ABB und The Economist präsentieren den Automation Readiness Index (ARI) Welche Länder sind fit für die Automatisierung und KI?

Redakteur: Susanne Reinshagen

Die zunehmende Digitalisierung der Welt und die damit verbundene Automatisierung von Prozessen verunsichern viele Menschen. Zwar soll die moderne Automatisierung bessere und anspruchsvollere Arbeitsplätze für den Menschen schaffen, aber viele Arbeitnehmer fühlen sich von der Entwicklung überfordert und bangen um ihren Arbeitsplatz. Eine neue Studie von ABB und The Economist zeigt , dass selbst gut gerüstete Länder ihre Bildungspolitik überdenken müssen, um besser auf den Arbeitsmarkt von morgen vorbereitet zu sein.

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(Bild: The economist)

Der von ABB und der Intelligence Unit der Zeitschrift The Economist veröffentlichte Bericht mit dem Titel "The Automation Readiness Index (ARI): Who Is Ready for the Coming Wave of Innovation?" untersuchte den Automatisierungs-Status von 25 Ländern. Dabei konzentriert sich der Index auf drei politische Handlungsfelder: Innovationspolitik, Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik.

Innovationspolitik:

Das Handlungsfeld "Innovationspolitik" zeigt inwieweit die Politik Forschung und Innovationen fördert. In dieser Kategorie belegt Japan Platz eins, vor Südkorea und Deutschland. Japan's Innovationspolitik zeichnet sich durch folgende Faktoren aus:

Japan hat 2017 ein Betrag von 817 Mio. US$ für die Forschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz zur Verfügung gestellt. Weiter verfügt Japan über eine klare Strategie um Innovations-Clusters zu fördern und hat ethische Richtlinien für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz verfasst.

Bildungspolitik:

Durch den Einsatz von intelligenter Automatisierung und Künstlicher Intelligenz wird sich die Arbeit und damit die Anforderungen an die Arbeitskräfte ändern. Um die Menschen auf die ändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten, müssen Regierungen ihre Bildungspolitik daran ausrichten. Der ARI zeigt, dass Südkorea gefolgt von Estland und Singapur seine Bildungspolitik bereits stark an die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes anpasst.

Südkorea setzt gemäss ARI mit ihrem Education Promotion Act von 2015 die richtigen Bildungsschwerpunkte, nämlich die Förderung des Verantwortungsbewusstseins sowie der Team- und Kommunikationsfähigkeit. Weiter unterstützt Südkorea mit einem klar formulierten Strategieplan talentierte Wissenschaftler und Technologen und fördert mit dem Lifelong Education Act das lebenslange Lernen.

Arbeitsmarktpolitik:

Mit einer sinnvollen Arbeitsmarktpolitik sollen negative Auswirkungen der zunehmenden Automatisierung abgefedert werden. Der Bericht bewertet vor allem die Förderung von Mobilität und Flexibilität der Arbeitnehmer positiv. Von der Politik werden daher Massnahmen gefordert, die es den Arbeitnehmern ermöglichen neue Fähigkeiten zu erlernen um neue Funktionen zu übernehmen. In dieser Kategorie teilen sich die Länder Südkorea, Deutschland und Singapur den ersten Platz. Südkorea unterstützt Arbeitslose mit grosszügigen Zuschüssen für die berufliche Bildung und Weiterbildung. Singapur bietet KMU über 8000 Kurse für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter an und in Deutschland werden ein beträchtlicher Teil der Kosten für Mitarbeiterförderung- und Entwicklung von der Regierung übernommen.

Südkorea, Deutschland und Singapur sind Spitzenreiter

Das Gesamtranking des ARI wird von Südkorea angeführt, gefolgt von Deutschland und Singapur. Diese Länder unterstützen ihre Wirtschaft am effektivsten bei der Umsetzung der modernen Automatisierung. Dem ARI zufolge gehören neben dem Spitzentrio noch Japan, Kanada, Estland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und Australien zu den TopTen der am besten gerüsteten Ländern für den schnell fortschreitenden Einsatz von Automationstechnologien und Künstlicher Intelligenz (KI).

Es gibt noch viel zu tun

Der Bericht kam aber auch zum Ergebnis, dass eine ganze Reihe von Nationen bei der Bewältigung der durch Künstliche Intelligenz und roboterbasierte Automation geschaffenen Chancen und Herausforderungen noch ganz am Anfang stehen. „Wenn die Politik“, so heisst es im Bericht, „mit der Automatisierung Schritt halten will, müssen Regierung, Industrie, Bildungsfachleute und sonstige Interessenvertreter enger zusammenarbeiten. “ In den Betrieben schreitet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und fortschrittlicher Robotertechnik – unabhängig davon, ob die Politik bereit ist oder nicht – zügig voran. Je schneller sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzt, desto deutlicher werden die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitswelt sichtbar und desto dringlicher wird die Notwendigkeit zur Umsetzung konzertierter Bildungs- und Ausbildungskonzepte.

Selbst hoch automatisierte Länder müssen gemäss dem ARI ihre Bildungspolitik effizienter gestalten und ihr Augenmerk auf die kontinuierliche Weiterbildung richten. Nur dann kann sichergestellt werden, dass Menschen angesichts des schnell fortschreitenden Einsatzes von Automationstechnologien und Künstlicher Intelligenz auf neue Jobs vorbereitet werden. Damit dies Wirklichkeit wird, so heisst es in dem Bericht, müssen die meisten Länder ihre Berufsausbildungsprogramme verbessern. Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik werden wichtige Studienbereiche bleiben. Für die Automatisierung und Anwendungen Künstlicher Intelligenz braucht es jedoch dringend weitere Grundausbildungsprogramme und ein Umdenken in der Lehrlingsausbildung. <<

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