Logistik und Fördertechnik Demag Crance & Components AG: Neue Laufkrane erhöhen Sicherheit und Effizienz

Redakteur: Hermann Jörg

>> Um den Warenumschlag in einer Halle des Zentrallagers der Debrunner Koenig Gruppe in Birsfelden zu optimieren und modernisieren, wurde beschlossen, drei bereits über 40 Jahre alte Krane auszuwechseln. Das Ausschreibungsverfahren konnte die Demag Cranes & Components AG für sich entscheiden und in der Folge drei moderne Einträger-Laufkrane liefern. Entscheidend waren dabei die Kundennähe und das grosse Servicenetz des Krananbieters.

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Die Einträger-Laufkrane vom Typ EKKE im Zentrallager der Debrunner Koenig Gruppe in Birsfelden. (Demag)
Die Einträger-Laufkrane vom Typ EKKE im Zentrallager der Debrunner Koenig Gruppe in Birsfelden. (Demag)

joe. Die Debrunner Acifer AG in Birsfelden betreibt das Zentrallager der Debrunner Koenig Gruppe. Das 1953/1954 erbaute Zentrallager umfasst eine Lagerfläche von 42 500 m2, verteilt auf neun Hallen. Es versteht sich als traditionelles und gleichzeitig modernes Logistikunternehmen und legt den Fokus auf die Distribution von korrodierenden Stählen. Das Sortiment ist breit und reicht von Stabstahl, Trägern und Blechen bis zu Profilen, Röhren und Blankstahl. Die Produkte werden in Birsfelden zwischengelagert, bevor sie von dort aus in die Regionallager der Debrunner-Acifer-Gesellschaften geliefert werden.

Stahl bewegen

Die neun Hallen des Zentrallagers sind mit je zwei Kranen ausgestattet, teilweise sogar mit drei. Die Krane übernehmen Arbeiten wie beispielsweise das Be- und Entladen von Containern, den Transport in Zwischenlager oder die Bestückung der Sägeanlagen. «Bei täglich über 1200 Kranbewegungen im Zweischichtbetrieb bilden unsere Mitarbeitenden und die Krane das Herzstück des Unternehmens», sagt Roger Durand, Standortleiter Birsfelden und Frenkendorf.

Neben Demag-Kranen sind die Hallen auch mit Kranen anderer Anbieter ausgestattet; und das hat einen triftigen Grund, erklärt Durand: «Wir fahren konsequent eine Zwei-Marken-Strategie mit unseren Lieferanten, denn Wettbewerb belebt das Geschäft und das spornt an. Zudem ist man unabhängiger.»

In der Vergangenheit hatte man sich nur auf einen Lieferanten fokussiert, wollte von dieser Strategie aber wegkommen. Als die Entscheidung nahte, in neue Krane zu investieren, um die Fördertechnik zu modernisieren, wurde ein Ausschreibungsverfahren initiiert. Dieses konnte Demag für sich entscheiden und wurde als neuer Lieferant gelistet.

Servicenetz als Entscheidungskriterium

«Demag hat uns in vielerlei Hinsicht überzeugt. Zum einen ist dieses Unternehmen ein Global Player und weltweit gut positioniert. Das vermittelt Sicherheit und Kontinuität, auch für künftige Investitionen. Zum anderen legt man dort grossen Wert auf Kundennähe. Ich habe bereits viele Klöckner-Werke besucht, die meisten von ihnen waren mit Kranen von Demag ausgestattet und alle funktionierten einwandfrei. Das hat mir Eindruck gemacht», lobt Durand.

Als zentrales Argument, warum sich Debrunner für Demag entschieden hat, benennt Durand entschlossen das grosse Servicenetz mit den schweizweiten Standorten. Debrunner arbeitet im Zweischichtbetrieb und kann es sich nicht leisten, den Betrieb zu unterbrechen. Mit derartigen Umschlagsleistungen ist man darauf angewiesen, dass im Fall einer Störung innerhalb kürzester Zeit ein Servicetechniker zur Stelle ist, egal wie viel Uhr es ist.

Konzept zur Optimierung des Warenumschlags

Die Investition in neue Krane ist Teil eines Logistikkonzeptes. Die alten Krane waren bereits über 40 Jahre alt und entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Dabei spielte insbesondere das Thema Arbeitssicherheit eine grosse Rolle, welches bei Debrunner einen hohen Stellenwert einnimmt. So wurde beschlossen, drei Krane auszuwechseln, um den Warenumschlag zu optimieren und modernisieren. Diesen Job teilen sich nun drei neue Krane. Der vordere Kran wird für das Be- und Entladen von Containern eingesetzt und stellt gleichzeitig das Material für die Kommissionierstation bereit. Der hintere Kran bestückt die Sägestation und liefert die Stähle in das Zwischenlager. Das fertig konfektionierte Material wird zur Abholung vorbereitet. Der dritte Kran ist für die Zukaufstation zuständig und unterstützt das Be- und Entladen der Produkte bei deren Anlieferung.

