Luftfahrt

Boom Supersonic nutzt 3D-Druck für ein neues Überschallflugzeug

| Redakteur: Stefan Guggenberger

So soll das Überschallflugzeug Overture vom amerikanischen Unternehmen Boom Supersonic aussehen.
So soll das Überschallflugzeug Overture vom amerikanischen Unternehmen Boom Supersonic aussehen. (Bild: Boom Supersonic)

3D-Druck soll dem bisher schnellsten kommerziellen Überschallflugzeug Flügel verleihen. Dafür kooperiert der amerikanische Hersteller Boom Supersonic gleich mit zwei Schwergewichten der additiven Fertigung – Stratasys und Dassault Systems.

Overture ist seit 50 Jahren der erste neu entwickelte Passagierjet, der Überschallgeschwindigkeit erreicht. Das Projekt soll also der Nachfolger von Concorde und Tupolew werden – nur ohne die Fehler der beiden. Hier einige Key-Facts zum neuen König der Lüfte:

  • Spitzengeschwindigkeit: Mach 2,2, also etwa 2.700 km/h
  • Von New-York nach London: 3,25 Stunden
  • Nachhaltiger Kraftstoff: Wird aus atmosphärischem C02 gewonnen
  • Lärm: Die Schallmauer soll nur auf offenem Gewässer durchbrochen werden. Über Land soll Overture nicht lauter sein als herkömmliche Flugzeuge

Um die Entwicklung von Overture voranzutreiben wird Boom künftig Software aus dem Hause Dassault Systems verwenden. Die „Reinvent the Sky“-Plattform unterstützt den Fertigungsprozess vom Konzept über die Produktion bis hin zur Zertifizierung. Der Flugzeugbauer erhofft sich, durch die Integration der 3D-Software eine Halbierung der Prototypenbauzeit.

Kooperation mit erfahrenem Hersteller

Stratasys und Boom haben ihre bisherige Kooperation um weitere sieben Jahre verlängert. Zunächst wollen die beiden Unternehmen hunderte Bauteile für den Prototypen XB-1 bauen. Stratasys verfügt im noch jungen Gebiet der gedruckten Flugzeugteile schon über Erfahrung und kooperiert unter anderem mit dem englischen Flugzeugbauer Marshall. Der Vorteil für Boom liegt darin, dass sie kritische Bauteile vor Ort herstellen können, ohne weitere Lieferanten. Dieses Vorgehen verkürzt die Entwicklungszeit und erhöht die Individualisierungsmöglichkeiten, für Bauteile mit geringer Losgröße.

Hohe Qualitätsanforderungen

Bisher wurde additive Fertigung bei Boom für Prototypen und Werkzeugbau eingesetzt, zukünftig sollen auch thermoplastische Endbauteile für den Jet so gefertigt werden. Für viele Unternehmen war es zunächst schwierig die in der Luftfahrt geforderte Qualität mit 3D-gedruckten Teilen zu erzielen. Doch mittlerweile schaffen es immer mehr Hersteller ihre Anlagen und Bauteile für die extremen Anforderungen zu qualifizieren.

Um das Flugzeug auf über 2.500 km/h zu beschleunigen setzt Boom auf einen nachhaltigen Treibstoff und verabschiedet sich vom klimaschädlichen Flugzeugkerosin. Das von Prometheus entwickelte Verfahren binden CO2 aus der Atmosphäre und nutzt erneuerbare Energie um dieses zu Flugzeugtreibstoff zu verarbeiten.

Für Overture gibt es bisher 30 Vorbestellungen. Sollte Boom es tatsächlich schaffen ,ein ökologisch und ökonomisch überzeugendes Flugzeug vorzustellen, welches nur 3,25 Stunden von New-York nach London braucht, dürften noch einige Bestellungen eingehen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal mission-additive.de

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