Generalversammlung Swiss.Tnet 2014

Chancen für Jungunternehmen in der Schweiz

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Drei Studenten mit einer Vision

Als dritter Referent trat Peter Hostettler auf die Bühne. Hostettler ist Gründungsmitglied und Verwaltungsratspräsident der Hocoma AG, die im Jahr 2000 als Spin-off der Schweizer Universitätsklinik Balgrist gegründet wurde und mittlerweile rund 160 Mitarbeitende auf der ganzen Welt beschäftigt. Hocoma ist weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung von automatisierten Therapiegeräten für die Rehabilitation von neurologisch bedingten Bewegungsstörungen – und ein Beispiel dafür, dass ein Start-up sehr wohl auch vom Gründerteam zu längerfristigem Erfolg geführt werden kann ohne einen Verkauf. Begonnen hat die Geschichte von Hocoma 1986 mit drei ETH-Studenten, die eine gemeinsame Vision hatten: «Wir wussten, dass wir zusammen eine Firma gründen wollten. Wir hatten aber keine Ahnung, was für eine Firma das sein soll», sagte Peter Hostettler.

Wirklich los ging es erst 10 Jahre später, nachdem sich die drei ehemaligen Studienkollegen auf individuelle Wege begeben hatten. Einer von ihnen war seit 1993 als Leiter der Forschungsabteilung Paraplegiologie an der Uniklinik Balgrist tätig. Dort entstand auch die Idee des Lokomats, eines robotischen Rehabilitationsgeräts für die Gangtherapie. Hocoma startete als GmbH 1996, vier Jahre später wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. Ab 2000 verkaufte Hocoma ihre ersten Geräte, und von da an ging es ständig bergauf. «Wir hatten das Glück, dass wir insbesondere zu Beginn auf Investitionen von Privatpersonen bauen konnten», sagte Hostettler. Um sie zu überzeugen, wählten die Firmengründer einen pragmatischen Weg: Sie liessen potenzielle Investoren ihre Geräte am eigenen Leib erfahren. Auch die Nähe zur Forschung wertet er als unterstützenden Faktor während der Start-up-Phase.

Nach den Vorträgen folgte eine Podiumsdiskussion mit den drei Referenten unter der Leitung von Norman Bandi. Dabei wurden Themen wie die Innovationskraft in der Schweiz oder die fehlende Risikobereitschaft auf Investorenseite angeschnitten. Am anschliessenden reichhaltigen Apéro und dem Nachtessen hatten schliesslich auch die Verbandsmitglieder Gelegenheit, sich untereinander und mit den Referenten über das eben Gehörte auszutauschen. <<

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