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Paolo Salvagno über den Werkplatz Schweiz «Der Ausbau ist ein klares Statement zum Standort»

| Autor / Redakteur: Silvano Böni, Redaktion SMM / Silvano Böni

B&R hat sich weltweit zu einem der führenden Automationsanbieter entwickelt. Grund genug, um mit dem Schweizer Geschäftsführer Paolo Salvagno ein Gespräch zu führen. In diesem ging es unter anderm um den Werkplatz Schweiz sowie die Digitalisierung der Branche.

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Paolo Salvagno, Geschäftsführer von B&R Schweiz in Frauenfeld.
Paolo Salvagno, Geschäftsführer von B&R Schweiz in Frauenfeld.
(Bild: SMM)

SMM: Seit Sie die Führung von B&R in der Schweiz vor über sieben Jahren übernommen haben, schlittert die hiesige MEM-Branche von einer Krise in die nächste – oder hat sich zumindest nie so richtig davon erholt. Wie sehr freuen Sie sich mal auf ruhigere Zeiten?

Paolo Salvagno: Das waren turbulente und anspruchsvolle Jahre, das ist richtig. Ich muss aber gestehen, ich arbeite ganz gerne mit einem gewissen Druck. Dadurch ist man immer bemüht, sein persönliches Handeln wie auch das des Unternehmens zu hinterfragen und zu optimieren. Nichtsdestotrotz würde ich mich aber über eine ruhigere und besser planbare Phase auch nicht beschweren.

Der starke Franken setzt vielen Branchen zu. Welche sind trotzdem noch die Zugpferde?

P. Salvagno: Food & Beverage sowie die Verpackungsbranche behaupten sich nach wie vor sehr gut, in letzterem insbesondere der Pharmabereich. Ausserdem kommt uns der starke Franken insofern entgegen, da viele Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung Optimierungen in der Produktion vornehmen, also Automationskomponenten benötigen, um noch konkurrenzfähig bleiben zu können. Schliesslich haben aber auch wir unsere Hausaufgaben gemacht und in den letzten Jahren sehr gut diversifiziert. So konnten wir dank neuen Produkten neue Marktsegmente erschliessen und so schwächere Segmente ein wenig auffangen.

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Der digitale Wandel ist in vollem Gange. Das muss für einen Anbieter in der Automatisierungstechnik eine spannende Zeit sein. Welchen Beitrag kann B&R zur Digitalisierung liefern?

P. Salvagno: Als Automationsspezialisten hatten wir schon immer solche Produkte im Portfolio, die es für die Fabrik der Zukunft oder eben Industrie 4.0 braucht. Wir bieten das aber nicht nur an, wir leben das. In unserer Produktion im österreichischen Eggelsberg setzen wir den Smarf-Factory-Gedanken bereits konsequent um – inklusive komplettem ERP-System mit Energie-Monitoring, Ausfallsübersicht und vielem mehr. Interessierten Kunden können wir also in unserer Produktion 1:1 live zeigen, was wir alles anbieten und was technisch machbar ist.

Sie sprachen die Konkurrenzfähigkeit an. Immer mehr Unternehmen liebäugeln mit einer Standortverlagerung ins Ausland, um diese zu wahren. B&R dagegen stärkt mit dem Entwicklungscenter hier in Frauenfeld den Standort Schweiz sogar. Glauben die Österreicher mehr an den hiesigen Standort als wir selbst?

P. Salvagno: Wir feiern in diesem Jahr unser 30-Jahre-Jubiläum in der Schweiz, unser Mutterhaus glaubt also schon lange an den hiesigen Standort. Aber natürlich ist dieser Ausbau des Entwicklungscenters auch ein klares Statement zum Standort Schweiz.

Wieso gerade die Schweiz?

P. Salvagno: Unsere Entwicklung hier in Frauenfeld hat einen klaren Fokus auf Leistungselektronik und Software. Die Schweiz ist in diesen Themen verglichen mit dem europäischen Umfeld sehr stark. Das liegt einerseits an den hervorragenden Hochschulen, anderseits am hohen Qualitätsbewusstsein, welches hier gelebt wird.

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