Engineering Autoform-Sigma: Ein Radius beweist Kompetenz

Redakteur: Luca Meister

>> Erstmals bei einer Neuentwicklung setzt die Franke Werkzeugbau AG die Software «Autoform-Sigma» ein. Die Werkzeugentwicklung am Computer verläuft in intensiver Zusammenarbeit mit der Produktentwicklung. Die Produktion eines neuen Spülbeckens illustriert, wie ein Hundertjähriger vom gewohnten Weg abweicht und zu einem tollen Erfolg findet.

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Ein Blick in die Produktionshalle der Franke Werkzeugbau AG zeigt den modernen Maschinenpark. (Franke Werkzeugbau)
Ein Blick in die Produktionshalle der Franke Werkzeugbau AG zeigt den modernen Maschinenpark. (Franke Werkzeugbau)

mei. Franke feiert dieses Jahr den hundertsten Geburtstag und nutzt das Jubiläum zur Präsentation einer Jahrhundertspüle. Deren Design soll die Kompetenz und das Qualitätsverständnis des Unternehmens unter Beweis stellen, vor allem der lediglich 12,5 Millimeter grosse Radius in den Ecken des Beckens. Dazukommen ein Tiefenmass von 175 sowie horizontale Abmessungen von 410 mal 500 Millimeter. Übliche Dimensionen sind kleiner und weisen einen grösseren Radius auf.

Die Abteilung Innovation bei der Franke Küchentechnik AG hatte deshalb bei der Franke Werkzeugbau AG in Aarburg für ein Werkzeug angefragt, das modernsten Ansprüchen gerecht wird. Erklärte Absicht war es, mehr Zeit als je zuvor in die Entwicklung am Computer zu investieren. So war der Bereich Werkzeugbau bereits während der Design-Phase involviert. Der höhere Aufwand zu Beginn der Entwicklungszeit sollte sich am Ende auszahlen.

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Weitgehende Analysen

Mischa Widmer, Leiter Technik bei Franke Werkzeugbau, und sein Engineering-Team starteten die Werkzeugentwicklung mit einer Machbarkeitsstudie. Eine lösungsneutrale Methodik sollte systematisch zur optimalen Lösung führen. Über drei Untersuchungsebenen – Tiefziehen, Umformwerkzeug und Umformprozess – sowie deren Kombination ergaben sich mehrere Untersuchungsvarianten. Für deren folgerichtige Analyse bediente sich das Engineering-Team der Software «Autoform-Incrementalplus». Eine vierte Ebene diente der Betrachtung der Produktionsrobustheit. Ausschuss, Nacharbeiten oder Stillstandszeiten sollten minimal ausfallen. Dazu kam die Software «Autoform-Sigma» zum Einsatz.

Im ersten Teil der Untersuchungen setzten sich die Experten mittels der Autoform-Tools über jene Faktoren ins Bild, die den Tiefziehprozess massgeblich beeinflussen würden. In der Folge wurde die Umformung in drei miteinander verknüpfte Aufgaben unterteilt: Flansch formen, Becken tiefziehen und Spülenablauf formen. Mit dem Ziel einer robusten Fertigung vor Augen, kristallisierten sich für die Umformspezialisten die Aufdickung, die Rückhaltekräfte sowie der Zuschnitt des Blechs als relevante Parameter heraus.

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