PET-Recycling vom Feinsten Aus Alt mach Neu

Redakteur: Silvano Böni

>> PET ist als Verpackung für Getränke allgegenwärtig. Der Thermoplast lässt sich etwa beim Bottle-to-Bottle-Recycling sehr gut wiederverwenden, eignet sich aber auch für Folien-Verpackungen. Auf letztere hat sich Starlinger Viscotec spezialisiert und entwickelt High-End-Maschinen. Die benötigte Steuerungstechnik dazu liefert B&R.

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Die vollautomatische Folien-Produktionsanlage ViscoSheet von Starlinger Viscotec wandelt hundertprozentiges Recycling-PET zu lebensmitteltauglichen Folien um.
Die vollautomatische Folien-Produktionsanlage ViscoSheet von Starlinger Viscotec wandelt hundertprozentiges Recycling-PET zu lebensmitteltauglichen Folien um.
(Bild: Starling Viscotec)

Das österreichische, in Familienbesitz stehende Unternehmen Starlinger ist ein führendes Unternehmen im Bereich Maschinen- und Prozesstechnologie für gewebte Kunststoffsäcke. Im Jahr 2000 gründete Starlinger eine eigene Recycling-Sparte, die sich mit der Entwicklung von Technologien und Maschinenlösungen für das effiziente Recyceln von verschiedenen Kunststoffen, wie PE, PP, PA, PS und PET, beschäftigt. Die Techniker von Viscotec entwickelten dazu einen Reaktor für Festphasenpolykondensation (SSP – Solid State Polycondensation), der stark verschmutztes Ausgangsmaterial dekontaminiert und in hochsauberes PET-Material umwandelt.

Hohe Reinheit trotz starker Verschmutzung

«Der Clou unserer Lösung liegt darin, dass wir die Verweilzeit jedes Partikels im Prozess garantieren können. Das unterscheidet unser System ganz wesentlich von vielen anderen», erklärt Christoph Niederhuber, Area Sales Manager für den lateinamerikanischen Markt. «Bei unserem Prozess gibt es keine Durchmischung des Materials. Dadurch erreichen wir selbst bei stark verunreinigtem Ausgangsmaterial eine ganz besonders hohe Reinigungseffizienz, welche die weltweit strengen gesetzlichen Grenzwerte für die Verpackung von Lebensmittel oft deutlich unterschreitet. Wir verwenden deshalb gerne den Begriff super clean.» Im Jahr 2007 hatte der SSP-Reaktor von Starlinger Viscotec die Serienreife erreicht. Seither wurden in Summe an die achtzig Reaktoren in den Anlagenvarianten ViscoStar und DeCon ausgeliefert.

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Folien aus 100 % recyceltem PET

Heute zählt das Unternehmen Starlinger Viscotec bereits vierzig Mitarbeiter. Bei der Eröffnung des neuen Produktionswerks im vorigen Jahr gab es zugleich eine Premiere: Die neue Folien-Produktionsanlage ViscoSheet, welche «Bottle Flakes» (geschnetzelte PET-Flaschen) aus hundertprozentigem Recycling-PET zu lebensmitteltauglichen Folien mit Dicken zwischen 0,3 und 1 mm verarbeitet, wurde live demonstriert. «Die Folien können direkt weiterverarbeitet werden, etwa zu Verpackungen für Hühnereier oder PET-Tassen für Obst», bringt Christoph Niederhuber zwei Beispiele für den Einsatz der Neuentwicklung. «Das Recycling von PET, wie es in Europa schon lange Zeit üblich ist, kommt in den Ländern Südamerikas oder Asiens gerade erst so richtig in Schwung – wir sehen hier grosses Potenzial für unsere Anlage.»

Die ViscoSheet ist modular aufgebaut und gliedert sich in die einzelnen Anlagenteile Dekontamination, Dosierung, Extruder, Glättwerk, Qualitätsinspektion und automatischer Wickler. «Wir bauen jede Anlagen komplett bei uns im Werk auf und führen einen intensiven Testbetrieb durch. Dann wird sie in einzelne, auf die Grösse von Frachtcontainer optimierte Segmente zerlegt und zum Kunden geschickt», beschreibt Christian Lauber, Leiter der Elektro- und Automatisierungstechnik bei Starlinger Viscotec, den modularen Ansatz, der auch die Automatisierungstechnik betrifft. «Die Steuerungs- und Antriebstechnik ist ebenso modular aufgebaut und daher dezentral auf mehrere Schaltschränke aufgeteilt. Unser Ziel ist es, bei der Anlagenmontage vor Ort beim Kunden jeweils nur eine Versorgungsleitung und ein Buskabel an jeden Schrank anschliessen zu müssen.»

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