Rego-Fix: Werkzeuge optimal spannen

Werkzeuge flexibler und zuverlässiger spannen

| Redakteur: Konrad Mücke

Schlank: Mit dem erweiterten Spektrum an Aufnahmen und Spannzangen PG lassen sich auch komplexe Werkstücke bei minimalen Störkonturen bearbeiten.
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Schlank: Mit dem erweiterten Spektrum an Aufnahmen und Spannzangen PG lassen sich auch komplexe Werkstücke bei minimalen Störkonturen bearbeiten. (Bild: Rego-Fix)

Der Werkzeugbauer Kröger GmbH im niedersächsischen Lohne spannt Werkzeuge mit dem Spannsystem powRgrip von Rego-Fix. Gemeinsam mit dem regionalen Händler Meyer + Münster hat er die Spannlösung verwirklicht, mit der er flexibler, prozesssicherer, genauer und produktiver arbeitet.

Werkzeug- und Formenbauer sind gefordert, hochwertige und langlebige Produkte zu verwirklichen. Wie Geschäftsführer Hans-Jürgen Kröger bei Kröger GmbH in Lohne betont, sind hohe Genauigkeiten ebenso wie lange Haltbarkeit gefordert. «Schliesslich ist ein präzises, bedarfsgerechtes Werkzeug, das auch nach vielen Jahren und Tausenden von Fertigungszyklen fehlerlos funktioniert, die Basis für einen wirtschaftlichen Produktionsprozess», sagt Kröger. Diesen Anspruch erfüllt das Unternehmen seit vielen Jahren. Das bestätigt Michael Sieve, der bei Kröger für den technischen Einkauf und die Angebotsabwicklung verantwortlich ist. Seit dem Jahr 1998 ver­wirklicht das Unternehmen mit aktuell 28 Mitarbeitenden gemeinsam mit Auftraggebern und deren Konstrukteuren höchst präzise individuelle Spritzgiesswerkzeuge. Dabei übernehmen die Lohner Werkzeugbauer auch Versuche, das Herstellen von Prototypen sowie Änderungen und Instandsetzungen. Man bietet zudem eine Lohnfertigung.

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Für grosses Spektrum an Branchen

Zu den Auftraggebern gehören die Automobil-, die Bau- und die Lebensmittelindustrie sowie die Elektro­technik, der Gartenbau und die Landwirtschaftstechnik. «Für die Automobilindustrie, die immerhin 70 Prozent unseres Auftragsvolumens ausmacht, fertigen wir zum Beispiel Werkzeuge für Isofix-Aufnahmen, für Abdeckungen von Zahnriemen, für Innenausbauteile und für Zylinderkopfhauben», berichtet Michael Sieve. Kröger fertigt solche bis zu 1200 x 900 x 550 mm messenden Werkzeuge ausschliesslich aus Werkzeugstahl. Dazu arbeitet das Unternehmen auf zwei fünfachsigen und zwei dreiachsigen Bearbeitungszentren von Hermle. Zudem verfügen die Werkzeugbauer über zwei Senk- und zwei Drahterodiermaschinen sowie eine Messmaschine.

Klemmen besser als Schrumpfen

Bereits seit der Gründung beschafft der Werkzeugbauer Ausrüstung und Betriebsmittel vom regionalen Fachhandel Meyer + Münster. Seither hat der Händler von Werkzeug- und Werkstückspanntechnik, Werkzeugen und Werkzeugmaschinen eine enge Partnerschaft zum Werkzeugbauer aufgebaut. Vor allem kennt Geschäftsführer Hermann Meyer die Fertigung in Lohne im Detail. Er kann somit die jeweils passenden Technologien bieten.

