Europa Forum Luzern Wachstum: Chance und Risiken

Redakteur: Susanne Reinshagen

Das 26. internationale Europa Forum Luzern war einmal mehr ein grosser Erfolg. Über 1000 Gäste folgten den Ausführungen der Redner zu unterschiedlichsten Themen und Problemstellungen, denen die Weltgemeinschaft wie auch die Schweiz gegenübersteht. Das Networking-Dinner lud danach zu angeregten Diskussionen ein.

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Mit über 1000 Besuchern war das Europa Forum Luzern auch dieses Jahr wieder einer der Topanlässe.
Mit über 1000 Besuchern war das Europa Forum Luzern auch dieses Jahr wieder einer der Topanlässe.
(Bild: Europa Forum Luzern)

„Der internationale Veränderungsdruck hat sich stark erhöht. Es ist wichtig, dass wir die multinationale Diplomatie verstärken. Mit anderen zusammen nach Lösungen zu suchen, das muss der Weg sein“, meinte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zur Eröffnung des öffentlichen Abends am Europa Forum Luzern vor über 1000 Gästen.

Nicht mit Umgehungen und Tricksereien sondern mit Qualität, Stabilität, Integrität und guten Leistungen müsse die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden, bekräftige Bundesrätin Widmer-Schlumpf die Vorteile des Finanz- und Wirtschaftsplatzes Schweiz. Dazu sei aber der freie Marktzugang prioritär. Demnächst liege dem Bundesrat der Schlussbericht vor, der aufzeige, welche Wege dafür eingeschlagen werden müssten. Von einem Renminbi-Hub in der Schweiz, einer Devisen-Drehscheibe für die chinesische Währung, verspräche sie sich einen Wachstumsschub für den Finanzplatz Schweiz. Dafür habe die Schweiz mit der Exportwirtschaft, dem Rohwarenhandelsplatz, einer eigenen Währung und politischer wie wirtschaftlicher Stabilität Top-Karten. Aber die Konkurrenz mit London, Frankfurt und Luxembourg sei gross.

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Viele Dossiers bestimmen die Agenda

Die vielfältigen Auswirkungen des JA zur Masseinwanderungsinitiative beherrschten die Podiumsdiskussion an der öffentlichen Abendveranstaltung des Frühjahrs-Forum 2014. Im Ringen um die besten Forschungsstätten mit den weltbesten Professoren gerate die ETH Zürich mit diesem Entscheid ins Hintertreffen, befürchtete Rektor Lino Guzzella.

Der Unternehmer Klaus Endress meinte, dass sich die Schweiz mit dem Entscheid keinen Gefallen gemacht habe. Damit werde die Erfolgsspirale unterbrochen, Unternehmer sähen sich nach neuen Standorten um, die nicht so teuer und berechenbarer seien.

Auch Anton Affentranger, CEO von Implenia, befürchtete bei allem Respekt vor dem Volksentscheid, dass langfristige Investitionsentscheide verschoben würden, weil die Planungssicherheit fehle.

Die österreichische Abgeordnete Maria-Theresia Fekter zeigte sich skeptisch, dass eine separate Lösung in der Frage der Personenfreizügigkeit gefunden werden könne, mit der die EU und die Schweiz gut leben könnten. Denn die Freizügigkeit sei eine der grossen Errungenschaften von Europa, die generell nicht ausser Kraft gesetzt werden könne.

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