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Gilt der CFK-Bearbeitung ein besonderes Augenmerk?
Büchner: Damit beschäftigt sich jeder. Es ist aber nicht nur CFK, wir reden auch von Titan. Titan ist schon eine Hausnummer, die man erst mal zerspanen muss, und der Titananteil in Flugzeugen nimmt stark zu. Aber CFK ist deshalb wichtig, weil es durch die Luftfahrtindustrie zum Thema gemacht wurde, jetzt aber in die Automobilindustrie schwappt. Und wenn es in der Automobilindustrie zum Standard wird, dann reden wir von Massenproduktion.
Wie sieht es überhaupt mit Dienstleistungen aus? Können Sie sich Engineering bezahlen lassen?
Büchner: Das Thema diskutieren wir Werkzeughersteller schon seit 20 Jahren. Sicherlich hätten wir es gerne, dass uns dieses Engineering bezahlt würde. Es ist auch eine gestiegene Bereitschaft vorhanden, Engineeringkosten zu übernehmen, wenn man es offensiv mit den Kunden bespricht und verhandelt, aber das betrifft nicht die breite Masse. Am ehesten erfolgreich sind wir damit bei der Erstausrüstung. Ansonsten bleibt nur der Weg, es auf zukünftige Aufträge umzulegen.
Wie weit sind Modelle verbreitet, bei denen der Werkzeughersteller für die gefertigten Teile bezahlt wird?
Büchner: Solche Cost-per-Unit-Vereinbarungen gibt es. Ich persönlich bin aber froh, dass es nicht zum Standard unserer Industrie geworden ist. Aktuell haben wir zwei Unternehmen, mit denen wir in Verhandlung stehen. Cost per unit (CPU) wird nur dann für beide Seiten erfolgreich sein, wenn man eine partnerschaftliche Beziehung pflegt und sich gut genug kennt. Denn ein CPU kann auch aus dem Ruder laufen.
Zum Schluss nochmal zurück zum VDMA. Dort sieht man in der Rohstoffsituation eine große Unsicherheit. Wie ist Ihre Einschätzung dieser Situation?
Büchner: Die Rohstoffpreise haben uns 2010 und 2011 richtig getroffen. Im Moment sind sie stagnierend oder rückläufig, aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Diese Rohstoffpreisexplosion der jüngsten Vergangenheit konnte in dieser Form natürlich nicht an unsere Kunden weitergegeben werden. Wir können nur hoffen, dass eine Bereitschaft für Preisanpassungen bei unseren Kunden vorhanden ist, denn wir können diese Explosion nicht alleine auffangen. Das wird aber Jahre dauern, das geht nicht mit einem Mal.
* Das Interview führte MM-Redakteur Rüdiger Kroh
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