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Hannover Messe & Cemat Der Mensch, die Maschine und die Ghettofaust

| Redakteur: Sergio Caré

Nicht den Händedruck wählten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mexikos Präsident Peña Nieto zur Begrüssung auf der Hannover Messe sondern die Ghettofaust. Ein Sinnbild für den unverkrampften Umgang mit der Digitalisierung, Robotern und maschinellem Lernen.

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Impressionen Hannover Messe und Cemat 2018
Impressionen Hannover Messe und Cemat 2018
(Bild: VBM / Sergio Caré-Lucas)

Hannover. «Technologie ist Assistenz und nicht Konkurrenz für den Menschen. Das ist die Kernbotschaft dieser Messewoche», sagte Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG, zum Abschluss der Hannover Messe und Cemat. «Hierbei steht der Mensch im Mittelpunkt: Er ist Entscheider und Impulsgeber.

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Im Zusammenspiel mit der Maschine und der IT entsteht ein enormer Wettbewerbsvorteil in Produktion, Logistik und Energiewirtschaft.» Unter dem Leitthema 'Integrated Industry – Connect & Collaborate' informierten sich 210 000 Besucher über die Neuheiten der insgesamt 5 800 Aussteller der Hannover Messe und Cemat. Themen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz, industrielle IT-Plattformen, der Ausbau der Stromnetze für Elektromobilität, der Einsatz von Robotik und autonomen Systemen in Produktion und Intralogistik sowie die Rolle des Menschen in der vernetzten Fabrik wurden intensiv diskutiert und an den Ständen gezeigt. Grosse Beachtung fand auch das Partnerland Mexiko, das sich als Wirtschaftspartner und Industriestandort präsentierte.

«Die Unternehmen haben die ersten Schritte auf dem Weg zur digitalisierten und vernetzten Produktion erfolgreich genommen und sind jetzt dabei, die zweite Stufe zu zünden», hob Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA, hervor. «Neue Geschäftsmodelle auf Plattformen, der Einsatz von ‚digital twins‘ oder erste Erfahrungen mit Machine Learning – all dies wird im Maschinenbau eine immer bedeutsamere Rolle spielen», sagte Brodtmann.

Digitalisierung des Maschinenbaus

Dass IT und Maschinenbau weiter zusammenwachsen, industrielle IT-Plattformen und andere neue Geschäftsmodelle entstehen, gehörte in diesem Jahr ebenso zu den zentralen Trends wie der herannahende Einzug künstlicher Intelligenz in die Fabriken. In den Hallen der Automation zeigte sich, dass die Antriebs- und Fluidtechnik ein wesentlicher Treiber der digitalisierten und vernetzten Produktion ist. Die enge Vernetzung von Produktion und Logistik wurde in der Cemat diskutiert, denn ohne intelligente Logistiksysteme wird die Digitale Fabrik nicht funktionieren. Zu den Produkthighlights zählten Flurförderzeuge, autonome Shuttle, Kommissionier-Roboter sowie komplette Anlagen.

Mehr als 160 mexikanische Unternehmen präsentierten auf der Messe ihre Produkte. Bundeskanzlerin Merkel und Mexikos Präsident Peña Nieto waren sich einig: Fortschritt und Wohlstand gibt es nur mit offenen Märkten. Die Beteiligung Mexikos stand somit auch im Zeichen des internationalen Freihandelsabkommens, auf das sich Mexiko und die Europäische Union am vergangenen Samstag geeinigt hatten. Künftig wollen die Länder 99 Prozent ihrer Waren zollfrei handeln. SMM

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