Nach der Siams präsentiert Willemin-Macodel das neue Bearbeitungszentrum 408MTS jetzt auch auf der AMB. Die neue Maschine steht für einen raschen Serienwechsel, kombiniert mit Flexibilität plus Produktivitätssteigerung von bis zu 45 Prozent.
Erst im Inneren fällt der Unterschied ins Auge: Integration einer zweiten 3-Achsen-Basis mit zweiter Hochgeschwindigkeitsmotorspindel und eigenem Werkzeugmagazin ‒ zu sehen auf der AMB.
(Bild: Willemin Macodel)
Der Werkzeugmaschinenbauer Willemin-Macodel entwickelt seine Maschine immer weiter. Aufbauend auf bewährten Lösungen werden diese auf ein neues Niveau gehoben. Ein Beispiel dafür ist das neue Bearbeitungszentrum 408MTS. Es übernimmt die im letzten Jahr vorgestellten Verbesserungen der 40er-Serie – insbesondere die neuen Konstruktionsmerkmale –, um höchste Leistung bei maximalem Bedienkomfort zu bieten.
Mehr als ein kompaktes Bearbeitungszentrum
Bei der Entwicklung der neuen 40er-Serie, die 2021 präsentiert wurde, hatten die Konstrukteure von Willemin-Macodel bereits ein Werkzeugmagazin mit 72 Positionen integriert und gleichzeitig die Abmessungen der Maschine noch etwas weiter reduziert. Jetzt sind sie noch einen Schritt weitergegangen und haben eine zweite Motorspindel in einer zweiten Bearbeitungsstation sowie ein zweites Werkzeugmagazin integriert, ohne dabei die Aufstellfläche der Maschine zu vergrössern. Die beiden unabhängigen Bearbeitungsstationen bieten eine hochproduktive Lösung auf weniger als drei Quadratmetern. Dabei ist Willemin-Macodel keine Kompromisse bei der Fräsqualität eingegangen. In der Hauptbearbeitung kommt die Hochleistungsmotorspindel mit 42 000 min–1 zum Einsatz, auf der bereits der gute Ruf der Bearbeitungszentren der 40er- und 50er-Serien gründet. In der Gegenbearbeitung integrierte Willemin-Macodel eine kompakte Motorspindel für Hochgeschwindigkeitsbearbeitungen von bis zu 45 000 min–1, was eine vergleichbare Fräsleistung an beiden Stationen bietet.
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Co-Geschäftsführer Olivier Haegeli erläutert: «Diese Reihe von Bearbeitungszentren war von Anfang an als erweiterbar konzipiert und wir stellen fest, dass die grundlegenden Entwicklungen und Ideen immer perfekt mit den neuesten Innovationen kompatibel sind.» Er fügt hinzu: «Das 408MTS bietet gewissermassen eine perfekte Kombination aus der Zuverlässigkeit bewährter Lösungen und den Optimierungen infolge neuer Entwicklungen.» Trotz seiner kompakten Bauweise zeichnet sich das 408MTS durch eine optimale Zugänglichkeit und hervorragende Sichtverhältnisse aus.
Zwei gleichzeitig bearbeitende Werkzeuge
Das gleichzeitige Arbeiten in der Haupt- und Gegenbearbeitung ist im Automatendrehen recht verbreitet, bei Bearbeitungszentren jedoch weniger. Marketing- und Verkaufsleiter Marc Bloch erklärt: «Bei der Umsetzung dieser Idee sind wir vom Kundenbedarf und von den technischen und ergonomischen Herausforderungen ausgegangen.» O. Haegeli fügt hinzu: «Die Nachfrage nach einer solchen Maschine ist vorhanden, aber es war uns von Anfang an klar, dass wir für ihre Entwicklung auf unseren bestehenden Lösungen aufbauen und diese weiterentwickeln mussten, um ein Höchstmass an Qualität und Leistung zu erreichen.» Die Ingenieure hatten also freie Hand bei der Entwicklung und industriellen Umsetzung einer optimalen technischen Lösung – ohne Abstriche bei der Ergonomie zu machen und dabei die Kostenkontrolle stets im Auge zu behalten. Daraus entstand das 408MTS, das die Möglichkeit bietet, die Bearbeitungsvorgänge auf beide Werkstückseiten aufzuteilen und die Nachbearbeitung hauptzeitparallel durchzuführen.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Bewegung der verschiedenen bewegten Maschinenelemente gelegt, um Kollisionsrisiken zu vermeiden. Die Programmierung wird die Bediener, die die Arbeit mit den Bearbeitungszentren 408MT oder 408B gewohnt sind, nicht überfordern, denn sie zeichnet sich durch die bekannte Einfachheit aus. M. Bloch fügt hinzu: «Zur Optimierung der Produktionszeiten, insbesondere was die hauptzeitparallelen Bearbeitungen anbelangt, muss der Bearbeitungsablauf natürlich entsprechend durchdacht sein. Aber die Kunden und Bediener können beruhigt sein: Der Bediener wird durch die eingebetteten Funktionen der Maschine geführt, was die Programmierung in der Gegenbearbeitung sehr einfach gestaltet. Natürlich stehen ihnen unsere Spezialisten zur Seite, um eine schnelle und einfache Einarbeitung zu gewährleisten.»
