Auf Leistung getrimmt

| Redakteur: Anne Richter

Mit dem CNC-Drehtisch von Lehmann kann das Werkstück stets in die optimale Bearbeitungsposition geschwenkt werden. Durch seine Stärken in puncto Schnelligkeit, Stabilität und Präzision konnte Bimu S.A. die Bearbeitungszeiten deutlich reduzieren.
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Mit dem CNC-Drehtisch von Lehmann kann das Werkstück stets in die optimale Bearbeitungsposition geschwenkt werden. Durch seine Stärken in puncto Schnelligkeit, Stabilität und Präzision konnte Bimu S.A. die Bearbeitungszeiten deutlich reduzieren. (Bild: Lehmann)

>> Der Werkzeughersteller Bimu aus dem Berner Jura hat sein dreiachsiges Vertikal-Bearbeitungszentrum VF-2SS von Haas mit einem zweiachsigen CNC-Drehtisch von Lehmann ausgestattet. Neben den grundsätzlichen Vorteilen der Fünfachsigkeit lobt der Geschäftsführer vor allem die Leistungsdaten des Lehmann-Tisches, die gegenüber alternativen Lösungen zu einer Produktivitätssteigerung um 25 Prozent beigetragen haben.

François Beurret ist seit 40 Jahren in der Metallbearbeitung zuhause: viele Jahre in verantwortlicher Position bei einem Werkzeugmaschinenhersteller, dann als Geschäftsführer eines Handelsunternehmens und schliesslich seit 20 Jahren als Eigentümer des Schweizer Werkzeugherstellers Bimu S.A., Tavannes. Das über die Jahre gesammelte Know-how kommt ihm mehrfach zugute: Zum einen kennt er die Bedürfnisse seiner Kunden im Werkzeugbereich genau. Zum anderen weiss er bestens, wie er seine eigene Produktion optimieren kann. Bimu S.A. bietet ein breites, innovatives Standardsortiment von Wendeplatten für das Automatendrehen, verschiedenste Halter sowie weiteres Zubehör für Drehautomaten an. Ein Grossteil des Umsatzes – den Vertrieb übernehmen länderspezifische Händler – stammt aus dem Export in 20 Länder. Als einzelnes Abnehmerland steht Deutschland an erster Stelle. Neben dem klassischen Vertrieb über Händler ist Bimu auch mit grossen Drehautomaten-Herstellern wie zum Beispiel Tornos, Tsugami, Star und Citizen in engem direktem Kontakt und teilweise in deren Katalogen als Ausrüster vertreten.

Hohe Fertigungstiefe schafft Flexibilität

Geschäftsführer François Beurret erklärt: «Wir entwickeln nahezu alle Produkte selbst und haben eine sehr hohe Fertigungstiefe. Dadurch, dass wir ein kleines Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern sind, können wir sehr flexibel auf Kundenwünsche reagieren. So stammen insgesamt etwa 50 Prozent aus dem Bereich Sonderwerkzeuge, die wir ganz speziell nach Werkstückvorgaben anfertigen.» Die Kunden stammen vorwiegend aus den Bereichen Medizin- und Dentaltechnik, der Uhren- und Automobilbranche. Deren Ansprüche sind hoch. «Doch wir sind nicht nur für unsere Flexibilität, sondern auch für unsere Qualität bekannt», berichtet François Beurret voller Stolz. «Dementsprechend legen wir grossen Wert auf eine moderne, hochwertige Produktionsausrüstung.»

Seit 20 Jahren gibt es Bimu S.A., und 20 CNC-Maschinen stehen in der Fertigungshalle. Keine ist älter als acht Jahre. Die Bearbeitungszentren stammen heute durchwegs vom US-amerikanischen Hersteller Haas Automation. Nach Meinung und Erfahrung von François Beurret sind diese Bearbeitungszentren besonders zuverlässig und einfach zu bedienen: «Haas ist weltweit einer der grössten Werkzeugmaschinenhersteller. Durch das hohe Produktionsvolumen bekommen wir gute, ausgereifte Maschinen zu einem fairen Preis.» Tatsächlich ist Haas Automation enorm erfolgreich. Im Jahr 2012 produzierte das Unternehmen mehr als 13 300 CNC-Werkzeugmaschinen und erreichte einen Umsatz von über 967 Millionen US-Dollar.

