Manufacturing Execution Systems >> Die Bausteine einer perfekten Produktion

Autor / Redakteur: Jochen Schumacher / Luca Meister

Fertigungsunternehmen müssen die Effizienz ihrer Produktion laufend steigern, damit sie im Wettbewerb bestehen. Oft scheinen Programme zur Kostensenkung schon ausgereizt. Doch mit schnelleren Regelkreisen in der Produktion lassen sich noch erhebliche Wirtschaftlichkeitspotenziale erschliessen. Fünf Bausteine einer perfekten Produktion zeigen, wie das in der Praxis funktioniert.

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Grafische Planung. (MPDV)
Grafische Planung. (MPDV)

Wirtschaftlichkeit allein reicht heute nicht mehr aus - Produktionsunternehmen müssen auch termintreu und flexibel sein. Diese drei Ziele beeinflussen sich gegenseitig. Mit einer hohen Flexibilität beispielsweise gehen häufige Änderungen des geplanten Produktionsablaufs einher und das erhöht nicht unbedingt die Wirtschaftlichkeit und Termintreue eines Unternehmens. Umgekehrt gilt: Ein möglichst ununterbrochener Ablauf von Arbeitsgängen ohne Umrüstaufwände steigert zwar die Wirtschaftlichkeit eines einzelnen Prozesses, beeinträchtigt aber die Termintreue und Flexibilität. Die drei Zielgrössen Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Termintreue lassen sich erst vereinbaren, wenn alle Prozesse transparent sind und dadurch schnell auf Veränderungen reagiert werden kann.

Baustein 1: Klärung des Status-Quo

Die Klärung des Status-Quo ergeht es darum, einen schnellen Überblick über die aktuellen Produktionsabläufe im Unternehmen zu erhalten, um Schwachstellen und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Ausgangspunkt ist der Eingang des Kundenauftrags. Von hier sollte der Blick auf einzelne Prozessschritte gerichtet werden und auf den Gesamtprozess. Dafür ist die so genannte Wertstromanalyse sehr gut geeignet (Rother 2004). Im Blickpunkt steht das gesamte Wechselspiel zwischen den einzelnen Prozessschritten, Unterstützungsprozessen und Informations- und Planungsabläufen – Abhängigkeiten zwischen diesen werden deutlich. Für die Beurteilung einzelner Prozesse und des Gesamtprozesses werden Kennzahlen berechnet (Baustein 2).

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Baustein 2: Prozessorientierte Kennzahlen

Kennzahlen sind ein wichtiges Instrument auf dem Weg zur perfekten Produktion, weil nur mit ihrer Hilfe Verbesserungen gemessen werden können. Erst so wird der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) sichergestellt und die Forderungen der aktuellen Zertifizierungen, wie DIN EN ISO 9001 oder ISO/TS 16949, erfüllt.

Wichtige Prozesskennzahlen sind:

  • OEE-Index: Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität und damit ein Maß für die Maschinenproduktivität und Prozesssicherheit.
  • Prozesswirkungsgrad (PWG): Verhältnis der Summe der wertschöpfenden Bearbeitungszeiten und der Durchlaufzeit.
  • Der Lean Performance Index® (LPI) ist eine Kennzahl für den aktuellen Status-Quo des Unternehmens (Schumacher/Kletti 2010). Der LPI wird errechnet, indem der Prozesswirkungsgrad (PWG) mit dem OEEges-Index multipliziert wird.

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