Erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte investierte die Fertigungs-Center ZControlumbrunn AG in zwei Amada-Flachbettlasermaschinen der «Ventis AJ e»-Serie mit 6 kW beziehungsweise 9 kW Laserleistung. Aus technischer Sicht gehören die Anlagen zum Ausgefeiltesten, was der Lasermarkt derzeit zu bieten hat. Mit den beiden Amada-Maschinen schneidet Fertigungs-Center Zumbrunn AG Bleche mit Dicken von 0,7 bis 30 Millimetern. Dank der sogenannten LBC-Technologie erreicht die 9-kW-Laseranlage nahezu dieselben Schnittleistungen wie eine moderne 15-kW-Anlage mit konventioneller Lasertechnologie. Gleichzeitig erzielt sie hochwertigere Schnittkanten. Eine weitere technische Meisterleistung war die Integration der beiden Amada-Maschinen in die bereits bestehende, komplexe Blechlogistik.
V. l. n. r.: Sergio Mestre (Aussendienstspezialist, Amada Swiss GmbH), Rafet Osmani (Lasermaschinist), Daniel Zumbrunn (CEO und Inhaber, beide Fertigungs-Center Zumbrunn AG) und Hanspeter Müller (Geschäftsführer, Amada Swiss GmbH) vor der 9-kW-Amada-Flachbettlasermaschine im Bereich der Schwarzblechbearbeitung.
(Bild: Matthias Böhm)
Vor 32 Jahren machte sich Daniel Zumbrunn mit einer grossen Kombi-Rohr-Flachbettlasermaschine von Bystronic selbstständig. Damit gehörte sein Unternehmen zu den ersten Betrieben, die in den 1990er-Jahren auf das Laserschneiden setzten. Heute beschäftigt der metallverarbeitende Betrieb 68 Mitarbeitende.
Dass seine erste Lasermaschine von Bystronic stammte, war kein Zufall. Daniel Zumbrunn hatte zuvor beim Schweizer Laserspezialisten als Ingenieur gearbeitet und das Laserschneiden sozusagen aus konstruktiver Perspektive von Grund auf kennengelernt. Seine erste Maschine aus der Zeit der Firmengründung ist noch heute im Einsatz.
Erstmalig in zwei japanische Amada-Ventis investiert
Erstmals seit Bestehen des Unternehmens investierte die Fertigungs-Center Zumbrunn AG nun in zwei japanische Amada-Maschinen des Typs «Ventis AJ e». Sie ersetzen zwei in die Jahre gekommene Flachbettlasermaschinen.
Daniel Zumbrunn sagte gegenüber dem SMM: «Seit Juli 2025 arbeiten wir mit einer 4 × 2 Meter grossen Amada Ventis mit 6 kW im ‹Weissbereich›. Seit Februar 2026 ist zudem eine 4 × 2 Meter grosse Amada Ventis mit 9 kW im ‹Schwarzbereich› im Einsatz. Beide Anlagen sind voll automatisiert und wurden in das bestehende Blechlager integriert.» Doch der Reihe nach.
Vom Laserschneiden zum Anlagen- und Apparatebau
Aus dem ursprünglich reinen Laserunternehmen Fertigungs-Center Zumbrunn AG ist heute ein breit aufgestellter Anlagen- und Apparatebaubetrieb entstanden (siehe Kasten «Info»). Das Laserschneiden bleibt für die Fertigungs-Center Zumbrunn AG jedoch ein bedeutender Produktionsbereich. Schliesslich steht dieser Prozess ganz am Anfang der Fertigungskette und beeinflusst die Qualität der nachfolgenden Bearbeitungsschritte nachhaltig.
Der metalltechnische Bereich des Unternehmens ist grob in zwei Geschäftsbereiche unterteilt. Der Geschäftsbereich Laserschneiden sei ein sehr schnelllebiges Geschäft, erklärt Daniel Zumbrunn. Wenn heute ein Auftrag eingehe, müsse die Lieferung häufig bereits am nächsten Tag erfolgen. Er führt aus: «Deshalb müssen wir die gängigen Blechdicken und Materialien in unserem Hochregallager vorrätig haben. Dadurch ergeben sich sehr hohe Anforderungen an die Logistik, die Lagerhaltung und die eingesetzte Software.»
