SMM-Innovationsforum bietet ein hervorragendes Technologiespektrum «Das ist so erstmalig gelungen»

Redakteur: Matthias Böhm

Am 11. Mai findet das erste «SMM-Innovationsforum Fertigungstechnik» in der Messe Luzern statt. Das SMM-Innovationsforum bietet ein enorm breites Spektrum an Fertigungstechnologien. Zudem bietet es die Möglichkeit, das Netzwerk auszubauen.

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Wir konnten international führende Hersteller aus den Bereichen der Werkzeuge, Werkzeugmaschinen und Spannmittel gewinnen. Matthias Böhm, Chefredaktor SMM
Wir konnten international führende Hersteller aus den Bereichen der Werkzeuge, Werkzeugmaschinen und Spannmittel gewinnen. Matthias Böhm, Chefredaktor SMM
(Bild: Luca Meister, SMM)

Das erste SMM-Innovationsforum bietet ein hervorragendes Technologiespektrum rund um die Fertigungstechnik. Thematisch geht es klar in Richtung Zerspanung und Prozesse. Die Vorträge werden sehr technologisch orientiert sein. Dabei wird ein grosses Spektrum an Fertigungslösungen präsentiert. Dem Schweizer Maschinenmarkt ist es gelungen, Schweizer und international führende Unternehmen zu gewinnen, die am 11. Mai ihre neusten Fertigungstechnologien einem interessierten Fachpublikum präsentieren. Chefredaktor Matthias Böhm sagt im folgenden Interview, was er sich vom Innovationsforum verspricht und wo die Schwerpunkte liegen.

SMM: Was kann der Besucher vom SMM-Innovationsforum erwarten?

Matthias Böhm, Chefredaktor: Das technologische Spektrum geht von der klassischen Zerspanung über Spannmittel bis hin zu additiven Fertigungstechnologien. Siemens beispielsweise wird in seinem Vortrag die additive Fertigung von Gasturbinenschaufeln präsentieren. Das ist Siemens erstmalig prozesssicher gelungen. Darüber hinaus wird das Thema CAD/CAM und Werkzeugverwaltung immer wichtiger. Auch die Thematik der digitalen Schnittstellen – Stichwort Industrie 4.0 – spielt hier eine entscheidende Rolle.

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Was bietet das Innovationsforum konkret?

M. Böhm: In der Schweiz gibt es unterschiedliche Veranstaltungen in diesem Bereich. Aber ein Innovationsforum, das fertigungstechnische Innovationen oder Lösungen in einem kompakten Tag auf vielschichtiger Ebene präsentiert, gab es bisher nicht. Es ist eine sehr technische Veranstaltung. Konkret referieren am Forum Fertigungs-Spezialisten. Wir konnten international führende Hersteller aus den Bereichen der Werkzeuge, Werkzeugmaschinen und Spannmittel gewinnen. Aus meiner Sicht ist die Innovationsvielfalt und -Geschwindigkeit in kaum einem anderen Segment so hoch wie in der Fertigungstechnik. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir uns entschieden, dieses In­no­vations­forum zu lancieren. Der Besucher kann direkt mit den Referenten in Kontakt treten und darüber hinaus sich auch mit anderen Besuchern über ihre Fertigungsstrategien austauschen.

Welche Rolle spielen Innovationen aus Ihrer Sicht?

M. Böhm: Auf den Punkt gebracht – ohne Innovatio­nen steht die Wirtschaft still. Innovationen sind die Antriebe erfolgreicher und zukunftsgerichteter Unternehmen. Aus meiner Sicht gibt es im Bereich der Fertigungstechnik drei führende Länder: Japan, Deutschland und die Schweiz. Wenn Sie unser Programm anschauen, werden Sie feststellen, dass die fertigungstechnischen Lösungen genau aus diesen drei Nationen präsentiert werden. Wir haben somit ein internationales Spektrum an Know-how in nur einem Tag. Das ist in der Schweiz einzigartig.

Auf dem SMM-Innovationsforum werden Innovationen präsentiert. Diese müssen aber auch implementiert werden. Wie sehen Sie diese Problematik?

M. Böhm: Absolut, es ist natürlich so, dass eine technologische Innovation als solche noch keinen Erfolg garantiert. Sie muss in den Unternehmen auch entsprechend implementiert und eingesetzt werden. Selbst wenn in innovative Fertigungsmittel investiert wird, heisst das noch lange nicht, dass deren Nutzen voll ausgeschöpft wird. Ein Beispiel: Wenn Sie in ein CAM-Modul für trochoidale Bearbeitung investieren, aber auf der Maschine weiterhin klassisch abgezeilt wird, dann bringt Ihnen die Investition überhaupt nichts. Ein anderes Beispiel: Ein Unternehmen wird am Innovationsforum Hochleistungsbohrer und -fräser vorstellen. Wenn Sie diese Bohrer richtig einsetzen, dann sieht das aus wie ein Stanzprozess. Solche Hochleistungsbohrer bringen einer Produktion erst dann den richtigen Nutzen, wenn Sie die Vorschübe entsprechend der Leistungsdaten des Hochleistungsbohrers anpassen. Wenn das CNC-Programm nicht optimiert wird, dann nützt Ihnen der beste Hochleistungsbohrer nichts. Ausser, dass er doppelt so lange hält, aber damit hat man kaum was gewonnen.

