SIAMS 2014 - Walter Meier Fertigungslösungen «Dem Kunden eine optimale Lösung bieten»

Autor Anne Richter

Auf der Siams 2014 in Moutier hat Walter Meier Fertigungslösungen mit dem Werkzeugmagazin Toolplus für die Fanuc Robodrill eine Eigenentwicklung vorgestellt. SMM führte ein Interview mit den Entwicklern Rainer Füssle, Teamleiter Montage Werkzeugmaschinen Fanuc, und Hans Gloor, Projektleiter Werkzeugmaschinen Fanuc bei Walter Meier Fertigungslösungen.

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Entwickler von Toolplus: Rainer Füssle (rechts), Teamleiter Montage Werkzeugmaschinen Fanuc, und Hans Gloor, Projektleiter Werkzeugmaschinen Fanuc bei Walter Meier Fertigungslösungen.
Entwickler von Toolplus: Rainer Füssle (rechts), Teamleiter Montage Werkzeugmaschinen Fanuc, und Hans Gloor, Projektleiter Werkzeugmaschinen Fanuc bei Walter Meier Fertigungslösungen.
(Bild: Anne Richter, SMM)

SMM: Mit dem Werkzeugmagazin Toolplus für die Fanuc Robodrill hat Walter Meier Fertigungslösungen auf der Siams bereits sein zweites eigenes Produkt vorgestellt. Für ein Handelshaus sind eigene Produkte nicht üblich. Was ist der Grund dafür?

Hans Gloor: Das ursprüngliche Problem war, dass wir immer wieder an die Grenzen stiessen. Das Werkzeugmagazin der Fanuc Robodrill ist herstellerseitig mit maximal 21 Werkzeugplätzen ausgestattet. Doch vor allem bei unseren Kunden in der Uhrenindustrie ist der Bedarf nach einer höheren Anzahl von Werkzeugplätzen sehr gross. Für Fanuc war die Nachfrage nach mehr Plätzen für Werkzeuge allerdings zu gering. So haben wir uns entschieden, eine eigene Lösung für unsere Kunden zu finden.

Trotzdem ist für andere Handelsunternehmungen solch eine Problemstellung kein Grund für eigene Entwicklungen?

Rainer Füssle: Wir verstehen uns als Walter Meier Fertigungslösungen mit Betonung auf Fertigungslösungen. Wir wollen unseren Kunden die optimale Lösung anbieten. Schon vor sechs Jahren haben wir für unsere Kunden eine roboterunterstützte Lösung entwickelt. Allerdings war die Roboterlösung so teuer wie die Maschine gewesen, so dass wir eine andere Lösung finden mussten.

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Gab es keine Alternativmaschine?

H. Gloor: Nein. zur Fanuc Robodrill gab es keine Alternative. Die Maschine ist eine extrem zuverlässige Maschine. Auch für 20-jährige Maschinen gibt es noch Ersatzteile und es lohnt sich, die Maschine zu warten und zu reparieren.

Wie wird das Toolplus-Werkzeugmagazin von den Kunden angenommen?

R. Füssle: Aus der Uhrenindustrie haben wir bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. Zumal wir auch in technischer Hinsicht Verbesserungen umsetzen konnten.

Inwiefern?

R. Füssle: Es sind im Wesentlichen zwei Verbesserungen. Zum einen erreichen wir durch die Planauflage zwischen Werkzeug und Spindel eine höhere Stabilität bezüglich axialer Ausdehnung gegenüber dem SK30 DIN. Zum anderen konnten die Wechselzeiten, welche bis anhin mit 0,9 Sekunden schon sehr sportlich waren, noch leicht verkürzt werden. Der Grund dafür sind die kürzeren Wege von Werkzeug zu Werkzeug.

Ist der Aufwand einer Eigenentwicklung nur für den Bedarf einer begrenzten Kundenzahl in der Uhrenindustrie nicht sehr hoch?

H. Gloor: Mit der Entwicklung reagieren wir auf konkrete Bedürfnisse des Marktes. Allerdings sehen wir in dem Toolplus auch eine zukunftsweisende Entwicklung. In der Schweiz geht der Trend Richtung mehr Effizienz und mannarme Fertigung. Dazu gehört unter anderem auch der Einsatz von Schwesterwerkzeugen. Hier bietet Toolplus mit seinen 42 Werkzeugplätzen einen viel grösseren Spielraum und somit auch einen erweiterten Einsatzbereich in der zerspanenden Fertigung.

Vielen Dank für das Gespräch. <<

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