Paolo Salvagno über den Werkplatz Schweiz

«Der Ausbau ist ein klares Statement zum Standort»

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Durch den Ausbau des Entwicklungscenters braucht es neue Mitarbeiter. Gibt es Probleme, die nötigen Fachkräfte zu finden?

P. Salvagno: Wir betreiben ein ausgezeichnetes Hochschulmarketing und haben mittlerweile einen solchen Bekanntheitsgrad, dass wir nicht einmal auf externe Recruiter angewiesen sind. Diese Frage kann ich also mit einem klaren Nein beantworten.

Sie erwähnten die ausgezeichneten Hochschulen. Was sind die sonstigen Stärken des hiesigen Werkplatzes? Was die Schwächen?

P. Salvagno: Dank der Hochschulen sind wir sehr stark im Bereich Forschung und Entwicklung, da müssen wir wirklich keine Vergleiche scheuen. Historisch bedingt ist der Bereich Maschinen- und Anlagenbau eine weitere grosse Stärke – insbesondere auch im Highend-Bereich. Das sehr gute Bildungssystem sowie die politisch stabile Lage runden das Gesamtpaket des Werkplatzes Schweiz perfekt ab. Die grösste Schwäche ist aktuell sicher unsere Währung.

Wie sehen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz, insbesondere in der MEM-Industrie?

P. Salvagno: Prognosen sind schwierig. Wenn mir jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, dass man längere Zeit mit einem Kurs von 1.06 wirtschaften müsse, hätte ich diese Person nicht ganz ernst genommen. Die meisten Unternehmen belehrten uns jedoch eines Besseren und meisterten selbst diese schwierige Situation. Trotzdem wird der Trend zur Auslagerung der Produktion schwer aufzuhalten sein.

Was kann man dagegen tun?

P. Salvagno: Mit einem hohen Automatisierungsgrad kann man gegensteuern. Ich kann nur an alle Geschäftsführer appellieren, sich eine Verlagerung gut zu überdenken und alle Möglichkeiten zu evaluieren. Man hat als Unternehmen auch eine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern. Es gibt Firmen und Konzerne, die fahren Millionengewinne ein und streichen trotzdem hunderte Stellen. So etwas ist eine Frechheit gegenüber den Mitarbeitern. Das wird es bei B&R niemals geben.

Sie sind jetzt bereits seit über 20 Jahren bei B&R tätig. Was hat sich in dieser Zeit alles geändert?

P. Salvagno: Unser Produktportfolio ist extrem gewachsen. B&R hat sich von einem Steuerungshersteller zu einem der grössten privaten Automatisierungshersteller gewandelt. Früher mussten wir erklären, wer wir sind und was wir alles können. Heutzutage kennt uns jeder im Maschinenbau. Daran möchten wir anknöpfen und auch in Zukunft weiter wachsen und so neue Marktsegmente eröffnen. SMM

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