Was heisst das genau?

M. Böhm: Konkret bedeutet das, dass die Anwender wissen müssen, wie sie ihre Innovationen einsetzen können, um einen grösstmöglichen Nutzen zu generieren. Sie müssen erkennen, welchen Vorteil beispielweise neue Fertigungsstrategien bringen. Genau das soll den Besuchern auf dem Innovations­forum vermittelt werden. Deshalb richtet sich das Innovationsforum nicht nur an Geschäftsführer und Produktionsleiter, sondern konkret auch an die Spezialisten, die für die Fertigungsprozesse verantwortlich sind.

Warum sind die Maschinenoperateure so entscheidend?

M. Böhm: Um Innovationen in die Unternehmen zu implementieren, können Sie eine Top-down- oder aber eine Bottom-up-Strategie fahren. Optimal ist eine Verknüpfung beider Strategien. Viele Unternehmen versuchen heute bereits, ihre Mitarbeiter, die direkt am Prozess beteiligt sind, in ihre Innovationsprozesse einzubinden. Maschinenoperateure und Polymechaniker verfügen hier über Schüsselqualifikationen. Das hängt auch damit zusammen, dass die Maschinenoperateure die gesamten Fertigungsprozesse beherrschen. Sie kennen vom CAM-System bis hin zur Maschinenbedienung und -steuerung alles, bis ins Detail. Diese Spezialisten einzubinden, ist das Beste, was man machen kann, um betriebliche Innovationen zu fördern und einzuführen.

Warum ist das so?

M. Böhm: Ganz einfach, weil die Akzeptanz beim Maschinenoperateur grösser ist, wenn er bei der Optimierung der Prozesse als Fachkraft mit einbezogen wird. Und deshalb ist es auch so extrem wichtig, dass genau diese Spezialisten sich kontinuierlich fortbilden können. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir die Kosten für das Innovations­forum mit 150,– CHF pro Person tief angesetzt. So dass der Produktionsleiter noch ein bis drei Mitarbeiter aus der Produktion mitnehmen kann, um das Fertigungsteam auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Das bringt zudem was für die Teambildung.

Welchen Nutzen sehen Sie noch?

M. Böhm: Wenn ein Maschinenoperateur aus Eigeninitiative eine neue Fertigungsstrategie entwickelt, die die Maschinenlaufzeit beispielsweise um 30 Prozent reduziert, ist das ein Gewinn für das gesamte Unternehmen. Es ist ja nicht nur so, dass die Maschinenlaufzeit geringer wird. Dank kürzerer Prozesszeiten können auch die Liefertermine verkürzt werden. Zu lange Liefertermine sind bei Auftragsvergaben oft ein Killerkriterium.

Was bedeutet das konkret?

M. Böhm: Ich will Ihnen ein ganz einfaches Beispiel nennen. Ein Tessiner Werkzeughersteller, dessen Entwicklungsleiter an unserem Forum einen Vortrag hält, hat eine neue Werkzeugserie (Bohrer und Fräser bis 6 mm Durchmesser) für schwer zerspanbare Materialien entwickelt. Ich würde behaupten, die Werkzeuge sind technologisch aktuell weltweit führend, mit respektablem Vorsprung. Mit diesen Werkzeugen können extreme Vorschübe gefahren werden. Das glaubt man nicht, wenn man es nicht gesehen hat. Man traut sich gar nicht, solche Schnittwerte zu programmieren, wenn man bisher mit klassischen VHM-Werkzeugen gearbeitet hat. Hier ist ein technologischer Austausch mit den Werkzeugspezialisten des Werkzeugherstellers und den Maschinenoperateuren absolut ratsam. Solche Werkzeuge müssen vom Maschinenoperateur gefordert werden.

Was erwarten Sie persönlich vom ersten SMM-Innovationsforum?

M. Böhm: Ich persönlich freue mich sehr, am 11. Mai die Schweizer Fertigungsbranche zu einem Top-Event im Forum der Messe Luzern zu begrüssen. Es geht dabei nicht zuletzt auch um einen Austausch unter Spezialisten. Gerade die Fertigungstechniker versuchen immer wieder, das Optimum aus ihren Prozessen herauszuholen. Dort herrscht nie Stillstand. Das ist das Schöne an der Fertigung. Wenn wir am 11. Mai die Fertigungs-Spezialisten am Innovationsforum zusammenbringen, ist das ein Gewinn für den gesamten Werkplatz Schweiz. Anmelden können sich Interessierte direkt online unter:
www.smm-innovationsforum-fertigung.ch

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