Suchen

125 Jahre Lehrwerkstätten Bern 125 Jahre Visionen für die Zukunft

| Redakteur: Lya Bartholet

>> 2013 feiern die Lehrwerkstätten Bern (LWB), im Volksmund «d Lädere» genannt, ihr 125-Jahr-Jubiläum. Mit einem Festakt im Kulturcasino Bern wurde der «Geburtstag» mit rund 400 Gästen würdig gefeiert. Der bernische Erziehungsdirektor Dr. Bernhard Pulver bekannte sich in seiner Festansprache zu den Lehrwerkstätten Bern.

Firmen zum Thema

Aus dem Archiv: Mechanikerhalle 1939.
Aus dem Archiv: Mechanikerhalle 1939.
(Bild: Swissmechanic)

Die LWB engagieren sich als technische Fachschule seit über 125 Jahren mit Erfolg in der beruflichen Grundbildung und der Weiterbildung. Seit Mitte der 90er Jahre werden die handwerklichen Berufe in der ehemaligen Spinnerei Felsenau ausgebildet. Im Zentrum aller Aktivitäten steht die systematische Ausbildung, die durch qualifizierte Lehrpersonen in Theorie und Praxis vermittelt wird. In fünf verschiedenen Berufsfeldern (Maschinenbau, Elektronik, Innenausbau, Metallbau und Spengler) bieten die LWB auf verschiedenen Niveaustufen interessante, abwechslungsreiche und herausfordernde technische Grund- und Weiterbildungen an.

Eine Feier mit Lernenden

Mit einer ausgeklügelten Choreografie bauten fünfzehn Lernende aus allen Bereichen der Lehrwerkstätten auf der Bühne eine Brücke. Für diesen Auftritt ernteten sie den wohl grössten Applaus des Abends. Auch sonst war die Feier durch Lernende und Studierende geprägt: Die Gartenbauschule Oeschberg sorgte für den Blumenschmuck und ein Streicherquartett, zusammengestellt aus Studierende der Hochschule für Musik, umrahmte die Feier musikalisch.

Bildergalerie

Lehrwerkstätten – flexibel und nötig

Erziehungsdirektor Dr. Bernhard Pulver betonte in seiner Festrede, dass die bernische Regierung hinter den LWB stehen und ein Abbau im Rahmen des bevorstehenden Sparpaketes ASP «nicht im Sinne des Regierungsrates wäre». Pulver betonte, dass der Kanton mit den Lehrwerkstätten Institutionen habe, welche flexibel auf einen neuen Bedarf reagieren können. «Wir können auch nicht abschätzen, wie sich die Situation auf dem Lehrstellenmarkt entwickelt. Im Moment haben wir genügend Lehrstellen im dualen System. Das kann sich aber rasch ändern, je nach Wirtschaftslage oder Migrationsströme.»

Alte Zeiten

Schulratspräsident Alfred Marthaler erinnerte die gut gelaunte Festgemeinde an vergangene Zeiten. Mit blumigen Worten schilderte er, wie während seiner Lehre an den LWB Spengler-Lehrlinge, die zu spät kamen, ihrer Klasse ein Lied vorsingen «durften». Marthaler, früherer Grossratspräsident und engagierter Spenglermeister, erzählte vom Auf und Ab der Schule, von erfolgreichen Absolventen und von markanten Ereignissen in der jüngeren Vergangenheit.

«Wir bleiben am Ball»

«Wenn der Wind des Wandels bläst, bauen die einen Mauern und die anderen errichten Windmühlen.» Mit diesem Zitat am Schluss seiner Rede wies Erziehungsdirektor Pulver unmissverständlich darauf hin, dass sich Schulen wie die LWB den Herausforderungen von heute und morgen stellen müssen.

LWB-Direktor Andreas Zysset nahm diese Forderung auf: «In der Pionierzeit der LWB lautete das Motto: Rastlos im Fortschritt». Momentan sei MINT Mathematik – Informatik- Naturwissenschaften – Technik angesagt. Gefragt sei zudem eine intelligente, nachhaltige Produktionsweise – Cleantech heisse das Schlagwort. Die LWB nähmen solche Entwicklungen laufend auf – zuletzt beispielsweise mit der Ausbildung zum Solarteur, der Fachkraft für die Solarenergie.

Viel Prominenz im Casino

Moderatorin Andrea Egger durfte sehr viel Prominenz willkommen heissen: Für das Gewerbe sprach KMU-Direktor Christoph Erb, für die Gewerkschaften Grossrätin Beatrice Stucki. Stadtratspräsident Rudolf Friedli überbrachte die Grüsse der Stadt Bern, der Rektor der Berner Fachhochschule Dr. Herbert Binggeli gratulierte in launigen Worten und Ruedi Wyler gratulierte als Präsident des «Lädere-Vereins». Daneben traf sich viel Prominenz aus Bildung, Politik und Wirtschaft im Casino. Ein junges Streicher-Quartett der Hochschule für Musik begleitete den Anlass, der unter der umsichtigen Regie von Roland Christen durchgeführt wurde. <<

(ID:42368035)