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Hervorragendes Verschleissverhalten: 30 Jahre
Die Erfahrungen, über die Bernhard Meier berichtet, sind eindrücklich: «Ich war kürzlich bei einer Revision einer Welle mit 5 Meter Länge und 800 mm Durchmesser. Die hat 30 Jahre im Wasserkraftwerk ihren Dienst versehen und musste erst jetzt revidiert werden. Vom Verfahren her ist gerade bei Genauteilen das Hartverchromen ein ganz interessantes Verfahren, weil es bei sehr geringen Prozesstemperaturen (55 °C) durchgeführt wird. Da kommt praktisch kein Verzug ins Bauteil, ganz im Gegensatz zum Auftragsschweissen.»
Verrückte Nachfrage: Küchenblech in Luxusausführung
Relativ jung ist die folgende, sozusagen exklusive Beschichtung, wie Stefan Hernandez weiss: «Meist kommen unsere Hartchromschichten als Verschleissschutzschichten auf Funktionsteile von unterschiedlichsten Pumpen aller Bereiche. Aber wir haben einen ganz neuen Geschäftsbereich, und das wird insbesondere die Leserinnen und die Ehefrauen unserer Leser interessieren. Hierbei handelt es sich um Küchen-Arbeitsplatten aus warmgewalztem, acht Millimeter dickem rostfreiem Stahl, der von uns hartverchromt wird. Wohlgemerkt technischer Hartchrom. Das ist verrückt, wie die Nachfrage nach diesen High-End-Produkten steigt. Das sind Küchen für hohe Ansprüche, ein Riesentrend, den wir gerne bedienen. Das ist für uns ein relativ junges Geschäftsfeld.» (Anm. d. Redaktion: googeln nach «hartverchromte Küchenarbeitsplatte»)
Schiffsdiesel mit St. Galler Hartchrom
Doch zurück in den klassischen Bereich. Stefan Hernandez: «Für Schiffsmotoren verchromen wir Kolbenoberteile, die einen Durchmesser bis zu einem Meter aufweisen. (Bild 5/6) Dabei handelt es sich um Stahlkolben. Das weiss fast niemand, dass hier in der Schweiz ein Weltanbieter sitzt. Viele Schiffsmotoren-Kolben werden effektiv in der Schweiz hergestellt für international agierende Schiffsmotorenhersteller. Doch bevor sie auf die grosse Fahrt gehen, laufen sie durch unser Chrombad. Die Schichtdicken der verchromten Kolbenoberteile liegen bei 400 bis 800 µm, je nach Kundenanforderung. Diese Kolbenoberteile werden anschliessend auf unseren Maschinen mechanisch feinbearbeitet.»
Zurück zum Kaffeetrinker
Ein weiterer Tätigkeitsbereich der HCWB AG ist das technische Verchromen kleinerer Werkstücke. Hier ist das Alleinstellungsmerkmal nicht mehr gegeben, der Wettbewerbsdruck deutlich höher. Gleichwohl, aufgrund der hohen Qualität und Beschichtungskompetenz der HCWB, setzten Unternehmen auf das Know-how des St. Galler Unternehmens. Im ersten Satz wurde bereits darauf hingewiesen, darunter ist ein international agierender Kaffeemaschinen-Hersteller. Hier ist das Geschäft – im Gegensatz zum internationalen Grossteilegeschäft – sehr stark in der Schweiz verankert. Die wiederum international exportiert. Eine weltbekannte Coffeeshop-Kette mit 20 000 Filialen setzt konsequent auf diese Swiss-made-Kaffeemaschinen. In diesen Kaffeemaschinen steckt das Beschichtungs-Know-how der HCWB AG. Auch hier geht es nicht um optisches Chrom, sondern um Druck-Aufbausysteme, die auf technische Chrombeschichtungen zwingend angewiesen sind. B. Meier: «Es gibt praktisch keinen Gast dieser Coffeeshop-Kette, dessen Kaffee nicht durch unseren Chrom geflossen ist. Fast jeder, der gerne Kaffee trinkt, wird bereits Kaffee getrunken haben, der durch unsere Chromzylinder gepresst wurde.»
Die kleine, aber feine Kleinteileverchromung macht zirka 10 Prozent des Gesamtumsatzes im Unternehmen aus. Nach 50 Jahren Hartverchromung in St. Gallen zeigt sich, dass das Unternehmen ein herausragendes Know-how aufgebaut hat, das seinesgleichen weltweit sucht. <<
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