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Aluminiumverband Aluminiumindustrie: mehr Effizienz, weniger Aufträge

| Redakteur: Anne Richter

>> Die Auftragseingänge schrumpften im ersten Halbjahr 2012 bei Unternehmen der Schweizer Aluminiumindustrie um knapp zehn Prozent, gab der Schweizer Aluminiumverband (alu.ch) auf seiner jährlichen Pressekonferenz am 4. September 2012 bekannt. Zwar haben die Unternehmen Investitionen getätigt und die Produktivität gesteigert, aber Einbrüche in verschiedenen Wirtschaftszweigen und Preiskämpfe belasten die Unternehmen.

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Geschäftsführer und Mitgründer von Piega Leo Greiner.
Geschäftsführer und Mitgründer von Piega Leo Greiner.
(Bild: Anne Richter, SMM)

ari. «Trotz laufender Produktivitätssteigerungen und Investitionen in neue Maschinen sowie in die Entwicklung immer komplexerer Aluminium-Leichtbauteile, mit denen die Schweizer Aluminiumindustrie vor allem im Transportwesen international eine führende Position einnimmt, mussten unsere Mitgliedsunternehmen im 1. Halbjahr 2012 eklatante Auftragseinbussen hinnehmen», gab Markus Tavernier, Präsident des Aluminium-Verbandes Schweiz, am 4. September 2012 anlässlich der jährlichen Presskonferenz bekannt. Der Anlass fand bei der Firma Piega, Hersteller hochwertiger Lautsprecherboxen aus Aluminium, in Horgen statt.

Weniger Aufträge seit 2008

Nach Aussagen den Verbandes schrumpfte das Auftragsvolumen bei den Schweizer Presswerken in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 9,4 Prozent von 33 329 Tonnen auf 30 186 Tonnen. Beim Auftragseingang im Inland betrug der Rückgang sogar 13,5 Prozent, beim Export waren es Minus sechs Prozent. «Gegenüber dem Schnitt der Jahre 2008 bis 2011 beläuft sich die Reduktion auf 5,3 Prozent», verdeutlichte Verbandsgeschäftsführer Marcel Menet.

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Innovativer Strukturguss

Gemäss einer Umfrage unter den Vorstandsmitgliedern des Aluminiumverbandes wurden befriedigende Produktionsauslastungen in erster Linie durch Ablieferungen in die Anwendermärkte Bauwesen, Verpackungen sowie Flugzeug- und Automobilindustrie erzielt. Dank innovativer Strukturguss-Leichbauteile aus Aluminium für neue energieeffiziente und umweltschonende Fahrzeuge zur Reduktion des CO2-Ausstosses entsprachen die Aufträge hier, insbesondere von deutschen PKW-Herstellern, den Erwartungen.

Solar- und Elektroindustrie stark rückläufig

Stark rückläufig verhielt sich hingegen die Nachfrage bei den Halbzeugen in der Solar-, Elektro- und Maschinenbauindustrie. Einerseits ist die rückläufige Europakonjunktur ein Grund für den Rückgang – auch die gestiegenen Exporte nach Asien und Nordamerika konnten diese Abschwächung in Europa nicht kompensieren. Andererseits gab es in diesen Anwendermärkten auch Betriebsverlagerungen von potenziellen Kunden, die mit ihrer eigenen mechanischen Fertigung ins Ausland abwanderten. Diesen Trend bekamen im Bauwesen auch die Schweizer Oberflächenveredler zu spüren.

Entfachter Preiskampf

Der Anpassungsdruck bleibt gross. «Bei den meisten Auftragsverhandlungen werden derart massive Preissenkungen von den Kunden verlangt, dass sich selbst bei Erhalt des Auftrags kaum mehr rentabel wirtschaften lässt», erklärte Verbandsgeschäftsführer Marcel Menet.

Der ungünstigen Währungs- und Konjunktursituation in Europa begegne die Schweizer Aluminiumindustrie auch im laufenden Halbjahr 2012 durch weitere innerbetriebliche Effizienzsteigerungen, das Ausweichen auf günstigere Lieferanten und Produktionsverlagerungen ins Ausland.

Aktiv auf innenpolitischer Ebene setzt sich der Aluminium-Verband Schweiz allerdings sehr wohl im Verbund mit den exportorientierten Industrieverbänden wie dem Swissmem für eine Erleichterung der Rahmenbedingungen ein. «In erster Linie führen wir in Bern parlamentarische Gespräche zu den zentralen Themen – faire Strompreise, Steuererleichterungen sowie vereinfachte Innovationsförderung – und machen unsere Mitgliedsfirmen durch Informationsveranstaltungen und Kontaktplattformen in diesen Bereichen verstärkt fit», schildert Verbandspräsident Markus Tavernier.

Höchste Klangqualität mit Aluminium

Ein Beispiel für kreativen Umgang mit dem Werkstoff Aluminium gibt die Firma Piega, Hersteller hochwertiger Lautsprecherboxen dessen Gehäuse aus Aluminium bestehen. «Wir wollten von Anfang an weg vom Holz und mit Aluminium ein schönes Design in die Wohnzimmer bringen», erzählt Geschäftsführer und Piega-Mitgründer Leo Greiner. Der erfreulichere Teil des Medienevents stand unter dem Motto «Aluminium in seinem schönsten Klang» mit der Besichtigung der Piega-Manufaktur in Horgen.

Die typisch schlanken Säulenlautsprecher des Unternehmens gehören in punkto Hörgenuss und Design weltweit zum Besten was möglich ist. Die beiden Gründer oder besser – Tüftler aus Leidenschaft – Leo Greiner und Kurt Scheuch begannen einst in einer Garage Lautsprecher zu fertigen. Ihr Hobby wurde zur Profession. Heute bewegt sich das Unternehmen an der Weltspitze mit international prämierten Produkten, die in Fachkreisen zu den «Rolls Royce» unter den Luxuslautsprechern zählen und alle Musikrichtungen mit Fülle und Feingefühl wiedergeben.

Kleine Boxen, grosse Töne

Im Wesentlichen verantwortlich für die hervorragende Klangqualität ist der von Piega bevorzugte Werkstoff Aluminium im technischen Inneren. Anstelle einer gewohnt trichterförmigen Membrane setzt Piega auf ein Bändchen-System im Hoch- und Mitteltonbereich, das auf einer ultradünnen Aluminiumfolie basiert. «Damit erreichen wir im Lautsprecher mehr Nettovolumen und die Boxen klingen grösser als sie in Wirklichkeit sind», erklärt Geschäftsführer Kurt Scheuch die für die Tonqualität kleine Boxenkonstruktion der Lautsprecher. Auch die spezielle Konstruktion des eleganten Boxengehäuses aus Aluminium ist entscheidend für das hervorragende Klangbild der Lautsprecher. Der Aluminium-Verband Schweiz durfte mit den Medienvertretern auch hinter die Kulissen von Piega schauen. Einen besonders exklusiven Moment erlebten die Anwesenden mit der ultimativen Hörpremiere des letzten Prototyps vor Serie der MasterLineSource. <<

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