Prototypenbau Aus zwei mach eins

Redakteur: Silvano Böni

>> Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover präsentiert den Prototyp eines lineardirekten Motors, der zwei Antriebsrichtungen gleichzeitig bedienen kann. Ein Novum, da bisher pro Achse immer je ein Motor benötigt wurde. Das neue Konzept überzeugt durch seinen geringen Platzbedarf und die genaue Positionierung.

Anbieter zum Thema

Der Prototyp eines lineardirekten Motors kann zwei Antriebsrichtungen gleichzeitig bedienen.
Der Prototyp eines lineardirekten Motors kann zwei Antriebsrichtungen gleichzeitig bedienen.
(Bild: Jan Friederichs)

Soll sich das Werkzeug einer Bearbeitungsmaschine nicht nur entlang einer Richtung bewegen, wurden dafür bislang zwei Elektromotoren benötigt: Der erste bewegt sich vor und zurück und trägt den zweiten Motor, welcher den Antrieb nach rechts und links (oder oben und unten) beisteuert. Gemeinsam können diese beiden Motoren so alle Punkte einer Ebene ansteuern. Zusammen sind sie aber auch relativ schwer und benötigen in ihrer Konstruktion viel Platz, allesamt sehr ungünstige Eigenschaften, wenn es um schnelle und präzise Positioniervorgänge insbesondere in hochdynamischen Werkzeugmaschinen geht.

Von der Simulation zum Prototyp

Jan Friederichs, Ingenieurwissenschaftler am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) im Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover, hatte sich der Aufgabe angenommen, einen einzigen planaren Motor zu entwickeln, der beide Antriebsrichtungen bedienen kann. Dass diese so naheliegende Idee noch nicht verfolgt wurde, macht deutlich, dass Friederichs es hier mit anspruchsvoller Grundlagenforschung ohne Erfolgsgarantie zu tun hatte. Er konnte die Deutsche Forschungsgemeinschaft für sein Konzept gewinnen; sie fördert seit 2010 die «grundlegende Erforschung eines zweiachsigen lineardirekt angetriebenen Mehrkoordinatenantriebs unter besonderer Berücksichtigung der Einsatzfähigkeit in Werkzeugmaschinen». Der Machbarkeitsnachweis des Flächenmotors stand im ersten Förderjahr im Mittelpunkt, er wurde mit einer Simulation erbracht. Anschliessend konnte das Team um Jan Friederichs daran gehen, den Prototyp zu konzipieren und umzusetzen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:37832340)