Hausausstellung

Auftragen und Zerspanen in einer Maschine

| Redakteur: Anne Richter

Hergestellt im MPA-Verfahren: Welle mit Kühlkanal aus 1.2344.
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Hergestellt im MPA-Verfahren: Welle mit Kühlkanal aus 1.2344. (Bild: Hermle)

>> Auf seiner Hausausstellung stellte Hermle seinen Kunden eine neue generative Fertigungstechnologie vor und präsentierte ausserdem ein neues 5-Achs-Bearbeitungszentrum und weitere Neuentwicklungen. Das Deutsche Maschinenbauunternehmen aus Gosheim blickt auf ein Rekordjahr 2012 zurück.

ari. Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG aus Gosheim in Baden-Württemberg führte vom 24. bis 27. April 2013 seine bisher erfolgreichste Hausausstellung durch. An den vier Messetagen strömten rund 2500 Besucher von etwa 1000 Firmen durch das mit über 30 Maschinen ausgestattete Technologie- und Schulungszentrum. Das Unternehmen freute sich vor allem über den hohen Anteil internationaler Gäste aus über 50 Ländern, die selbst Anreisen aus USA, Brasilien, Korea, China, Russland, Israel und einigen weiteren asiatischen Ländern nicht scheuten. Und es waren auch Gäste aus fast allen EU-Ländern mit grösseren Reisegruppen vor Ort.

Ausschliesslich für bestehende Kunden

Als Highlight der Hausausstellung präsentierte die neue MPA-Technologie (Metall-Pulver-Auftragsverfahren) ein generatives Fertigungsverfahren, welches Hermle ausschliesslich seinen Kunden als Dienstleistung anbietet. Anbieter der Technologie ist die Hermle Maschinenbau GmbH mit Sitz in Ottobrunn in München, eine hundertprozentige Tochter der Hermle AG. Mit der MPA-Technologie können Geometrien aus Metallpulver erzeugt werden, die zerspanend nicht oder nur teilweise gefertigt werden können, die aber unter Produktionsbedingungen eingesetzt werden können.

Die MPA-Technologie ist ein thermisches Spritzverfahren für Metallpulver. Es ermöglicht die generative Fertigung von grossvolumigen Bauteilen mit nahezu beliebiger Innengeometrie. Für den Materialauftrag werden Pulverpartikel über ein Trägergas auf sehr hohe Geschwindigkeiten beschleunigt und über eine Düse auf das Substrat aufgebracht. Die Auftragseinheit für das Metallpulver ist in ein Hermle-5-Achsen-Bearbeitungszentrum integriert. Damit wird die bewährte Hermle-Zerspanungstechnik um die vielfältigen Möglichkeiten der generativen Fertigung erweitert.

Neues 5-Achs-BAZ und neuer Palettenwechsler

Auf grosses Besucherinteresse stiessen auch weitere vorgestellte Messeneuheiten, wie die C 32 – ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum für alle Branchen, in denen höchste Präzision gefordert wird – und auch der Palettenwechsler PW 3000, der in der Hermle-eigenen spanenden Fertigung unter Produktionsbedingungen vorgeführt wurde. Die C 32 bearbeitet hochdynamisch und simultan auf fünf Achsen bis zu 1000 kg schwere Werkstücke. Der Palettenwechsler PW 3000 ermöglicht eine Automatisierung bei der 5-Achs-Bearbeitung schwerer Bauteile mit einem Gesamtgewicht inklusive Palette von drei Tonnen. Auf allen ausgestellten Maschinen wurden interessante Bearbeitungen aus unterschiedlichsten Branchen präsentiert, um die Vielseitigkeit und die verschiedensten Einsatzgebiete von Hermle-Bearbeitungszentren aufzuzeigen. Die angebotenen Betriebsführungen wurden fast von allen Besuchern genutzt, um sich ein Bild über den Fertigungs- und Montageprozess der Hermle-Bearbeitungszentren zu machen. Auch konnte die Servicehotline, die Ausbildungsabteilung und das Versand- und Logistikzentrum besichtigt werden.

Software für effiziente Schwerzerspanung

In der Sonderschau «Spanntechnik» präsentierten sich über 30 namhafte Aussteller rund um den Bereich Spanntechnik. Mit über 15 Firmen war der Bereich CAD/CAM und Software vertreten. Zu weiteren Ausstellern zählten die beiden Steuerungshersteller Heidenhain und Siemens. Erstmals wurde bei Hermle live das Heidenhain-Softwarepaket «Dynamic Efficiency» für die bekannten TNC-Steuerungen gezeigt. Damit wird die Zerspanung – insbesondere die Schwerzerspanung – noch effizienter: höheres Zeitspanvolumen bei optimierter Bearbeitungszeit, schont die Maschinenmechanik und erhöht die Werkzeugstandzeit.

Rekordjahr 2013, hohe Auftragseingänge

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 erzielte die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG einen neuen Umsatzhöchstwert und konnte das Ergebnis weiter steigern. Hermle gibt an, den Konzernumsatz 2012 nach vorläufigen Berechnungen auf den Rekordwert von rund 302 Mio. Euro zu steigern (Vj. 269,3) und dabei das Auslandsgeschäft kräftig auszuweiten. Dank der ausgewogenen Modellpolitik waren alle Maschinenreihen gleichermassen gut gefragt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte auf etwa 63 Mio. Euro (Vj. 55,5) und der Jahresüberschuss auf ca. 46 Mio. Euro (Vj. 41,0). Insgesamt erhielt Hermle 2012 konzernweit neue Bestellungen im Wert von rund 306 Mio. Euro (Vj. 319,6). Der Auftragsbestand stieg per 31.12.2012 gegenüber dem Vorjahresstichtag weiter auf ca. 87 Mio. Euro (Vj. 83,6) an. Auch in den ersten Wochen 2013 verzeichnete das Unternehmen eine erfreulich hohe Nachfrage, wobei das Unternehmen von einer Beruhigung im weiteren Geschäftsjahr ausgeht, aufgrund der bevorstehenden Wahlen in Deutschland und der allgemeinen europaweiten Verunsicherungen. <<

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