Digitalisierung Audi feilt an vollständig vernetzter Fabrikation

Redakteur: Bernd Maienschein

Der Audi-Standort Neckarsulm ist das erste Werk im Volkswagen-Konzern, das die Radiofrequenz-Identifikations-(RFID-)Technologie im gesamten Produktionsprozess einsetzen wird.

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In Neckarsulm nutzt Audi die RFID-Technologie zur Fahrzeugidentifikation durchgängig im gesamten Produktionsprozess. Prozesse werden so gewerkeübergreifend vernetzt.
In Neckarsulm nutzt Audi die RFID-Technologie zur Fahrzeugidentifikation durchgängig im gesamten Produktionsprozess. Prozesse werden so gewerkeübergreifend vernetzt.
(Bild: Audi)

Mit dem ersten gewerkeübergreifenden Einsatz von RFID-Technologie geht Audi mit Riesenschritten in Richtung Digitalisierung von Logistik und Produktion. Bei der Fertigung des vollelektrischen Audi e-tron GT im baden-württembergischen Neckarsulm wird dazu eine Weiterentwicklung des RFID-Datenträgers eingesetzt.

Der Standort Neckarsulm nimmt eine führende Rolle im Bereich digitale Produktion und Logistik ein und entwickelt und erprobt digitale Lösungen für den gesamten Konzern.

Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik

Schon beim ersten Fertigungsschritt im Karosseriebau erhält in Neckarsulm jedes Fahrzeug am rechten Hinterwagen einen Tag, der es bis zur Auslieferung an den Kunden begleitet. Wo bisher teilweise noch Papierdokumente genutzt wurden, erledigen das jetzt Bits und Bytes. Christian Schmidt, der im Rahmen der Digitalisierung von Produktion und Logistik Projektverantwortliche am Standort Neckarsulm: „Mit dem durchgängigen Einsatz der RFID-Technologie am Fahrzeug durch den gesamten Produktionsprozess schaffen wir als erster Hersteller überhaupt die Bereitstellung aller relevanten Daten mit einem einzigen Datenträger, vollkommen digital und in Echtzeit.“

Mithilfe eines Lesegeräts werden für den jeweiligen Produktionsschritt wichtige Fahrzeuginformationen über den Datenträger abgerufen.
Mithilfe eines Lesegeräts werden für den jeweiligen Produktionsschritt wichtige Fahrzeuginformationen über den Datenträger abgerufen.
(Bild: Audi)

Und wie profitiert die Logistik vom bereichsübergreifenden RFID-Einsatz? Der Datenträger wird dort beispielsweise genutzt, um die Autos zu lokalisieren und zu identifizieren, damit jedes Fahrzeug richtig ausgeliefert werden kann. Die Logistikmitarbeiter können dabei von einer Drohne unterstützt werden, die autonom die riesige Fahrzeugversandfläche überfliegt und die relevanten Daten einsammelt.

RFID-Datenträger direkt auf Metall

Zum ersten Mal überhaupt innerhalb des Volkswagen-Konzerns kommt seit dem Produktionsstart des vollelektrischen Audi e-tron GT Ende 2020 ein sogenanntes „On Metal Tag“ (OMT) in der RFID-Umgebung zum Einsatz. Der bisher nötige Abstand zwischen RFID-Tag und Karosserie ist dabei nicht mehr notwendig, ganz im Gegenteil: Der neuartige Datenträger nutzt die Karosserie des Elektroautos als erweiterte Antenne – das soll künftig Standard werden.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal mm-logistik.vogel.de

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