Fertigung Wir können jetzt auch andere Segmente beliefern

Redakteur: Anne Richter

Beim Aluminium-Druckgiesser Power-Cast Vobra konnte mit einer Brother Speedio S700X1 und einem neuen Bearbeitungskonzept der Zeitaufwand für Bearbeitung, Rüsten und Qualitätssicherung deutlich reduziert werden. So mussten rund 150 unterschiedlich grosse Spann-Vorrichtungen integriert werden.

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Die vorhandenen Spannvorrichtungen wurden per Adapterplatten auf eine einheitliche Länge gebracht. Diese sitzen nun fest auf der vierten Achse.
Die vorhandenen Spannvorrichtungen wurden per Adapterplatten auf eine einheitliche Länge gebracht. Diese sitzen nun fest auf der vierten Achse.
(Bild: Brother)

Es ist heiss und feurig zwischen den zehn Druckgussmaschinen in der Produktion von Power-Cast Vobra im ostwestfälischen Enger. Unter Flammen wird das 700 Grad heisse Aluminium mit bis zu 6m pro Sekunde in die Formen gepresst. Die Giessmaschine hält mit bis zu 840 Tonnen Zuhaltekraft dagegen. Nur wenige Meter weiter geht es in der angrenzenden Halle in der CNC-Bearbeitung etwas kühler zu. Doch diese Abteilung ist für den Druckguss-Hersteller ebenso bedeutend für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Schliesslich liegt der Kostenanteil der CNC-Bearbeitung bei den Druckgussteilen zwischen 15 und 40 Prozent, wie Markus Günther, Vertriebsleiter bei Power-Cast Vobra erklärt.

Integration von rund 150 Spann-Vorrichtungen

Eine Brother Speedio S700X1 ist die neueste Anschaffung des Unternehmens, das am Standort Enger 85 Mitarbeiter beschäftigt. «Zusammen mit der extrem schnellen Speedio haben wir ein Bearbeitungskonzept geliefert, das die bereits vorhandene Infrastruktur einbezieht und zusätzlich deutliche Zeiteinsparungen beim Rüsten und in der QS erreicht», erklärt Rainer Voss, der als Vertriebsleiter von W&R, dem deutschen Brother Handelspartner, das Projekt betreute.

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Die Herausforderung bei dem Projekt war die Integration von rund 150 unterschiedlich grossen Spann-Vorrichtungen. Diese waren bisher über ein verschiebbares Gegenlager einer vierten Achse montiert, was zu einem erheblichen Aufwand beim Messen in der Qualitätssicherung führte. «Gleichzeitig war die Neubeschaffung einer so grossen Zahl von Spannungen allein schon aus Kostengründen keine Option», so Power-Cast Betriebsleiter Hans-Werner Zünd.

Speedio bringt 40 Prozent Zeiteinsparung

Das neue W&R-Konzept brachte sämtliche vorhanden Spannvorrichtungen per Adapterplatten auf eine einheitliche Länge. Diese sitzen nun fest auf der vierten Achse. «Durch zwei Aufspannungen pro Vorrichtungen konnten wir die fünfte Achse kostengünstig ersetzen», erläutert Voss. Von der Geschwindigkeit der Speedio hatte sich Zünd im Vorführraum von W&R in Mainz-Kastel überzeugt. Ein bereits erprobtes Fräsprogramm wurde dafür auf Brother umgeschrieben mit dem Ergebnis, dass die neue Maschine 40 Prozent Zeit einsparte.

Gesunkene Rüstzeit und Einsparung bei Qualitätssicherung

Auch im praktischen Einsatz freut sich Betriebsleiter Zünd über eine «drastisch gesunkene Bearbeitungszeit» bei der CNC-Bearbeitung mit der neuen Brother Speedio S700X1. Auch die Rüstzeit sank deutlich, zudem «sparen wir viel Zeit in der Qualitätssicherung, da mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits nach der ersten Messung die Serienproduktion starten kann.» Das effizientere Bearbeitung-Konzept hat auch die Arbeit von Vertriebsleiter Günther beeinflusst: «Damit können wir Artikel auch in anderen Segmenten, zum Beispiel in kleineren Stückzahlen anbieten.»

Für Betriebsleiter Zünd hing die Entscheidung für Brother auch mit dem Unternehmen W&R zusammen. Die bisherigen Brother-Maschinen sind bei Power-Cast teilweise seit 12 Jahren 3-schichtig im Einsatz. «Die waren auch schon schnell und zuverlässig. Hinzu kommt, dass der Service von W&R sehr zügig ist; und das obwohl wir kein Kunde sind, der 30 Maschinen in der Halle stehen hat.»

Die Anschaffung der Brother Speedio S700X1 realisierte übrigens weitere Einsparungen in anderen Segmenten: Durch den schnellen Werkzeugwechsel «konnten wir auf Sonderwerkzeuge verzichten, was gerade bei kleineren Stückzahlen zum Tragen kommt», so Zünd. Und mit Blick auf das nun deutlich dünnere Stromkabel freut sich der Betriebsleiter über «eine Energieeinsparung von rund 60 Prozent.» <<

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