Business Software

«Die Firmenkultur muss Kreativität ermöglichen»

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Können Sie etwas über die Nutzung Ihrer Apps in produzierenden Unternehmen feststellen?

C. Hintermann: In vielen produzierenden Unternehmen, bei denen auch der Service eine wichtige Rolle spielt, kommen Apps von uns zum Einsatz. So können Serviceaufträge direkt aus der ERP-Software in die App auf dem Tablet-Rechner und zukünftig auch auf das Smartphone übermittelt werden. Dort erfasst der Servicetechniker nach getaner Arbeit die geleisteten Stunden, das verwendete Material, die benötigten Spesen und synchronisiert diese Daten sofort mit der Zentrale, wo einerseits auf dem Serviceobjekt laufend aktuelle Informationen verfügbar sind und diese Daten für die Weiterverrechnung zur Verfügung gestellt werden. Das Papier wird so aus dem Serviceprozess eliminiert.

Sie haben erfolgreich gegen diverse öffentliche Instanzen – darunter die Stadt St. Gallen – geklagt, die sich Finanzsoftware ohne Ausschreibung beschafft hatten. Ohne Sie wäre dies wohl nicht an die Öffentlichkeit geraten …

C. Hintermann: Ob wir letztlich erfolgreich sein werden, das hängt nun vom Verwaltungsgericht ab. Wir sind nicht die Einzigen, denen ein faires Ausschreibeverfahren bis anhin vorenthalten wurde. Nicht wenige ermuntern uns, «dranzubleiben» und nicht aufzugeben, vermutlich im Wissen, dass, wenn wir es nicht durchziehen, kein anderes Unternehmen dies tun würde. Wir sind der Meinung, dass privatwirtschaftliche Unternehmen und quasi halbstaatliche Unternehmen die gleich langen Spiesse haben sollten.

Abacus-Programme verwalten Daten. Was halten Sie von Datenschutz?

C. Hintermann: Datenschutz kann nicht hoch genug bewertet werden. Es ist ein integraler Bestandteil und Pfeiler unserer freien Demokratie.

Worin besteht das künftige Potenzial von ERP-Software?

C. Hintermann: Das Potenzial, das im ERP-Bereich noch weiter verbessert werden kann, sehe ich in der vermehrten Vernetzung und Verschmelzung von Standardanwendungen mit kundenindividuellen Speziallösungen. Dafür gibt es Instrumente, die wir im Rahmen unserer Software in Form von ausgefeilten Schnittstellen – oder besser «Verbindungsstellen» – geschaffen haben, die auch Drittentwicklern ermöglichen, ihre Individuallösungen mit unseren Standardmodulen zu kombinieren und so für den Kunden eine Lösung quasi aus einem Guss zu konzipieren.

Können Sie etwas über die Softwarelandschaft in der Schweiz erzählen?

C. Hintermann: Zwei Megatrends haben uns in den letzten Monaten und Jahren beschäftigt. Der erste war die Cloud, für die wir unsere gesamte Software umschreiben mussten, damit heute ein Unternehmen überhaupt keine Software mehr selber installieren muss, sondern diese über das Internet nutzen kann. In Form einer Monatsmiete kann ein KMU flexibel jene Teile der Business Software nutzen, die es aktuell benötigt. Der zweite Megatrend ist die zunehmende Mobilität und der Wunsch, Business-Prozesse auch ortsunabhängig über Smartphones oder Tablet-Rechner unterstützen zu können. Dazu haben wir eine App für das iPad entwickelt, das zum Beispiel auf Baustellen für die Erfassung von Tagesrapporten zum Einsatz gelangt, oder, wie erwähnt, von Servicetechnikern bei Einsätzen beim Kunden. Ausserdem bringen wir mit «AbaCliK», unserer neusten Entwicklung, verschiedene Funktionen auf das Smartphone, so dass dieses quasi zur Drehscheibe von Informationen zwischen den Mitarbeitenden und ihrem Unternehmen wird. Employee-Self-Service-Prozesse wie Ferien beantragen, Rechnungen visieren, Dokumente verwalten, Lohnabrechnungen empfangen und vieles mehr wird so bald zur Selbstverständlichkeit. <<

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