Rostfreier Stahl, Kupfer, Messing, Aluminium und Sonderlegierungen
Im zweiten Geschäftsbereich, dem Anlagenbau, liegen die Durchlaufzeiten zwischen zwei und sechs Wochen. Aufgrund dieser stark unterschiedlichen Anforderungen wurden die Blechfertigung – also Lasern, Biegen und Abkanten – sowie die Komponentenfertigung als eigenständige Abteilungen organisiert.
Auch bei den Materialien ist eine hohe Flexibilität gefordert. Je nach Kundenwunsch verarbeitet Fertigungs-Center Zumbrunn AG rostfreien Stahl, Aluminium und Stahlblech ebenso wie Messing, Kupfer und Sonderlegierungen. Die Blechdicken liegen zwischen 0,7 und 30 Millimetern. Die maximale Bearbeitungslänge beträgt 4000 Millimeter.
Anforderungen an den Maschinenpark
Daniel Zumbrunn erklärt: «Wegen der ständig wechselnden Auftragslage benötigen wir als Zulieferunternehmen sehr flexible Lasermaschinen. Auf ihnen müssen wir unterschiedlich dicke Bleche und verschiedene Materialien mit hoher Prozesssicherheit, Schnittgüte und Qualität bearbeiten können. Definitiv mitentscheidend war darüber hinaus, dass sich die neuen Amada-Lasermaschinen sicher in unsere bestehende Logistik – also in das Blechteilelager, das Blechhandling und das ERP-System – integrieren liessen. Dies musste sowohl software- als auch hardwaretechnisch gewährleistet sein. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass wir unsere gesamte Lagertechnik bereits im Vorfeld auf einen hochmodernen Stand gebracht hatten. Deshalb bestand in diesem Bereich kein Investitionsbedarf.»
Breit aufgestelltes Lohnfertigungsunternehmen
Die Fertigungs-Center Zumbrunn AG ist ein breit aufgestelltes Lohnfertigungsunternehmen. Das Kundenportfolio reicht vom allgemeinen Maschinenbau über Zulieferlösungen für den Hoch- und Tiefbau mit komplexen Baugruppen, den Ladenbau und die Bahntechnik bis hin zum Energiesektor sowie zum High-End-Chemie- und Pharmaapparatebau.
Seit sechs Monaten ist die 9-kW-AmadaVentis-Flachbettlasermaschine in Betrieb. Im Bild sehr gut zu erkennen: das riesige Blechteilelager und das komplexe Handlingsystem, in das die Amada-Maschine integriert werden konnte.
(Bild: Matthias Böhm)
Das Fertigungsspektrum umfasst sowohl gelaserte Einzelkomponenten als auch komplexe Schweiss-Fräskonstruktionen. Eine besondere Stärke des Unternehmens liegt in der Inhouse-Komplettfertigung. Daniel Zumbrunn erklärt gegenüber dem SMM: «Wir bieten unseren Kunden alles aus einer Hand – von der Konstruktion bis zur komplett montierten Anlage.»
Zum Leistungsspektrum gehören die Konstruktion, der Blechzuschnitt, das Abkanten und Runden, das Profilwalzen, das Schweissen sowie hochkomplexe mechanische Dreh- und Fräsarbeiten. Ergänzt wird das Angebot durch Nasslackieren, Pulverbeschichten und die Endmontage. Darüber hinaus bietet das Unternehmen das Kleben als Fügetechnik an und verfügt dafür über eine entsprechende Bahn-Zertifizierung.
Die Fertigungs-Center Zumbrunn AG ist auf die Bearbeitung von Bauteilen mit einer Länge von bis zu vier Metern ausgelegt. Dies gilt u. a. für den Zuschnitt, das Abkanten und die mechanische Bearbeitung.
