August Manser AG setzt auf Hochleistungswerkzeuge

Zerspanen anspruchsvoller Werkstoffe

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Schweigen wie beim Appenzeller Käse

Doch als es um die Frage ging, wie man solche Werkstoffe zerspant, hüllen sich die Verantwortlichen der August Manser AG in tiefes Schweigen, als müssten sie die Gewürzmischung des Appenzeller Käses preisgeben. Das Schweigen kommt nicht von ungefähr, denn zum Zerspanen dieser exotischen Werkstoffe hat das Unternehmen Fertigungsverfahren und Know-how entwickelt, die eine wichtige Grundlage des Unternehmenserfolgs bilden.

Th. Frei schloss lediglich ein Verfahren aus: «Wir schleifen die Macor-Glaskeramik nicht. Ich kann nur so viel sagen: Die Keramik-Werkstoffe verhalten sich extrem spröde, wenn nur ein Fehler bei der Fertigung gemacht wird, bricht sofort etwas aus dem Werkstück heraus.»

Ist das überhaupt zerspanbar?

M. Manser: «Wie Sie sehen, sind wir bei den zu bearbeitenden Materialien sehr breit abgedeckt, das ist aus meiner Sicht eine unserer besonderen Stärken. Zudem sind wir im feinmechanischen Bereich unterwegs. Für uns stellt sich bei den oben angesprochenen Werkstücken und Werkstoffen oft die Frage, ist das überhaupt zerspanbar. Wenn ja, wie und mit welchen Werkzeugen, welche Schneid-Geometrien und welche Beschichtungen müssen die Werkzeuge haben. Welche Schnittwerte müssen wir fahren, welche Maschine ist optimal usw. Wenn man, wie wir, oft an die zerspanungstechnischen Grenzen geht, dann muss alles zusammenpassen. Eine Schwachstelle im Prozess – Maschine, Werkzeug oder Spannmittel – kann den gesamten Prozess zum Erliegen bringen. Die grösste Herausforderung für uns ist es, solche Prozesse mannlos prozesssicher zu realisieren.»

Abrasive Werkstoffe – hoher Werkstoffverschleiss

Th. Frei: «Das ist tatsächlich der Knackpunkt. Wenn wir die Prozesse zum Laufen bringen, und das ist die Regel, tritt bei diesem Werkstoffspektrum zum Teil sehr hoher Werkzeug-Verschleiss auf. Hier müssen wir, um die Kosten in engen Grenzen zu halten, mit dem Werkzeughersteller optimale Schneidengeometrien und Beschichtungen sondieren. Wenn Sonderwerkstoffe zerspant werden müssen, wissen oft selbst ausgewiesene Werkzeugspezialisten nicht weiter. An dieser Stelle muss ich ein grosses Lob an Vischer & Bolli aussprechen, die mit uns seit vielen Jahren sehr eng zusammenarbeiten und uns technologisch ausgezeichnet, selbst bei unseren sehr ungewöhnlichen Zerspanungsaufgaben, unterstützen.»

Mit Systematik an neue Zerspanaufgaben

Peter Zahnd: «Wir kooperieren in diesem Zusammenhang wiederum sehr eng mit OSG. OSG ist einer der grössten VHM-Werkzeughersteller der Welt und verfügt über entsprechendes Know-how. Gleichwohl, wir gehen an solche Zerspanungsaufgaben immer mit einer hohen Systematik ran. Hierfür nehmen wir unsere bisherigen Erfahrungswerte zur Hand, die in ähnlichen Zerspansituationen ermittelt wurden. Dann fahren wir entsprechende Tests mit Werkzeugen, die aus unserer Sicht ideal für die Fertigungsaufgabe geeignet sind.»

P. Feller ergänzt in diesem Zusammenhang: «Diese getesteten Daten legen wir immer systematisch ab. Wir haben so ein Fundus an Informationen und kommen in einem solch schwierigen Aufgabenumfeld relativ schnell zu effizienten Lösungen.»

Filigrane und komplexe Geometrien

M. Manser: «Werkstoffe sind eine Seite. Hinzukommen aber noch zum Teil komplexeste und filigrane Geometrien mit anspruchsvollen Toleranzwerten und Oberflächengüten. Bei diesen Anforderungsprofilen kommen Sie an technologisch hochstehenden Produktionsmitteln nicht vorbei. Das ist letztlich der Grund, warum wir im Werkzeug- und Spannmittelbereich mit Vischer & Bolli zusammenarbeiten. Sie verfügen in der gesamten Produktbreite über entsprechend qualitativ hochwertige Fertigungsmittel, aber auch hervorragende Anwendungstechniker, wie Herr Zahnd, der uns immer ausgezeichnet beraten hat.»

P. Zahnd: «Das höre ich natürlich gerne. Aber hier haben wir ein ganz spannendes Technologie­umfeld. Die August Manser AG ist ein typischer Spezialist im Zerspanen von komplexen Bauteilen. Ich erlebe es immer wieder, dass Hauptlieferanten schwierig zu fertigende Teile auswärts fertigen lassen. Dann kommen solche Know-how-Träger wie Manser zum Zug, die sich ein breites und tiefes Wissen angeeignet haben, um die Herstellung solcher anspruchsvollen Bauteilen und Baugruppen technologisch und wirtschaftlich zu beherrschen.»

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