Keine Abstriche bei den bewährten Merkmalen der 40er-Serie
Eine weitere Herausforderung, der sich die Konstrukteure stellen mussten, bestand darin, das Grundkonzept des Bearbeitungszentrums weder technisch noch in Bezug auf die schnelle Umrüstung und den raschen Serienwechsel zu beeinträchtigen. Das neue Bearbeitungszentrum 408MTS übernimmt die neuesten Entwicklungen der 40er-Serie wie die hochauflösenden Absolutmassstäbe auf den Linearachsen, die gekühlten Motorspindellager, die digitale Kompensation der Spindelausdehnung (DTS, Dynamic Thermal Stabilization), die adaptive Stangenspannung sowie die optimierte Zugänglichkeit und Ergonomie.
Ergebnis: kürzere Zykluszeiten
Nach der Bearbeitung der ersten Seite wird das Werkstück ins Spannsystem für die Rückseitenbearbeitung eingespannt und um 180 Grad geneigt, sodass die Bearbeitung der zweiten Seite erfolgen kann. Die Fräseinheit für die Rückseitenbearbeitung basiert auf einer zweiten, perfekt integrierten 3-Achsen-Basis und verfügt über ein eigenes Werkzeugmagazin mit acht Positionen und integrierten Werkzeug- und Werkstückkontrollen. Wie beim Bearbeitungszentrum 701S ist die Werkzeugmagazinscheibe für ein schnelles Auswechseln konstruiert. Herr Bloch betont: «Dies trägt zu schnellen Umrüstungen bei. Diese Flexibilität in Kombination mit der Simultanbearbeitung bringt wichtige Vorteile bei der Realisierung von mittleren und grossen Serien, bewahrt aber auch die Eigenschaften und Vorteile für Kleinserien und die Prototypenfertigung. Unser Ziel ist eine Maschine, die die Vorteile des Bearbeitungszentrums 408MT übernimmt und neue Massstäbe bei der Produktivität setzt.»
Stand vom 30.10.2020
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Garantierte Präzision bei der Rückseitenbearbeitung
Die Rückseitenbearbeitung bietet den unbestreitbaren Vorteil, zwei Werkstücke gleichzeitig zu bearbeiten, was aber auch ein höchst präzises Einspannen von Werkstück und Werkzeug voraussetzt. Zu diesem Zweck integrierte Willemin-Macodel Positionierungs- und Messsysteme. O. Haegeli lädt die Kunden ein, diese am AMB-Messestand selbst zu begutachten: «Wir freuen uns darauf, unseren Kunden, Partnern und allen anderen Interessierten diese Systeme und überhaupt alle Vorteile des 408MTS zu zeigen und freuen uns auf ihren Besuch am B31 in der Halle 7 auf der AMB in Stuttgart vom 13. bis 17. September.»
Und die Späne?
Das neue Bearbeitungszentrum 408MTS wurde mehrere Monate lang auf Herz und Nieren geprüft, um das Konzept bis an seine Grenzen auszuloten. M. Bloch erklärt: «Wir haben unzählige Tests mit verschiedenen Fräs- und Drehbearbeitungen bei unterschiedlichen Materialien mit verschiedener Spänebildung sowohl in der Haupt- als auch in der Gegenbearbeitung durchgeführt. Dabei haben wir keinerlei Interferenzen zwischen der Vorder- und der Rückseitenbearbeitung feststellen können.» Die Späneabfuhr wurde bereits bei den ersten Überlegungen berücksichtigt. Die beiden Motorfrässpindeln arbeiten an separaten Stationen auf der linken und auf der rechten Seite der Maschine. Dies schliesst Interferenzen aus und bietet viele Vorteile, unter anderem eine hervorragende Späneabfuhr, kein Kollisionsrisiko zwischen den beiden Einheiten, optimierte Bearbeitungsabläufe und ein optimales Vibrationsverhalten.
Neue Märkte und schnelle Amortisation
Angesichts der Werkstücktypologie versichert Willemin-Macodel eine schnelle Amortisation, denn gemäss dem Hersteller geht die Maschine mit einer Erweiterung der Produktpalette und des Marktes einher. O. Haegeli führt weiter aus: «Wir wissen von konkreten Fällen, beispielsweise in der Uhren- und Schmuckindustrie und in der Medizintechnik, in denen die Produktivität erheblich gesteigert werden kann.» M. Bloch fügt hinzu: «Selbstverständlich können sich die Kunden auf uns verlassen, um abzuklären, welche Lösung von Willemin-Macodel ihren Bedürfnissen am besten entspricht.»
Das 408MTS ist ein hochentwickeltes Bearbeitungszentrum, das sich mit diversen Peripheriegeräten und Optionen ergänzen lässt, beispielsweise zum Laden von Stangen und Entladen von Werkstücken, zur Filterung oder zur Kontrolle während der Produktion, um nur einige Beispiele zu nennen. -ari- SMM