Um dieses breite Leistungsspektrum abzudecken, verfügt das Unternehmen über einen grossen und hochmodernen Maschinenpark. Dazu gehören im Bereich der Blechbearbeitung:
zwei Flachbettlaser für Blechformate bis 2,0 × 4,0 Meter,
eine Rohrlaserschneidanlage für Rohre mit Durchmessern bis 600 Millimeter und einer Länge von bis zu sechs Metern,
zwei leistungsfähige Entgratungsanlagen,
eine Richtmaschine,
sechs Rundwalzmaschinen,
eine Profilbiegemaschine,
Dornrohrbiegemaschinen,
fünf Abkantpressen.
Die Schweisserei ist in einen Schwarz- und einen Weissbereich unterteilt. Dort verarbeitet das Unternehmen die Bauteile auf 3D-Arbeitstischen sowie mit zwei MAG-/WIG-Schweissrobotern, einer Laserschweisszelle und einer Orbitalschweissanlage mit Spannbank.
Für die mechanische Bearbeitung stehen zwei CNC-Drehmaschinen, zwei konventionelle Drehbänke, zwei Reiden-5-Achs-Bettfräsmaschinen sowie Fräs-Drehzentren zur Verfügung. Der Montagebereich ist neben einem Markierlaser mit einem voll klimatisierten Kleberaum ausgestattet.
Stand vom 30.10.2020
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Evaluation und Auswahl zwischen drei First-Class-Anbietern
Zur Evaluation der Lasermaschinen sagt Daniel Zumbrunn: «Für unsere Produktion benötigten wir zwingend zwei Flachbettmaschinen, um eine Schwarz-/Weiss-Trennung sicherzustellen. Im Schwarzbereich bearbeiten wir Baustahl, im Weissbereich Chromstahl beziehungsweise rostfreien Stahl und Aluminium.
In diesem Segment der Lasermaschinen gibt es drei First-Class-Hersteller, die für uns grundsätzlich infrage gekommen wären. Unser Ziel war es, uns künftig auf einen Hersteller zu konzentrieren. Dadurch sollten sich die Mitarbeitenden einfacher an beiden Lasermaschinen vertreten und untereinander besser organisieren können.»
Amada erhält den Zuschlag dank modernster LBC-Lasertechnologie
LBC-Verfahren (Locus Beam Control): Mit Spiegeltechnologie kann der Laser eine breitere Schnittfuge lasern, ohne dass seine extrem hohe Energiedichte reduziert wird. Interessant ist der Kerf-Control-Modus. Hier verbreitert LBC die Schnittfuge durch die Strahlbewegung. Amada gibt an, dass die Schnittfuge bis zu 2,3-mal breiter als bei einem konventionellen Faserlaser eingestellt werden kann.
(Bild: Amada)
Warum die Amada-Lasermaschinen den Zuschlag erhielten, begründet Daniel Zumbrunn wie folgt: «Es war ein Technologieentscheid, konkret die von Amada entwickelte LBC-Lasertechnologie (LBC – Locus Beam Control). Auf diese Technologie werden wir später noch eingehen. Sie ist für die sehr hohen Schnittgeschwindigkeiten und die hohe Kantenqualität der Anlagen mit 6 kW und 9 kW Leistung verantwortlich. Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie eine 9-kW-Ventis-Laseranlage 30 Millimeter dickes Blech (rostfrei und Stahl) schneiden konnte. Die Schnittgeschwindigkeit war ähnlich hoch wie bei einer konventionellen 15-kW-Anlage, die Schnittqualität war sogar besser. Heute weiss ich, dass dafür die LBC-Technologie verantwortlich ist. Mit der 6-kW-Ventis-Anlage schneiden wir rostfreie Bleche mit einer Dicke von bis zu 20 Millimetern prozesssicher – ebenfalls mit sehr guter Schnittqualität und hoher Schnittgeschwindigkeit. Solche Schnittleistungen hatte ich mit 6-kW- und 9-kW-Lasermaschinen bisher noch nicht gesehen. Aus laser- und fertigungstechnologischer Sicht waren die Amada-Ventis-Maschinen für uns deshalb definitiv die erste Wahl. Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine vergleichbare Lösung auf dem Lasermarkt.»
