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Beispiel 1: Doppelter Vorschub beim Schlichtdrehen
Beim ersten Beispiel handelt es sich um ein übersichtliches Bearbeitungsbeispiel. Einmal davon abgesehen, dass es sich um rostfrei und hoch wärmebeständigen Stahl handelt. Kein einfacher Werkstoff zum Zerspanen. Gleichwohl: Ähnliche Anwendungsfälle dürften bei vielen Unternehmen Zerspanungs-Alltag sein. Es handelt sich um das Schlicht-Vertikaldrehen zweier Plan- und Zylinderflächen von rotativen Werkstücken.
Für die Wolfensberger AG ist dies insofern ein wichtiger Fertigungsprozess, weil diese Bauteile die Produktion des Unternehmens über das Jahr kontinuierlich auslasten. Eine Optimierung des Fertigungsverfahrens dieser Werkstücke bringt eine massiv bessere Maschinenauslastung.
Die Wolfensberger AG setzt in diesem Zusammenhang nicht nur auf hoch prozesssichere, sondern auch auf möglichst effiziente Werkzeuglösungen, wie Raphael Küng, AVOR Zerspanungstechnik, gegenüber dem SMM betont: «Als Walter ihre ersten Tigertec-Platten entwickelt hat, haben wir sofort Versuche gefahren, die die Leistungsfähigkeit der Werkzeuge bestätigt haben. Seitdem haben wir in diese Werkzeuge vermehrt investiert.»
Verdoppelung des Vorschubs beim Schlichten
Auch in diesem konkreten Schlicht-Drehprozess kommt eine 'Tiger-tec-Platte' von Walter zur Anwendung. Allerdings mit einer besonderen Wiper-Geometrie, die beim Schlichten für eine verbesserte Produktivität sorgt. Konkret handelt es sich um den Plattentyp CNMG 120408/NF WSM20 mit einer PVD-TIALN- sowie AL2O3-Multilayer-Beschichtung. Auf der Vertikaldrehmaschine wurden bisher mit einer normalen «NF4»-Schlichtplatte für den Schlichtprozess 150 Schnittmeter bei 0,2 mm/U Vorschub und einem Schlichtaufmass von 0,25 mm gefahren.
Mit der auf Wiper-Technologie basierenden Schlichtplatte kann der Vorschub auf 0,4 mm/U erhöht werden, ohne – und das ist das Entscheidende bei dieser Anwendung – dass die Oberflächenqualität (erforderlich N7) sinkt. Das liegt an der besonderen Geometrie der Wiper-Platte. Sie ist in der Lage, die Oberfläche beim Zerspanen zu glätten.
Raphael Küng sagt dazu: «Der Schlichtprozess benötigt jetzt nur noch die Hälfte der bisherigen Zeit. Wir können somit die Maschine erheblich besser auslasten und mehr Werkstücke pro Schicht produzieren. Aus unserer Sicht ist das natürlich optimal, zumal der Aufwand praktisch null ist. Wir mussten lediglich auf die Wiper-Wendeplatten von Walter setzen und in der Steuerung den Vorschub verdoppeln. Der Zeitaufwand für die Schlichtbearbeitung reduziert sich somit fast um die Hälfte. Das wirkt sich letztlich auf eine bessere Nutzung der Maschinenkapazität aus. Das alles mit einer simplen, aber qualitativ hochwertigen Wendeplatte. Einfacher geht es nicht.»
Beispiel 2: Sonderwerkzeug-Anwendung
So weit zur einfachen Prozessoptimierung. Doch jetzt wird es komplexer: Sonderwerkzeuge sind in der Regel ein Fall für die Grossserie. Doch Sonderwerkzeuge können ihre Stärken auch in der Klein- und Mittelserienfertigung ausspielen, wie dieses Beispiel zeigt. Konkret handelt es sich um einen Grundkörper einer Nietmaschine.
Das Besondere in diesem Anwendungsfall für Wolfensberger, bei denen ein grosser Anteil anspruchsvoller Gusslegierungen vergossen werden: Es handelt sich um einen Grauguss, der sehr einfach zu bearbeiten ist.
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