Hatebur: Mit servohydraulischem Anschlag produktiver Weniger Ausbruch beim Scheren von Abschnitten

Redakteur: Konrad Mücke

Ein servohydraulischer Anschlag von Hatebur vermindert deutlich Ausbrüche und Schuppen beim Scheren von Rundstangen. Das verbessert die Oberflächen und erübrigt Nacharbeit. Diese Technologie steht für Umformpressen des schweizer Herstellers zur Verfügung.

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Produktiver und wirtschaftlicher schmieden dank schneller Regelung: der servohydraulisch angetriebene Anschlag für Schmiedepressen von Hatebur.
Produktiver und wirtschaftlicher schmieden dank schneller Regelung: der servohydraulisch angetriebene Anschlag für Schmiedepressen von Hatebur.
(Bild: Hatebur)

Nach intensiver Forschungs- und Entwicklungstätigkeit präsentiert Hatebur einen servohydraulischen Anschlag für Umformpressen. Er trägt dazu bei, die Qualität von Schmiedestücken deutlich zu verbessern, wie Thomas Christoffel, CEO von Hatebur, berichtet. «Der servohydraulische Anschlag optimiert die Qualität der gescherten Abschnitte. Das vereinfacht und beschleunigt die Qualitätskontrolle», fügt er hinzu. Häufig erübrigt das ein Nachbearbeiten der Abschnitte. Somit arbeiten Umformbetriebe wesentlich produktiver.

Abschnitte verkanten beim Scheren

Die Innovation betrifft den ersten Schritt der Metall­umformung. Bevor Schmiedepressen in mehreren Stufen die Werkstücke formen, müssen von glühenden Stangen exakt passgenaue Abschnitte abgeschert werden. Dabei stellten sich bisher die Abschnitte schräg. Statt zu scheren, wurden die Stücke auf einem Teil des Scherwegs abgerissen. «So entstand ein sogenannter Scherausbruch», erläutert Christoffel. Ebenso bildeten sich Schuppungen am Abschnitt. Diese mussten am fertigen Schmiedestück durch Sandstrahlen entfernt werden. Werden die Schuppungen beim Umformen gar in mehrere Schichten übereinandergepresst, sind die Schmiedestücke an diesen Bereichen unbedingt spanend nachzuarbeiten.

Deutlich weniger Schuppen

Der innovative servohydraulische Anschlag vermindert deutlich das Abkippen und das Schrägstellen der Abschnitte. Beim Scheren entstehen nahezu vollständig parallele Scherflächen. «Schuppen bilden sich nur noch selten und auch nahezu keine Falten», erklärt Dr.-Ing. Mihai Vulcan, Mitarbeiter Strategische Projekte bei Hatebur. Ehemals entstanden auf bis zu zwanzig Prozent der Scherfläche Schuppen. Die neue Technologie reduziert diesen Anteil auf nur noch ein Prozent.

Zudem minimiert sie den Ausbruch an den Abschnitten. Häufig wird dieser komplett vermieden. Die somit deutlich höhere Qualität der geschmiedeten Bauteile vereinfacht und beschleunigt das optische Prüfen nach dem Sandstrahlen. Die Vorteile beschreibt Thomas Christoffel: «Wird die Qualitätskontrolle mit dieser Technologie nur um eine halbe Sekunde je Werkstück beschleunigt, profitieren Anwender von einem deutlichen wirtschaftlichen Nutzen.»

Lage und Kraft regeln

Der Abschervorgang benötigt nur kurze Zeit. Meist dauert er, abhängig vom Durchmesser der Stangen, zwischen 60 und 100 ms. Einzig ein servohydraulischer Antrieb erreicht die dafür erforderliche Dynamik und Leistungsdichte. Der servohydraulische Anschlag von Hatebur arbeitet dabei mit einer wechselnden Regelung von Lage und Kraft. Weicht beispielsweise zum Ende der Einzugsbewegung der Anschlag um wenige Hundertstelmillimeter von der Sollposition ab, wird die Lage des Anschlags unverzüglich über das Servoventil kompensiert. «Diese Lageregelung hält über den gesamten Scherweg die Distanz zwischen Messer und Anschlag hochgenau konstant», sagt dazu Mihai Vulcan. Nach dem Beginn des Schervorgangs wird die Umformkraft geregelt und dabei die Lage des Anschlags überwacht. Die integrierte Messtechnik erfasst während des gesamten Schervorgangs die Prozessdaten. Der Regler gleicht die erkannten Abweichungen innert kürzester Zeit aus. Das gewährleistet eine optimale Qualität der Abschnitte.

Vom Schweizer Hersteller wird es diese innovative Schertechnologie für mehrere seiner Umformpressen geben. In einer Entwicklungspartnerschaft mit einem Automobilzulieferer hat das Unternehmen den servohydraulischen Anschlag seit nunmehr knapp zwei Jahren auf einer Umformpresse Hatebur HOTmatic HM75 XL getestet. Er hat sich dabei bestens bewährt. Wirtschaftlich und technisch hat er die erwarteten Verbesserungen vollauf verwirklicht. kmu SMM

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