LBC-Verfahren für kleine Bohrungen
Das LBC-Verfahren kann genutzt werden, um kleine Bohrungen bis D = 2,5 mm zu fertigen, ohne dass die gesamte Maschineneinheit verfahren werden muss. Diese Möglichkeit ist nach Aussage von Daniel Zumbrunn sehr effizient und schont aus seiner Sicht die Maschine.
Das Maximum liegt bei zirka acht Löchern pro Sekunde. Das ist eine praktische Funktion, die ideal ist für kleinere Serien, wenn sich Stanzverfahren nicht lohnen würden. Anwender können die LBC-Technologie aber auch nutzen, um die Ecken abzurunden.
Mit 6-kW-Ventis-Laser 30 mm dickes Stahlblech schneiden
Hanspeter Müller (Geschäftsführer, Amada Swiss GmbH): «Als Repräsentant der Schweizer Amada-Niederlassung freue ich mich natürlich über ein derart positives Kundenfeedback. Vielleicht kann ich noch eine Ergänzung anbringen: Tatsächlich haben wir in unserem Solution Center bei Amada Italien mit den 6-kW-Ventis-Lasermaschinen ebenfalls bereits 30 Millimeter dickes Stahlblech geschnitten.»
Sergio Mestre: «Wie Daniel Zumbrunn richtig sagt, sind solche Schnittleistungen mit 6-kW- beziehungsweise 9-kW-Anlagen ohne unsere LBC-Technologie nicht realisierbar. Eine Mitbewerbermaschine mit konventioneller Lasertechnologie benötigt für vergleichbare Blechdicken und Vorschubgeschwindigkeiten 15 kW. Diese Leistungen erreichen wir mit der 9-kW-Ventis-Anlage.»
Klassische Lasertechnik versus LBC-Technologie
Doch wie kommt es zu dieser hohen Schnittgeschwindigkeit trotz der verhältnismässig geringen Laserleistung? Dazu muss man etwas ausholen. Beim Laserschneiden benötigt man einen scharf fokussierten und energiedichten Laserstrahl mit einem möglichst kleinen Durchmesser. Ein stark gebündelter Strahl ist insbesondere deshalb vorteilhaft, weil dadurch schmale Schnittfugen entstehen können. Schmale Schnittfugen sind aber nicht immer sinnvoll.
Denn bei dickeren Blechen sind aufgrund des Teilehandlings breitere Schnittfugen erforderlich. Bei klassischen Laserschneidverfahren wird der Laserstrahl deshalb weniger stark gebündelt. Dadurch verliert er an Energiedichte.
Das bedeutet bei klassischer Lasertechnologie: Je dicker das zu schneidende Blech ist, desto breiter und weniger fokussiert muss der Laserstrahl ausgelegt werden. Dadurch sinkt die Energiedichte, was wiederum zu einer geringeren Vorschubgeschwindigkeit führt.
Neue Lasertechnologie sorgt für Technologiesprung
Hier setzt die LBC-Technologie von Amada an. Während des gesamten Laserschneidprozesses wird ein stark fokussierter Laserstrahl eingesetzt – unabhängig von der Breite der zu erzeugenden Schnittfuge.
Das LBC-Verfahren basiert auf einer dynamischen Ablenkung des Laserstrahls. Über Spiegel wird ein definiertes Pendelmuster erzeugt. Dabei kann es sich beispielsweise um Kreise, Halbkreise oder vergleichbare Bewegungsmuster handeln. Diese werden jeweils optimal auf die zu bearbeitende Blechdicke und das jeweilige Material abgestimmt. Die Strahlpendelmuster lassen sich somit für jede Blechdicke und jedes Material individuell anpassen. Mit dem LBC-Verfahren können Schnittfugen mit einer Breite von bis zu 2,5 Millimetern erzeugt werden.
