichkeiten direkt vor Ort zu evaluieren. SMM