Effiziente Produktion

Designed to be faster – bis zu 77 Prozent Einsparung

| Redakteur: Anne Richter

Beim Rotationsdrehen können deutlich kürzere Bearbeitungszeiten erzielt werden.
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Beim Rotationsdrehen können deutlich kürzere Bearbeitungszeiten erzielt werden. (Bild: Weisser)

>> Mit dem von Weisser entwickelten Rotationsdrehverfahren können hohe Qualitäten in kurzen Bearbeitungszeiten erreicht werden. Bis zu 77 Prozent Einsparung sind möglich. Die Technologie ersetzt unter anderem aufwendige Fertigbearbeitungen wie Schleifen, Rollieren oder Bandfinishen.

Mit neuesten Technologien ausgerüstete Werkzeugmaschinen sind heute die Basis für eine wettbewerbsfähige industrielle Produktion. Sie sind die Antwort auf Forderungen nach mehr Arbeitsgeschwindigkeit, hoher Produktivität und Flexibilität bei höchster Verfügbarkeit und Prozessfähigkeit. Damit bekommt der Anwender den wachsenden Kostendruck in einem immer schärfer werdenden Wettbewerb besser in den Griff und profitiert von geringeren Cost per part. Gerade beim Fertigen hoher Stückzahlen sind geringere Stückkosten der wesentliche Wettbewerbsfaktor. Voraussetzung dafür sind Maschinen mit einem Höchstmass an technischer Reife, Präzision und Dauergenauigkeit.

Einsparungsmöglichkeiten durch Rotationsdrehen

Die J. G. Weisser Söhne Werkzeugmaschinenfabrik in St. Georgen gehört hier zu den technologisch weltweit führenden Herstellern. Das Unternehmen fokussiert konsequent auf vertikale Präzisionsdrehmaschinen und multifunktionale Fertigungszentren. Das Unternehmen hat schon oft zu verschiedenen Bearbeitungsthemen mit Innovationen international Massstäbe gesetzt. Ein Beispiel hierfür ist das von Weisser patentierte Rotationsdrehen, welches ein Einsparpotenzial von 77 Prozent hat.

Beim normalen Drehen rotiert ausschliesslich das Werkstück, und das Werkzeug wird angestellt. Beim Rotationsdrehen wird eine spezifisch geformte Schneide eingesetzt, die zudem leicht schräg steht und ebenfalls eine rotative Bewegung vollzieht. Je nach Bearbeitungsaufgabe wird dabei bei einer Schnitttiefe von 0,1 mm lediglich ein Vorschub von etwa 0,1 bis 0,2 mm/U zugestellt. Die neue Technologie kann aufwendige Fertigbearbeitungen wie Schleifen, Rollieren oder Bandfinishen ersetzen.

Bearbeitung von Dichtungs- und Nadellagersitzen

Das Rotationsdrehen, welches für das Aussen-, Innen- und Plandrehen ebenso wie für Hart- und Weichbearbeitung eingesetzt werden kann, beweist, dass im Vergleich zum Hartdrehen und Schleifen deutlich kürzere Bearbeitungszeiten erzielt und dabei drallfreie, exzellente Oberflächen mit Rauheiten unter Ra = 0,2 µm realisiert werden. Damit sind ideale Voraussetzungen gegeben für die hochpräzise Bearbeitung von z. B. Dichtungs- bzw. Nadellagersitzen.

Kürzere Bearbeitungszeit und Einsparung des Finishings

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Wenn auf die Drallfreiheit verzichten werden kann und mit dem Werkzeug zusätzlich in Längsrichtung verfahren wird, lässt sich das Werkstück mit wesentlich höheren Vorschüben bearbeiten. So kann die Bearbeitungszeit mit der neuen Technologie – auch im Vergleich zu anderen Hart- und Weichdrehverfahren – um ein Vielfaches verkürzt werden. Durch den Wegfall aufwendiger Schleif- und anschliessender Superfinish-Prozesse entstehen mit dem Einsatz des Rotationsdrehens erhebliche Kostensenkungspotenziale.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Ratioeffekte des Rotationsdrehens auf einen Blick
 
Innovationsthemen bei Weisser

Hohe Flexibilität und kurzes Umrüsten

Zudem wird durch kurze Umrüstzeiten hohe Flexibilität bei unterschiedlichen Werkstückvarianten und Seriengrössen erzielt. Hohe Dauergenauigkeit der Fertigungstoleranzen und die Prozessstabilität reduzieren deutlich die Bearbeitungszeiten. Der Nutzungsgrad bei minimaler Automatisierung liegt bei über 90 Prozent. Die Besonderheit des Schneidenpunkts führt zu einer sehr gleichmässigen Belastung der gesamten Schneide und somit zu einem hohen Standzeitverhalten. Das Rotationsdrehen ist somit deutlich schneller als das konventionelle Drehverfahren. Den Beweis dafür liefern bereits viele ausgelieferte Maschinen. Weisser-Kunden sprechen hier über Einsparungen von bis zu 70 Prozent.

Energieeffizienz – heute und in der Zukunft essenziell

Da es sich beim Rotationsdrehverfahren um einen Trockenbearbeitungsprozess handelt, bei dem keine Kühlschmierstoffe eingesetzt werden und daher auch keine Entsorgung von Kühlmittel und Schleifschlamm anfällt, leistet das Rotationsdrehverfahren automatisch auch einen besonderen Beitrag für den Umweltschutz und ist damit wesentlicher Bestandteil des Weisser-Greenplus-Konzeptes.

In der Diskussion über den Energieverbrauch, nachhaltige Energieversorgung und den Abbau von Treibhausgasen gewinnt der konsequente Einsatz neuer Technologien eine immer grössere Bedeutung. Diesen Kriterien begegnet Weisser mit dem neuen Greenplus-Konzept. Dabei bietet das Unternehmen hinsichtlich der energieeffizienten Werkstückzerspanung ein überlegenes Portfolio an Features, die den Faktor «Energy per piece» auf ein Minimum reduzieren und dadurch erhebliche Ressourcen gewinnbringend mobilisieren. Der technische Fortschritt, resultierend aus der Effizienzsteigerung durch das Weisser-Greenplus-Konzept, generiert ca. 30–40 Prozent an Kostenersparnis.

Schlüsselfertige Komplettsysteme

Weisser sieht sich als Synonym für Spitzentechnologien, insbesondere für die Automobil- und Automotiveindustrie. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht der gesamte Prozess und die Entwicklung eines schlüsselfertigen Komplettsystems. Höchste Priorität hat dabei die kundenindividuelle Lösung anspruchsvoller und komplexer Fertigungsaufgaben. Dementsprechend kommt auch der grösste Anteil an der Wertschöpfung aus dem Engineering. Hier arbeiten allein 80 von ca. 450 Mitarbeitern. Der Hersteller offeriert ein gleichermassen umfassendes wie vielseitiges Maschinenprogramm mit den Baureihen Vertor, Univertor und verfügt über ein grosses Erfahrungspotenzial zur Lösung anspruchsvoller Fertigungsaufgaben. <<

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