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Wachstum: Chance und Risiken

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Internationale Wachstums-Perspektiven müssen angepasst werden

Thomas Helbling, Forschungsleiter weltwirtschaftliche Studien beim Internationalen Währungsfonds IWF, zeigte sich besorgt über den zögerlichen Aufschwung in den Industrienationen. Die Euro-Zone sei noch nicht aus der Krise. Es finde derzeit ein schmerzhafter Anpassungsprozess statt. Die Perspektiven müssten längerfristig auf tieferem Niveau angepasst werden. Dies treffe Industrie- und Schwellen-Länder in unterschiedlichem Ausmass.

Perspektiven der weltwirtschaftspolitischen Entwicklungen zeigte Guillermo Valles Galmés von der UNCTAD auf: „Die Schwellenländer steuern heute ca. die Hälfte zur Weltproduktion bei, 1950 waren es erst zehn Prozent. Dank dieses Wachstums hat sich die Armut halbiert. Dennoch sind immer noch 202 Mia. Menschen ohne Arbeit“.

Christoph Mäder, Geschäftsleitungsmitglied der Syngenta, stellte die Frage in den Raum, wie die von der WHO prognostizierten 9,6 Mia. Menschen im Jahr 2050 ernährt werden könnten. Er forderte eine pragmatische und ehrliche Diskussion darüber, wie die Produktivität gesteigert und die Biodiversität beibehalten werden könne.

Wachstum nicht um jeden Preis

Dass Wachstum zur Sicherung von Wohlstand und einer erfolgreichen Wirtschaft notwendig sei, war bei allen Referenten unbestritten. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass die nachfolgende Generation über genügend unverbaute Räume, eine sichere Energieversorgung und über vernünftige Mobilitätslösungen verfüge. Die Schweiz wachse in die Breite, dies habe Nebenwirkungen. Die Bevölkerung sei sensibilisiert für Landschaft und Raum, hinterfrage den Energiekonsum und die Mobilität. Es brauche nun eine breite Diskussion über die Herausforderungen, denn Wachstumsfragen seien immer auch politische Fragen. Zum Abschluss des Abends luden Kanton und Stadt Luzern zum Networking-Dinner, an dem die verschiedenen Voten für genügend Gesprächsstoff sorgten. <<

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