Interview mit Philipp Burgener «Der Kunde möchte heute eine komplette Fertigungslösung»

Von Luca Meister 5 min Lesedauer

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Die Blechbearbeitung befindet sich seit mehreren Jahren im Wandel. Anwender digitalisieren Prozesse, kaufen Maschinen mit höheren Leistungen und optimieren bzw. automatisieren den Materialfluss. Philipp Burgener, Geschäftsführer der Bystronic Sales AG, geht im Interview auf diese Veränderungen ein.

Philipp Burgener: «In den letzten zwei, drei Jahren hat sich der Markt komplett verändert.»(Bild:  L. Meister)
Philipp Burgener: «In den letzten zwei, drei Jahren hat sich der Markt komplett verändert.»
(Bild: L. Meister)

SMM: Welchen Trend beobachten Sie zurzeit in der Schweiz im Bereich der Blechbearbeitung?

Philipp Burgener: Im Moment sind bei unseren Schweizer Kunden vor allem Gesamtlösungen stark gefragt. Wir spüren den Zwang unserer Kunden, etwas zu unternehmen, damit sie wieder schwarze Zahlen schreiben können.

Gibt es auch Kunden, die aus anderen Gründen investieren?

P. Burgener: Natürlich. Gerade gestern habe ich vernommen, dass ein Kunde dank unserer Blechbearbeitungslösung, die aus einem Faserlaser, einer Automatisierung und einem Sortiergerät besteht, einen Auftrag von 100 000 Teilen an Land gezogen hat. Das müssen Sie sich einmal vorstellen, ein kleiner Lohnfertiger aus der Schweiz gewinnt einen Auftrag aus der Lebensmittelindustrie, der zuvor in Hamburg produziert worden war. Es ist immer noch sehr gut möglich, in der Schweiz zu produzieren.

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Doch gerade die Lohnfertiger sollen es generell nicht einfach haben. Spüren Sie das auch?

P. Burgener: In den letzten zwei, drei Jahren hat sich der Markt komplett verändert. Das stellen wir immer dann fest, wenn es um die Bedürfnisse unserer Kunden geht. Nun treten wir mit einem aktiveren Consulting auf, gehen in die Firmen hinein und erklären den Werken, wie sie in welchem Bereich welche Kosten einsparen können. Wir zeigen ihnen, warum ihre Produktionskosten zu hoch sind und wo sie den Materialfluss optimieren können. Kurzum: Wir unterstützen unsere Kunden dabei, ihre Produktion auf die neue Situation am Markt erfolgreich auszurichten.

Wie hat sich der Bereich der Blechbearbeitung in der Schweiz verändert?

P. Burgener: Die Serien sind kleiner geworden. Die Firmen müssen hier sowohl auf die kleine als auch die mittelgrosse Serie vorbereitet sein. Ein Problem war bis anhin zum Beispiel, dass die grossen Aufträge die kleinen Aufträge verdrängt hatten respektive den kleinen weniger Priorität zugeschrieben wurde. Nun können wir beobachten, dass Lohnbetriebe solche Klumpenrisiken eliminieren möchten. Unsere neue Biegezelle etwa, die Mobile Bending Cell, ist hierfür die perfekte Lösung: Durch den Tag kann sie für die kleinen Losgrössen von Hand betrieben werden, in der Nacht kann sie grössere und einfachere Aufträge automatisiert durcharbeiten. Die Mobile Bending Cell kann innerhalb von fünf Minuten von manuellem Betrieb auf Automation umgestellt werden.

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