Vier von fünf verkauften Lasermaschinen sind LBC-Ventis
Auf die Frage, seit wann es die LBC-Technologie gibt, antwortet Hanspeter Müller: «Ich muss hier etwas ausholen. Als Amada die LBC-Lasertechnologie im Jahr 2020 auf den Markt brachte, war uns zunächst überhaupt nicht bewusst, wie leistungsfähig dieses Verfahren tatsächlich ist. Wir dachten: ‹Na und? Ein bisschen den Laserstrahl mit einem Spiegel ablenken – wen interessiert das schon?› Doch die LBC-Technologie hat sich sehr schnell zu einer durchschlagenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Heute sind vier von fünf verkauften Lasermaschinen LBC-Ventis-Laser. Die LBC-Lasertechnologie eignet sich für unterschiedlichste Materialien und Anwendungen – ob Hardox, sandgestrahlte Bleche, Aluminium oder rostfreier Stahl. Mit 9 kW erreichen wir Schnittleistungen, die sonst 15-kW-Lasermaschinen vorbehalten sind. Der Hintergrund ist, wie oben beschrieben, die sehr hohe Leistungsdichte des Laserstrahls.»
Amada: Lasermodultechnologie mit hoher Laserstrahlqualität
Sergio Mestre (Verkaufs- und Aussendienstmitarbeiter, Amada Swiss GmbH) ergänzt: «Amada war weltweit einer der ersten Lasermaschinenhersteller, der einen eigenen Faserlaser speziell für das Blechschneiden entwickelt hat. Das Besondere an den Ventis-Maschinen ist jedoch, dass sie nur mit einem einzigen Hochleistungs-Diodenmodul ausgestattet sind. Genau diese Lasermodultechnologie ist aufgrund ihrer Laserstrahlqualität für das LBC-Verfahren geeignet. Lasersysteme, bei denen mehrere Module zu einem Strahl gebündelt werden, können mit einem solchen Verfahren nicht in gleicher Weise gelenkt werden. Durch die Pendelbewegung des Laserstrahls eröffnet das LBC-Verfahren Einsatzmöglichkeiten, die bei Festkörperlasern bisher nicht möglich waren.»
Abschliessend sagt Daniel Zumbrunn: «Durch die LBC-Strahlregelung entsteht ein sehr sauberer und gratfreier Schnitt auch bei grösseren Materialstärken, vor allem bei Aluminium und rostbeständigem Material – und dies bei doch relativ geringer Laserleistung. In der weiteren Verarbeitung ist dies für die Qualität entscheidend und reduziert unseren Nacharbeitsaufwand deutlich.»
Handling und Automation
Damit war der erste Teil der Aufgabe gelöst. Nun musste noch die logistische Integration der Laserschneidanlagen umgesetzt werden.
Daniel Zumbrunn erklärt: «Matchentscheidend war die vollumfängliche Integration der Laserschneidanlagen in unsere bestehenden Handling- und Lagersysteme. Ebenso wichtig war die Einbindung in unser ERP-System, über das die Schneidaufträge an die Amada-Maschinen gesteuert werden. Wir haben die Systemtechnologien gemeinsam mit unserem langjährigen Berater sehr genau evaluiert. Seine grosse Stärke bestand darin, dass er sowohl mit der Amada-Systemtechnik als auch mit unseren bestehenden Blechlagersystemen und der Automation hervorragend vertraut war. Gemeinsam mit ihm hatten wir bereits zuvor unsere Lagerlogistik auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Aufgrund seiner Expertise konnten wir zuverlässig beurteilen, dass sich die beiden Amada-Maschinen in unsere bestehenden Logistik- und Handlingsysteme integrieren lassen würden.
Letztlich mussten drei verschiedene Hersteller miteinander vernetzt werden. Beim Handlingsystem handelt es sich um eine Lösung von Bystronic. Zudem verfügen wir über ein Lagersystem von Remmert. Die neuen Lasermaschinen stammen, wie bereits erwähnt, von Amada. Nicht zu vergessen ist das ERP-System. Es übernimmt die übergeordnete Steuerung. Wir steuern die gesamte Anlagensystematik über das ERP-System. Dort sind die Bleche, die Materialien, die Schneidprogramme und selbstverständlich auch die Termine hinterlegt. Auf der Grundlage dieser Daten werden die Aufträge an die Amada-Maschinen verteilt.»
