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Schweizer Qualitätszulieferer 2017: Jato-Düsenbau AG «Wir machen das Unmögliche möglich»

| Autor: Anne Richter

Düsen von der Jato-Düsenbau AG sind kundenspezifisch entwickelte Lösungen für vielfältige Einsatzgebiete – überall da, wo gasförmige und flüssige Medien gezielt versprüht werden sollen. Jetzt hat das Unternehmen in die Zukunft investiert und seine Produktionsfläche verdoppelt.

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Kurze Entscheidungswege und eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden sind das Erfolgsgeheimnis der Jato-Düsenbau AG.
Kurze Entscheidungswege und eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden sind das Erfolgsgeheimnis der Jato-Düsenbau AG.
(Bild: Thomas Entzeroth)

«Unsere Stärke sind massgeschneiderte Lösungen», umreisst Roland Häfliger, Geschäftsführer der Jato-Düsenbau AG mit Sitz in Luzern Reussbühl, die Kernkompetenzen des Unternehmens. Voraussetzung für den Erfolg ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden und kurze Entscheidungswege innerhalb der Firma.

Jato-Düsen sind keine Massenware, sondern Qualitäts-Lösungen für den Nischenmarkt. Die Düsen kommen in der gesamten Welt zur Anwendung, in der Turbinentechnik, im Kraftwerkbau, in der Stahlherstellung zur Kühlung von flüssigem Stahl, im Maschinenbau und in vielen anderen Branchen wie der Lebensmittelindustrie, der Klimatechnik oder auch in der Pharmaindustrie. Nur 20 Prozent der Artikel werden in der Schweiz eingesetzt, 80 Prozent werden exportiert.

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Verschiedene Grössen, verschiedene Materialien

Mit seinem flexiblen Fertigungspark realisiert Jato Losgrössen von ein bis 2000 Stück, selten grössere Stückzahlen. Mehr als 8500 verschiedene Artikel umfasst das Jato-Produkteportfolio – von grossen Bauteilen mit bis zu 1000 mm Länge und einem Durchmesser von bis zu 200 mm bis hin zu Mikrobauteilen. Die Aussenabmessungen der kleinsten Bauteile liegen bei 0,5×2 mm. Auf den beiden Mikroerodieranlagen lassen sich Mikrobohrungen ab 20 µm in einer Tiefe von 10 bis 100D hochpräzise herstellen. Bei Jato sind viele der eingesetzten Werkzeugmaschinen Sondermaschinen, die speziell auf die speziellen Bedürfnisse konstruiert und gebaut wurden.

Das Herz der Jato ist das Werkzeugmagazin. Für Bohrer von 0,03 Millimeter Durchmesser muss man zur Lupe greifen. Es sind Zigtausende von Bohrern und Fräsern in allen Grössen und Formen, die hier, auch kurzfristig, greifbar sind und für Kundenanwendungen und Neuentwicklungen bereitstehen.

Die meisten Düsen, mehr als die Hälfte, werden aus Messing hergestellt, rund 40 Prozent aus rostfreiem Stahl bzw. in Nickel-Basis-Legierungen. Die restlichen zehn Prozent werden aus den unterschiedlichsten Materialien mit den unterschiedlichsten Bearbeitungseigenschaften gefertigt: Titan, Hartmetalle, Aluminium, Kupfer und verschiedene Kunststoffe. Aber auch Gold und Silber oder Saphire werden verarbeitet. Im Prüfraum werden alle Düsen unter praxisgetreuen Bedingungen geprüft. Das Simulieren der Düsen im praktischen Einsatz zählt zu den täglichen An- und Herausforderungen.

Produktionsfläche verdoppelt

Um mehr Kapazität für weitere Projekte zu haben, hat Jato in einen Erweiterungsbau und die Sanierung des bestehenden Gebäudes investiert. Insgesamt sind 7000 m3 hinzugekommen und die Produktionsfläche wurde verdoppelt. «Wir haben in die Zukunft investiert und jetzt eine topmoderne Produktion. Aus­serdem haben wir nun mehr Platz für Forschung und Entwicklung, speziell auch für Langzeitversuche. Das war früher nicht möglich», freut sich R. Häfliger über die neuen Möglichkeiten.

Zukunft in neuen Technologien

Bei Jato wird immer nach neuen Möglichkeiten, Wegen und auch Technologien für passende Kundenlösungen gesucht. «Grosses Potenzial für den Düsenbau sehe ich in der additiven Fertigung», erläutert R. Häfliger. «Im Düsenbau sind die Innenkonturen unglaublich wichtig. Je nach Qualitätsanforderungen kann die additive Fertigung für kleine und mittlere Serien eine wirtschaftliche Alternative zu klassischen Verfahren sein.» Seit mehreren Jahren schon kooperiert Jato mit Spezialisten auf dem Gebiet 3D-Druck und additiver Fertigung. So hat Jato auch schon Erfahrungen bei der Herstellung von Hybriddüsen gesammelt. Dabei wird die spanende Bearbeitung mit einem generativen Verfahren so kombiniert, dass ganz neue Düsenkonturen hergestellt werden können. Vorteil bei diesem Verfahren ist die bessere Zugänglichkeit der Konturen für die spanende Bearbeitung während des Aufbauprozesses des Bauteils.

«Es ist selbstverständlich, dass wir innovativ sind», fasst R. Häfliger zusammen. «Unsere Mitbewerber sind hundert Mal grösser als wir. Da müssen wir uns unterscheiden. Wir machen das Unmögliche möglich.»

  • Autorin: Anne Richter, Redaktorin

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 Anne Richter

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Redaktorin SMM