Komplettbearbeitung durch 5-Achs-Technik

Eine für die Werkzeugproduktion bei Bimu eingesetzte Haas-Maschine ist das vertikale Super-Speed-Bearbeitungszentrum VF-2SS mit Verfahrwegen von 762 x 406 x 508 mm in X-, Y- und Z-Achse (weitere interessante Maschinendaten: SK-40-Spindel, 22,4-kW-Vektorantrieb; 12 000 U/min; Inline-Direktantrieb; seitlich angeordneter «High-Speed»-Werkzeugwechsler mit 24+1 Magazinplätzen; Eilgänge bis zu 35,6 m/min). Für die Bimu-spezifische Bearbeitung hat François Beurret den Maschinentisch mit einem zweiachsigen Schwenk-Rundtisch ausgestattet. Er erklärt: «Viele unserer Bauteile, ob Werkzeuge oder Werkzeughalter, müssen von allen Seiten bearbeitet werden. Dafür ist die fünfachsige Bearbeitung optimal geeignet. So können wir meist auf eine zweite oder gar dritte Spannung verzichten, woraus höhere Genauigkeit und geringeres Fehlerrisiko resultieren.»

3+2-Achs-Lösung statt 5-Achs-Bearbeitungszentrum

Die Investition in ein reines 5-Achs-Zentrum lehnte François Beurret schon aus Kostengründen ab: «Eine 3+2-Achs-Lösung ist deutlich preisgünstiger und von der Leistung her völlig ausreichend. Ausserdem liegen bei reinen 5-Achsen-Maschinen die vierte und fünfte Achse üblicherweise im Maschinentisch, was nachteilige Störkanten verursacht.»

Ergänzendes zum Thema
 
Wichtige Daten zum im Artikel beschriebenen TF-507510.LL varioX:
 
Innovative Schweizer Drehtischtechnik

Ein weiterer wesentlicher Pluspunkt der 3+2-Lösung ist in den zu bewegenden Massen zu erkennen. Während eine 5-Achs-Maschine den kompletten Maschinentisch samt Werkstück beschleunigen und abbremsen muss, bewegen sich bei einer aufgesetzten Ein- oder Zwei-Achs-Anlage nur die Drehachsen mit dem Werkstück, also deutlich geringere Massen. Auch der Stromverbrauch ist dadurch geringer.

Lehmann-Drehtisch-Technik sorgt für weitere Einsparungen

Mit einem auf Fünfachsigkeit aufgerüsteten Haas-Bearbeitungszentrum sammelten die Bimu-Mitarbeiter schon seit einigen Jahren durchaus positive Erfahrungen. Stets um maximale Qualität und Effizienz bemüht, erkannten sie jedoch beim ursprünglichen zweiachsigen Drehtisch noch Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich der Achsgeschwindigkeiten und Haltekräfte.

François Beurret sah sich nach Alternativen um. Beim Schweizer Unternehmen pL Lehmann wurde er fündig: «Die CNC-Drehtische der 500er Serie sind sehr kompakt gebaut und auch vom Design her ansprechend. Dazu kam, dass die Achsen eine wesentlich höhere Spannkraft aufweisen als unsere bisherige Lösung. Ausserdem sind sie dynamischer und schneller.» Daher entschied er sich, den ursprünglichen Schwenk-Drehtisch gegen einen neuen zweiachsigen CNC-Drehtisch von Lehmann auszutauschen.

pL Lehmann hat für seine Produktserie 500 das Baukastensystem «combiFlex» entwickelt, aus dem sich je nach Anforderung der passende CNC-Drehtisch zusammenstellen lässt. Die Bimu-Mitarbeiter wählten den Typ TF-507510.LL varioX. TF steht für einen zweiachsigen, einspindligen Drehtisch, der CNC-gesteuert schwenkbar ist. Er wird ohne Gegenlager, also «fliegend» aufgebaut und eignet sich ideal zur Bearbeitung von Uhrengehäusen, medizintechnischen Teilen, Zahnimplantaten, Kleinteilen für Vergaser, Turbinen usw. 507510 gibt die Baugrösse der beiden Achsen an, und der Zusatz varioX bedeutet, dass der Drehtisch in der Höhe verstellbar ist und sich mit Distanzstück für grössere Werkstückdurchmesser nutzen lässt.

Nach einigen Monaten Erfahrung sieht sich der Bimu-Geschäftsführer in seiner Entscheidung bestätigt: «Der neue Lehmann-Drehtisch ist dem bisherigen in den Punkten Schnelligkeit, Stabilität und Präzision überlegen. Daraus resultieren eine bessere Oberflächengüte und Masshaltigkeit.» Auch der Werkzeugverschleiss ist geringer geworden. Und das Wichtigste: «Letztendlich konnten wir die Bearbeitungszeit beim gleichen Bauteil auf der gleichen Maschine um rund 25 Prozent reduzieren.» <<

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