Betten und Ständern für Werkzeugmaschinen B+W nutzt Fertigungskompetenz von Daetwyler

Redakteur: Matthias Vogel

>> Mit Betten und Ständern für Werkzeugmaschinen hat sich die MDC Max Daetwyler AG Ursenbach (Daetwyler Industries) in den letzten Jahren inter-national einen Spitzenplatz erobert. Diesen Vorteil nutzt auch die Werkzeug-maschinenfabrik Burkhardt + Weber, B + W, im süddeutschen Reutlingen.

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Bearbeiten eines Maschinenständers bei MDC auf der «Kolb Cubinat».
Bearbeiten eines Maschinenständers bei MDC auf der «Kolb Cubinat».
(Bild: Daetwyler)

Erneut durfte Daetwyler Industries für Burkhardt + Weber (B + W) präzise Schlüsselteile für ihre hochstehenden Produkte bearbeiten. Die Abteilung «Fertigungstechnik» von Daetwyler hat vor einem Jahr zusammen mit dem Einkauf von B + W den Fertigungsablauf für zwei Maschinenständer und zwei Maschinenbetten wie folgt erarbeitet.

Die Schweisskonstruktionen werden durch die Firma Epucret in Wangen, Deutschland, mit Mineralguss gefüllt, 20 Tage gelagert – das ist die Aushärtezeit für Mineralguss – und an Daetwyler nach Ursenbach geliefert. Nach ungefähr drei Tagen Akklimatisierungszeit werden die Maschinenständer auf den Daetwyler Fräszentren «Kolb» oder «Heynumill» (Kapazität bis 12 m Länge und 30 Tonnen Gewicht) vorbearbeitet und anschliessend der Firma Gerster AG, Egerkingen, zum Härten der Führungsbahnen zugestellt.

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Zurück in Ursenbach werden die Ständer nach einer erneuten Akklimatisierungszeit in der Wareneingangskontrolle ausgemessen (Kontrolle auf Härteverzug) und auf einer Waldrich-Schleifmaschine mit einem Aufmass von etwa 0,15 mm vorgeschliffen. Auf einem der Bearbeitungszentren von Daetwyler können nun die Führungsbahnen für den Gleitbelag auf der Unterseite vorgefräst und die Bohrung für die Antriebsspindel vorbearbeitet werden. Das Handling dieser 15 bis 20 Tonnen schweren Werkstücke ist eine besondere Herausforderung und verlangt Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl.

Zuerst Kleben und danach der letzte Schliff

Nach dem Kleben der Führungsbeläge erfolgt, noch vor dem Schleifen, die Fertigbearbeitung. Bei diesem Arbeitsprozess bekommt der Maschinenständer die endgültige Geometrie, das heisst, die mit Spezialkunststoff belegten Führungsbahnen und die Bohrung für den Vorschubantrieb (Kugelspindel) werden im Bereich von 0,01 mm fertig bearbeitet. Das Aufspannen und die Bearbeitung derart grosser Werkstücke setzt grosse Fachkompetenz und Erfahrung voraus.

Die Teile werden auf drei Auflagepunkten mit genauesten Messinstrumenten wie Messuhren oder Niveltronic ausgerichtet und auf dem Maschinentisch spannungsfrei befestigt, so dass sich das Werkstück nicht verschieben kann.

Abschliessend geht es darum, die Führungsbahnen des Ständers auf 0,008 mm genau zu schleifen, zu kontrollieren und mit einem Messprotokoll an Burkhardt + Weber zu liefern. Bei der Fertigung des Maschinenbettes hat sich ein ähnliches Vorgehen bewährt.

Beim Kunden, der Burkhardt + Weber Fertigungssysteme GmbH, werden die bei Daetwyler Ursenbach bearbeiteten Maschinenständer und Maschinenbetten schliesslich zu einem neuen Bearbeitungszentrum für das Bearbeiten von Getriebegehäusen zusammengebaut. <<

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