Anbieter zum Thema
Die Knoll-Anlage kombiniert den Feinstfilter Micropur mit einem Vorabscheider. Das heisst, sie enthält einen grossen Schlammräumer mit 45 000 Liter Inhalt, in dem die groben Partikel über Sedimentation ausgefiltert werden und das Öl Zeit zum Entgasen hat. Nach einer gewissen Verweilzeit wird die Flüssigkeit zum Filter gepumpt. Der filtert sie in einen Reinsttank, in dem Rückspülpumpen und Kühlerpumpen sitzen. Über den Überlauf und die Kühlerpumpen fliesst das Öl in den Reintank und wird schliesslich über Reinmedium-Pumpen zu den Maschinen gefördert. Sind alle 14 Maschinen angeschlossen, liegt der KSS-Spitzenbedarf bei 3500 l/min.
Modularer Aufbau sorgt für skalierbare Leistung
Kernbestandteil der Anlage ist der Feinstfilter Micropur, der ursprünglich aus dem Bereich des Hartmetall-Schleifens stammt. Er kommt ohne Hilfsstoffe wie Zellulose aus und enthält stattdessen rückspülbare Filterelemente, wie man sie aus anderen Bereichen der Ölfiltration kennt. Eine vergleichbare Anlage mit Anschwemmfilter würde im Jahr rund 25 t Zellulose verbrauchen. Da sich die Standardelemente aus der Hartmetallfiltration fürs HSS als nicht geeignet erwiesen, wurden für diesen Prozess spezielle Filterelemente eingesetzt. Damit erreicht Beck einen für die Präzisionsbearbeitung idealen Reinheitsgrad zwischen 3 und 5 µm.
Nur durch den modularen Aufbau des Filters gelang es, eine ausreichend leistungsfähige Anlage in den beengten Räumen der HSS-Bearbeitung zu installieren, die sich zudem noch erweitern lässt. Die Anlage umfasst sechs vollautomatische Modulkästen, von denen jeder einzelne während des Prozesses abwählbar ist. Sie ist bereits elektrisch und hydraulisch so vorbereitet, dass bei einer Maschinenerweiterung zwei zusätzliche Modulkästen installiert werden könnten.
Freikühler und frequenzgesteuerte Pumpen
Die Reinigungsanlage sorgt durch ein ausgeklügeltes Tanksystem für eine sehr genaue und gleichmässige Öltemperatur (± 0,3 °C), die – laut Frank Rieber – für beste Schleifprozesse zwischen 25 und 27 °C liegen sollte. Beck hat sich für ein intelligentes Kühlersystem entschieden, das aus einem Plattenwärmetauscher und einem Kälteaggregat mit kombiniertem Freikühler besteht. Durch die Lage von Winterlingen auf der Schwäbischen Alb, wo sehr niedrige Temperaturen herrschen, lassen sich über die Freikühlung 70 Prozent der Energiekosten sparen.
Nicht nur beim Kühler legte Beck grössten Wert auf die Energieeffizienz. Alle Nieder- oder Hochdruckpumpen dieser Reinigungsanlage werden bedarfsgerecht mit Frequenzumrichter betrieben und weisen einen sehr hohen Wirkungsgrad auf. Das bewirkt, dass der Kühlschmierstoff energieeffizient zu den Maschinen gefördert wird, wo ihn dann eine Hochdruckpumpe auf den von der jeweiligen Maschine benötigten Druck bringt.
Frank Rieber erklärt: «Unsere Fertigungsanlagen benötigen verschiedene Drücke. Der eine Prozess braucht 20 bar, der andere nur 4 bar. Hier ohne Frequenzsteuerung zu arbeiten, wäre Energieverschwendung. In der Anschaffung sind solche frequenzgesteuerten Pumpen zwar teurer, in den Gesamtkosten rechnet sich die Investition jedoch nach zwei, drei Jahren.»
Einfache, hauptzeitparallele Wartung
Das Wechseln der Filterelemente einer Knoll-Filteranlage ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Systemen. Mit dem neuen Schnellverschluss von Knoll können zwei Filterelemente in 30 Sekunden gewechselt werden. Das neu entwickelte Herzstück der Abschlammung ist ein vollautomatischer Automatikkonzentrator, der den Reststoff in 200-l-Fässer abgibt. Rund 100 kg HSS und 30 kg Schleifscheibenabtrag fallen durchschnittlich pro Tag an.
Das Ergebnis überzeugt Frank Rieber und sein ganzes Team. Er erklärt: «Die Zusammenarbeit war hervorragend und die neue Anlage – kein Vergleich zu früher. Die geforderte Filterfeinheit von 3 bis 5 µm wird erreicht, ausserdem ist sie viel einfacher und schneller zu bedienen und zu warten.» <<
(ID:32889500)