Speziell bei der Investition in ein Bearbeitungszentrum C40, auf dem Kröger erstmals Werkzeuge in Aufnahmen SK 63 spannen konnte, zweifelten die Werkzeugbauer an der Genauigkeit und der Zuverlässigkeit beim üblichen Schrumpfen von Werkzeugen. Wie Michael Sieve betont, erwartete man von Werkzeugaufnahmen eine höhere Genauigkeit, grosse Haltekräfte, gute Vibrationsdämpfung und eine lange Lebensdauer. Hermann Meyer präsentierte seinerzeit das mechanische Spannsystem powRgrip zusammen mit einem Testgerät zum Einpressen und Entnehmen von Werkzeugen aus den Spannfuttern. Beim Werkzeugbauer prüfte man intensiv das System speziell hinsichtlich der Rundlaufgenauigkeit, des einfachen Handlings und der Qualität der Komponenten. Auch die Spann- und Haltekräfte erwiesen sich als ausreichend selbst bei hohen Zerspankräften, Schnitt- und Vorschubgeschwindigkeiten. «Beim Vergleich von Schrumpf- und powRgrip-Aufnahmen hat uns insbesondere die beim Bearbeiten zu erreichende Oberflächengüte überzeugt», berichtet Michael Sieve.

Durchgängig mechanisch spannen

Die Werkzeugbauer waren überzeugt. Sie rüsteten sämtliche Bearbeitungszentren auf das Spann­system powRgrip um. Allerdings schränkt Michael Sieve eine: «Man muss sich jedoch bewusst sein, dass eine solcher Umstieg Konsequenzen hat, etwa bei der Programmierung.» Schliesslich arbeiten die Werkzeugbauer in Lohne bis heute teilweise auch mit Schrumpfaufnahmen. Deshalb lassen sich die Maschinen, auf denen letztlich ein Bauteil gefertigt werden soll, nicht beliebig flexibel auswählen. Denn die Werkzeugaufnahme kann nicht durchgängig programmiert werden. Wie Michael Sieve sagt, muss er aber schnell und flexibel agieren können. «Das ist ein Spannungsfeld, dem man sich stellen muss. Wir hätten uns aber nicht für das mechanische Einpressen der Werkzeuge entschieden, wären wir nicht rundum mit dem System powRgrip zufrieden gewesen», fügt er an. Inzwischen hat Kröger die Flexibilität bei der Maschinennutzung längst verwirklicht. Man setzt powRgrip auf jeder Maschine ein. «Aufgrund des Tagesgeschäftes ist uns diese Durchgängigkeit des Systems sehr wichtig», betont Michael Sieve.

Mittlerweile nutzen die Werkzeugbauer sämtliche Komponenten aus dem Produktprogramm powRgrip. Das betrifft die Spannzangenhalter und die Spannzangen, die VHM-Werkzeuge mit 0,6 bis 16 mm Durchmesser aufnehmen. Zudem nutzt man auch das System secuRgrip. Es sorgt für eine besonders hohe Auszugssicherheit bei Werkzeugen mit Weldonfläche. «Gerade beim trochoidalen Fräsen ist secuRgrip eine tolle Sache», erklärt Michael Sieve und ergänzt: «Die Haltekräfte sind deutlich höher als bei anderen Aufnahmen. Der Fräser wird nicht herausgezogen. Wir können bei höheren Vorschubgeschwindigkeiten arbeiten.»

Ein Spanngerät für alle Durchmesser

Seit etwa einem Jahr nutzen die Werkzeugbauer die optimierte Spanneinheit PGU 9500 von Rego-Fix. Man kann nun Spannzangen von PG 6 bis PG 32 einsetzen und damit Werkzeuge mit 0,2 bis 25,4 mm spannen. Dank schlanker Werkzeugaufnahmen gibt es kleinere Störkonturen. Wie Michael Sieve berichtet, sei die Störkontur von powRgrip immer als Manko genannt worden. «Die Schweizer arbeiten hier aber ständig an Verbesserungen», fügt er hinzu. Speziell für den Werkzeugbau erweist sich die Aufnahme PG 15 als vorteilhaft. Für sie gibt es inzwischen eine Spannzange für Werkzeuge mit 12 mm Durchmesser. So kann man mit den eingespannten Werkzeugen bis sehr nah an die Bauteilkontur heran bearbeiten. Das ist insbesondere bei komplexen Bauteilen häufig entscheidend.

