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Zusammenbau-Fehler werden erkannt
Die neue systemintegrierte Werkzeug-Messtechnik optimiert die Prozesssicherheit und reduziert fehlerhafte Werkzeuge. Ein Beispiel: Sollte ein Werkzeug von den Mitarbeitern falsch zusammengesetzt sein, wird das von der Messmaschine erkannt (definierter Messtoleranzbereich) und sie gibt eine Fehlermeldung an den Bediener. So kommen effektiv nur Werkzeuge zum Einsatz, die tatsächlich den im TDM-System hinterlegten Vorgaben entsprechen.
Messwerte gehen direkt an die CNC-Steuerung
Das eigentliche Messen der Werkzeuge durch die Speroni-Maschinen dauert ähnlich lang wie das bisherige manuelle Messen. Ein Bohrer ist in zirka 30 Sekunden vermessen. Bei mehrschneidigen Werkzeugen dauert es inklusive Rundlauf-Messung zirka zwei Minuten. Die Messwerte werden von den Speroni-Maschinen nach einem Postprozessorlauf an die CNC der Werkzeugmaschine übergeben.
Schnittstellen zum TDM-System und zu den Postprozessoren
Armin Landolt (Product Manager Speroni, Big Kaiser AG): «Die vorhandenen Standard-Software-Schnittstellen zu dem TDM-System und zu den einzelnen Postprozessoren der Werkzeugmaschinen mussten entsprechend weiterentwickelt und den örtlichen Bedingungen angepasst werden. Zudem mussten spezifische Werkzeug-Daten eingelesen werden.»
Auf die Frage des SMM, um was für Daten es sich dabei genau handelte, antwortete Daniel Bänziger: «Die Speroni-Messmaschinen benötigen die genauen Positionen der Schneiden, damit das System weiss, wo es die Konturen der Werkzeugschneiden abfahren muss. Solche Daten benötigen Sie beim manuellen Messen nicht, das übernimmt der Fachmann. Jetzt haben wir das bei unseren 14 500 Werkzeugen komplett nachgeführt, so dass jedes Werkzeug von den Speroni-Messmaschinen erkannt und automatisch gescannt werden kann.»
Remo Ackermann: «Wenn wir ehrlich sind, haben wir diesen Aspekt im Vorfeld unterschätzt. Und auch hier mussten wir nochmals massiv Hausaufgaben machen und die fehlenden Werkzeug-Daten einarbeiten.»
Berg an Arbeit wurde kontinuierlich abgebaut
Remo Ackermann ist vom Endergebnis überzeugt: «Wir haben heute alle Werkzeug-Daten sauber abgelegt. Wenn man am Anfang eines solchen Projektes steht, dann ist das ein Berg an Arbeit, der kaum zu bewältigen erscheint. Dass wir das trotzdem angepackt haben, macht es uns heute und in Zukunft dafür um einiges einfacher.
Daniel Stadelmann (Technischer Berater, Big Kaiser AG): «Ich würde behaupten, so wie Bruderer die Werkzeugvermessung integriert hat, verfügt das Unternehmen heute über den modernsten Werkzeug-Voreinstellplatz in der Schweiz.»
Remo Ackermann: «Vermutlich hat Herr Stadelmann recht, aber ich würde mich nicht trauen, das so zu sagen. Wir haben aber bestimmt einen grossen Schritt in Richtung Zukunft respektive Industrie 4.0 gemacht.»
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