Jubiläum – 75 Jahre Swissmechanic

Die Geschichte von Swissmechanic

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Kann man in der Geschichte einen roten Faden erkennen?

R. Welna: Von Anfang an war die Berufsbildung das zentrale Thema des Verbandes. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Arbeitgeberthemen oder politische Anliegen wenig Platz fanden in den Diskussionen innerhalb des Verbandes. Die Mechaniker waren Einzelkämpfer, die sich zuerst für die eigene Firma interessierten. Erst als es nicht mehr anders ging, haben sie sich verbündet. Bestes Beispiel ist die Gründung des Verbandes 1939, welche auch aus wirtschaftlichem Druck zustande kam. Zuerst Bildung und zwar föderalistisch, erst dann kamen Arbeitgeber und Politik. Die Sektion Bern versuchte beispielsweise, sozialpolitische Neuerungen einzuführen, und wurde abgeblockt. Daraufhin trat sie aus dem Verband aus und kam erst Jahre später wieder zurück. Das Interesse an Arbeitgeber- und Wirtschaftsthemen ist erst in den vergangenen Jahren gestiegen.

Welches sind die entscheidenden Ereignisse in der Verbandsgeschichte?

R. Welna: Übergebordet kann man sagen, dass es dem Schweizerischen Verband trotz Widrigkeiten gelungen ist, sich stetig zu vergrössern. Seit der Gründung kamen immer wieder neue Sektionen hinzu. Das heisst, dass der Verband attraktiv ist, ansonsten wäre das nicht möglich gewesen. Wichtige Ereignisse waren sicherlich die ersten Engagements an Messen und Ausstellungen. So konnten sich Mitglieder und Verband gemeinsam präsentieren. Dabei sticht vor allem die Mitbegründung der Swisstech heraus. Mehr und mehr wurde der Verband professionalisiert. Man hat schon früh versucht, die Strukturen weiterzuentwickeln. Gesetzgebungen kamen uns manchmal zur Hilfe. Es mussten beispielsweise neue Berufsbilder entwickelt werden, was die Vereinheitlichung von Lehrmitteln und Prüfungen vorantrieb. Im Bereich Wirtschaft kamen fortlaufend Dienstleistungen hinzu, wie etwa die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz. Die Einbindung der Romandie und somit der Schritt hin zu einem nationalen Verband ist ebenfalls ein Schlüsselereignis.

Wie einfach oder schwierig war es, an die Dokumente und Fotos zu gelangen?

R. Welna: Das praktisch vollständige Archiv der Verbandszeitschrift half bei den Recherchen sehr. Viele Informationen, Artikel und Kommentare konnte ich aus diesen Quellen zusammentragen. Bei den Protokollen gab es in gewissen Sektionen Lücken. Diese musste ich durch Interviews mit ehemaligen Sektionsfunktionären füllen. Am meisten überrascht hat mich der Aufwand. Dieser war um einiges grösser, als ich gedacht hatte. Die Geschichte des Verbandes aufzuarbeiten, hat Spass gemacht, es war eine aufwendige, aber erfüllende Aufgabe.

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