Prozesssicher, genau, flexibel

Beim Werkzeugbauer Kröger ist das Spannsystem powRgrip inzwischen ein fundamentaler Bestandteil der Fertigungskette. Dazu haben einige herausragende Vorteile beigetragen. «So kann man beim Spannen nichts falsch machen, vorausgesetzt, man beachtet die gebotene Sauberkeit», berichtet Michael Sieve. «Beim Schrumpfen ist das anders. Hier darf man eine Aufnahme nicht zu lange erhitzen. Dass man dies doch mal 10 oder 20 s länger tut, lässt sich aber nicht immer ausschliessen. Wie das Gefüge dann beschaffen, wie gross die Rundlauf­genauigkeit oder ob eine Aufnahme dabei ist, die aus dem Verkehr gezogen werden müsste, kontrolliert dann niemand. Und kurze Zeit später erweist sich das bearbeitete Bauteil als ungenau, da es Abweichungen um einige Hundertstelmillimeter gegeben hat.» Beim powRgrip-System gebe es diese Unsicherheiten nicht, ist Michael Sieve sicher. Das Handling sei einfach und die Zentrierung des Werkzeugs stets gegeben. Beachtet man die Empfehlungen des Herstellers, arbeitet powRgrip bedienerunabhängig. Es gewährleistet eine hohe Prozesssicherheit und sorgt für eine hohe Flexibilität. «Anders als beim Schrumpfen, bei dem für jeden Werkzeugschaftdurchmesser eine separate Aufnahme erforderlich ist», so Sieve, «kann man eine powRgrip-Aufnahme mit unterschiedlichen Hülsen einsetzen.»

Lange Standzeiten bei Werkzeugen und Aufnah­men

Beim Werkzeugbauer in Lohne ist man überzeugt, auch längere Standzeiten der Werkzeuge beim Spannen im System powRgrip zu erreichen. Man kann das aber nur qualitativ belegen. Das begründet Michael Sieve: «Weil wir keine Serienproduktion haben und immer wieder unterschiedliche Bauteile bearbeiten.» Und er fügt an: «Mit Sicherheit ist die Standzeit aber länger, das lässt sich sagen.» Deutlich verbessert habe sich vor allem die Qualität der Bauteile. Obwohl Kröger nach dem Fräsen meist noch erodiert, ergeben sich direkte Vorteile. Mit wenig Aufwand kann man die endgültige Qualität erreichen. Das betrifft zum Beispiel das Tuschieren und Montieren der Werkzeuge. «Je dichter wir an das Ergebnis herankommen, umso weniger Tuschier- oder Montagearbeit haben wir im Nach­hinein. Während wir Werkzeuge früher zum Teil über drei und vier Tage tuschieren mussten, ist die Maschine heute nie länger als einen Tag belegt», erläutert Michael Sieve. Da der Werkzeugbauer stets kürzeste Lieferzeiten einhalten muss, trägt somit das Spannsystem von Rego-Fix zu höherer Flexibilität bei. Dies auch, weil das genaue Fräsen mit den exakt eingespannten Werkzeugen einen Teil des bisher üblichen und erforderlichen Schleifens erübrigt.

Und das Spannsystem powRgrip erweist sich als wirtschaftlich. Dazu Michael Sieve: «Schliesslich lässt sich aus Sicht des Werkzeugeinkäufers noch festhalten, dass man für das Schrumpfen regelmässig neue Aufnahmen beschaffen muss. Die Aufnahmen powRgrip sind dagegen fast unbegrenzt im Werkzeugumlauf eingesetzt.» Rego-Fix garantiert für die Aufnahmen eine bleibende Genauigkeit über 20 000 Spannzyklen hinweg.

Hochwertige Produkte vom regionalen Partner

Seit mehr als zwanzig Jahren vertrauen die Partner Werkzeugbau Kröger und Meyer + Münster einander. «Ein grosser Vorteil dieser Zusammenarbeit ist für uns, dass wir einen Vertriebspartner haben, der sehr gute Marken vertritt. Neben der Spanntechnik bekommen wir auch ausgezeichnete Fräser, Bohrer und Gewindewerkzeuge», ist Michael Sieve überzeugt. - kmu - SMM

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