Automation und Einbindung in die bestehende Systemlandschaft
Der Datenaustausch zwischen den Lasermaschinen, der Automation, dem Blechlager und dem ERP-System erfolgt heute über definierte Schnittstellen. Die 6-kW-Ventis ist über ein Be- und Entladesystem mit dem Blechlager verbunden. Auf dieser Anlage können unterschiedlichste Materialien und Materialstärken mannlos bearbeitet werden. Das geschnittene Material wird anschliessend zusammen mit dem Restgitter wieder in das Lager zurückgeführt und muss dort von Hand vereinzelt werden.
Bei der 9-kW-Ventis verfügt Fertigungs-Center Zumbrunn AG über eine Zelle, in der die geschnittenen Teile automatisch abgeräumt und palettiert werden. Gleichzeitig wird das Restgitter direkt in die Schrottcontainer entsorgt und dabei materialgetrennt sortiert.
Vorzeigeintegration von Amada-Flachbettlasermaschinen?
Auf die Frage, ob es sich aus Sicht von Amada um eine Vorzeigeintegration in Fremdsysteme handle, antwortet Hanspeter Müller: «Aus rein technischer Perspektive lautet die Antwort definitiv ja. Das Unternehmen Fertigungs-Center Zumbrunn AG hat hier eine vorbildliche Integration unserer Lasermaschinen realisiert. Dabei spielt sicherlich auch das ausserordentlich hohe Know-how des Unternehmens eine wesentliche Rolle. Der Spezialist, der diese Integration umgesetzt hat, ist übrigens ein ehemaliger Amada-Mitarbeiter. Er weiss deshalb sehr genau, was technisch machbar ist. Jetzt kommt ein kleines ‹aber›: Aus Sicht von Amada – also aus der Perspektive eines Herstellers kompletter Blechbearbeitungslösungen – sind wir jedoch immer vorsichtig, wenn ein Produktemix entsteht. Ich verstehe natürlich, dass man ein bestehendes Hochregallager nicht einfach ersetzt. Insofern ist es auch eine Auszeichnung für Amada, dass Fertigungs-Center Zumbrunn AG diesen Weg gegangen ist, erstmals in Amada-Maschinen investiert und sich der Herausforderung gestellt hat, die neuen Anlagen in die bestehende Logistik zu integrieren.»
Fazit fällt eindeutig positiv aus
Zur Erinnerung: Als die SMM-Redaktion vor Ort war, liefen die beiden Lasermaschinen seit rund einem Jahr (Ventis mit 6 kW) beziehungsweise sechs Monaten (Ventis mit 9 kW). Auf die Frage, ob er bei einer erneuten Investition aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen etwas anders machen würde, antwortet Daniel Zumbrunn eindeutig: «Definitiv nein. Zunächst muss ich allerdings festhalten, dass die beiden Laseranlagen noch relativ jung sind und bisher keine nennenswerten Störungen oder Ausfälle aufgetreten sind. Die bisherigen Reaktionszeiten sowie die Einsätze der Techniker entsprechen vollumfänglich meinen Vorstellungen. Die Mitarbeitenden von Amada kennen ihre Maschinen und gehen selbstständig sowie systematisch vor. Bei Investitionen hängt der nachhaltige Erfolg massgeblich davon ab, dass die Rahmenbedingungen und die Anforderungen an das System frühzeitig und eindeutig definiert werden. Dank der sorgfältigen Anforderungsdefinition konnten wir gemeinsam mit der Firma Amada die für uns passenden Laserschneidanlagen auswählen. Das Zusammenspiel zwischen Beratung, Verkauf, Lieferung und Inbetriebnahme hat hervorragend funktioniert. Wir blicken deshalb wirklich positiv auf die bisherige Realisierung und Produktion und sind sehr zuversichtlich für die Zukunft.»