Die Technik der Einträger- Laufkrane

Für die Bewältigung des Arbeitsanfalls wurden die bestehenden drei Krane durch moderne Demag-Krane ersetzt. Hierzu wurde entschieden, drei Einträger-Laufkrane vom Typ EKKE einzusetzen, welche Traglasten von je 2 x 2 Tonnen bewältigen müssen. Mit einer Spannweite von 18 m und einer Geschwindigkeit von 30 m/min sollen sie den Mitarbeitenden den Arbeitsablauf erleichtern. Der Kranträger wurde als Kastenträger ausgeführt und mit einem Elektroseilzug und Einschienenkatze ausgestattet. Der Hakenweg beträgt 10 m. Zudem ist der Kran mit einer Demag-Funk-Fernsteuerung DRC-10 bestückt. Für den einwandfreien Funkbetrieb wurde ein freies Frequenzpaar eingesetzt. Zusätzlich wurden 340 m Wulstschienen durch eine IPE-Kranbahn von 260 m ersetzt.

Die CAN-Bus-Technologie von Demag trägt zur Sicherheit der Anlage bei. Über die ständige Signalverarbeitung im zentralen Rechner überwachen sich die Katzen im Tandembetrieb gegenseitig.

Sicherheit im Fokus

Dabei kontrollieren die Sensoren jederzeit den Gleichlauf der beiden Hubwerke. Die intelligente Elektronik erzwingt immer einen Parallellauf der Seilzüge. Ein Abrutschen oder Verziehen der angehängten Last ist unmöglich. Bei einem Ausfall eines Seilzugs stoppt das zweite Hubwerk automatisch auch. Benutzerinformationen werden direkt auf die Grafikdisplays der Steuerschalter übertragen. Zur Übertragung der Daten setzt der Kranhersteller auf ein sicheres und normiertes Signalprotokoll gemäss DIN/EN 954 in Kat.-3-Ausführung. Das gesamte Sicherheitspaket ermöglicht, die Vorschriften der Krannorm DIN/EN 15011 problemlos einzuhalten.

Präzises Arbeiten bei hoher Leistung

Der Kranführer Heinz Schweizer ist sehr erfahren im Handling mit Stahl. Seit 37 Jahren bedient er bei Debrunner Birsfelden die Krane und war am Anfang nicht begeistert von den neuen Kranen. «Die neuen Demag-Krane sind langsamer als die vorherigen und es bedarf mehr Funktionen für die gleichen Abläufe», kritisierte Schweizer zu Beginn.

Bereits nach einer kurzen Einarbeitungszeit erwies sich die Kritik aber als unbegründet, die Vorteile überwogen deutlich. «Die neuen Krane sind viel einfacher justierbar und weisen dadurch auch eine viel höhere Sicherheit auf. Seither haben wir praktisch keine Unfälle mehr. Durch das zusätzliche Umschalten arbeitet man mit dem Kran viel bewusster und konzentrierter. Die neue Steuerung ermöglicht ein zentimetergenaues Rangieren. Das stufenlose Katzfahren ermöglicht uns pendellose Lastbewegungen. Der Kran fährt sehr ruhig, reagiert aber unverzüglich auf Knopfdruck und hält sanft ohne nachzuschwingen. Das ist eine enorme Erleichterung. Dank der präzisen Sensoren muss ich nicht Gefahr laufen, dass der Kran anschlägt, selbst wenn ich junge Kranführer anlerne», beschreibt Schweizer ausführlich seine Arbeit. Er resümiert: «Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Kran zwar tatsächlich langsamer fährt als der alte, dennoch arbeiten wir produktiver als vorher, weil die Zeiten des Handlings deutlich kürzer sind und die Fehlerquote quasi auf Null gesunken ist. Bei 25 bis 30 Sattelschlepperladungen täglich macht das eine Menge aus.»

Knappe Termine als grosse Projektherausforderung

Für Demag war die Projektierung eine grosse Herausforderung, da der Zeitrahmen explizit eingehalten werden musste und äusserst knapp war. Debrunner arbeitet 52 Wochen im Zweischichtbetrieb, so musste die Montage und Inbetriebnahme in der Weihnachtszeit erfolgen, um den laufenden Betrieb nicht zu stören. Zudem mussten auch die Kranbahnen und Schienen ersetzt werden, da sie auf einer alten Konstruktion basierten. Die Planung wurde präzise vorbereitet und die Umsetzung streng kontrolliert. Als die Mitarbeitenden nach Weihnachten aus den Ferien kamen, lief bereits alles einwandfrei.

«Wir haben Demag als äusserst kompetenten Dienstleister erlebt. Die Vorbereitung, Planung und Umsetzung waren ausgereift. Zudem haben wir gute Erfahrungen beim Aufbau und der Montage der Krane gemacht. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen dem Kranservice und unserer Werkstatt hat hervorragend funktioniert. Wir werden diesen Anbieter in der Zukunft sicher wieder berücksichtigen, jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt als beratende Unterstützung in unsere Projekte miteinbeziehen. Dadurch können wir vom technologischen Know-how noch mehr profitieren», so das Resümee von Durand. <<

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