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Wie hat sich das Spritzgiessgeschäft in den letzten 25 Jahren verändert?
R. Davatz: Der Einzug elektrischer Achsen hat die Anlagen in puncto Energieverbrauch nachhaltiger gemacht, die Präzision wurde verbessert und die Maschinen wurden digital vernetzbar. Der ganze Wettbewerb ist dadurch auch vergleichbarer geworden.
Wie haben sich die Kundenanforderungen verändert?
R. Davatz: Die sind je nach Applikation verschieden. Generell sind es neben den seit jeher niedrigen Stückkosten zunehmend auch der Energieverbrauch oder die Einfachheit der Maschinenbedienung, die immer mehr eine grössere Bedeutung einnehmen. Spezifisch sind das je nach Anwendung neue Anforderungen wie etwa im Medizinbereich die Rückverfolgbarkeit der Teile.
Wodurch zeichnet sich eine Netstal-Anlage aus?
R. Davatz: Unsere Maschinen weisen sehr kurze Zykluszeiten auf, erzielen also einen sehr hohen Ausstoss pro Minute, und arbeiten mit hoher Präzision. Dies ermöglicht niedrige Stückkosten, erlaubt einen dauerhaften Einsatz und macht die Anlagen prädestiniert für Massenartikel, insbesondere in den Bereichen Verpackung, Medizintechnik, PET-Flaschen und Verschlüsse.
Worin liegt die eigentliche Innovation der neuen Elios-Baureihe?
R. Davatz: Aufgrund des innovativen und patentierten Antriebskonzeptes zeichnet sich die Elios durch eine bisher ungesehene Kombination aus extremer Geschwindigkeit, hoher Schliesskraft und dynamischer Einspritzleistung aus, die
es ermöglicht, Verpackungsartikel, die grundsätzlich Wegwerfprodukte sind, möglichst dünnwandig herzustellen. Bei Massenprodukten wie zum Beispiel einer Margarine- oder Glaceverpackung ist der Kunststoffverbrauch somit markant tiefer und dementsprechend auch die Abfallmenge. Diese Eigenschaften sind schlagende Argumente für unsere Kunden. Im Bereich 750 Tonnen Schliesskraft ist die Elios die derzeit schnellste Maschine auf dem Markt und somit ein Garant für höchste Produktivität. Ein ebenso spannender Faktor für Betreiber ist der Energieverbrauch. Dank der Rückgewinnung kinetischer Energie ist die Baureihe besonders energieeffizient. Mit den neuen Anlagen können Anwender Kosten für die Antriebsenergie in der Höhe von 20 000 bis 50 000 Franken pro Jahr und pro Maschine einsparen.
In welchen Bereichen betreiben Sie Forschung und Entwicklung?
R. Davatz: Wir leisten uns Innovation in allen Business-Units. Wir haben Weiterentwicklungen wie neue Maschinen-Baureihen, Weiterentwicklungen im Steuerungs- oder Softwarebereich, im Energiebereich oder ganz konkret im Verschlussbereich. Dieses Jahr werden wir ausserdem ein neues Dienstleistungstool testen.
Was kann man sich unter letzterem Punkt vorstellen?
R. Davatz: Wir sind dabei, eine neue E-Service-Plattform auf die Beine zu stellen. Mit ersten Testkunden aus der Schweiz werden wir im Verlauf dieses Jahres diese Plattform testen und weiter ausbauen. Kunden der Krauss-Maffei-Gruppe können sich dort künftig einloggen, um Zugriff zu all ihren Maschinen- und Diagnosedaten sowie einem Ersatzteilkatalog zu erhalten, der mit einem Webshop verbunden ist. Dadurch können Anwender ihre Prozesse in puncto Effizienz und Stillstandzeiten weiter optimieren.
Entwickeln Sie diese Plattform und Ihre Software in der Schweiz?
R. Davatz: Ja, die Projektleitung und Koordination erfolgen hier in Näfels.
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