Jubiläum – 75 Jahre Swissmechanic Die Geschichte von Swissmechanic

Redakteur: Lya Bartholet

>> Eine damals noch junge Berufsgruppe – die Mechanikermeister – schloss sich zusammen, um den widrigen Umständen in der damaligen Zeit zu trotzen. Die Geschichte von Swissmechanic ist eindrücklich. Alt-Direktor Robert Z. Welna hat sie in monatelanger Recherche- und Schreibarbeit dokumentiert. Entstanden ist ein komprimierter Überblick über die Entwicklungen von Sektionen und Verband.

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Mechanikerausbildung an der LWB Bern 1939.
Mechanikerausbildung an der LWB Bern 1939.
(Bild: Swissmechanic)

Der Erste Weltkrieg hinterliess in der Schweiz deutliche Spuren. Die Verunsicherung durch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen musste gross gewesen sein. Hinzu kamen technische Errungenschaften, die das Gewerbe vor Herausforderungen stellten. Anscheinend suchte man gemeinsam nach Lösungswegen, um den Entwicklungen Herr zu werden. Die Möglichkeit, sich in einem Verband zu organisieren, wurde bereits im Jahre 1928 thematisiert, als sich Inhaber mechanischer Werkstätten zum Verband der «Inhaber mechanischer Werkstätten von Zürich und Umgebung» zusammenschlossen. Bevor daraus ein schweizerischer Verband entstand, wurde 1934 der Bernische Mechanikermeister-Verband ins Leben gerufen. Die Angst vor einem erneuten Kriegsausbruch und die teils prekäre wirtschaftliche Lage mögen Gründe gewesen sein, dass schliesslich am 17. Juni 1939 der nationale Verband gegründet wurde. 38 Mechanikermeister trafen sich 1939 auf dem Gelände der Landesausstellung in Zürich zur Gründungsversammlung des «Schweizerischen Mechanikermeister-Verbandes». Noch in den Kriegsjahren wurden in Basel, Biel, Thurgau, Luzern und Zug weitere Mechanikermeister-Verbände gegründet, die sich teilweise dem schweizerischen Verband anschlossen. Es folgten weitere regionale Organisationen, bevor der «Schweizerische Mechanikermeister-Verband» im Jahre 1976 zu «Swissmechanic» umbenannt wurde. Dieser entwickelte sich sukzessive zu einem Arbeitgeber-, Fach- und Berufsverband. Mit der Einstellung eines Zentralsekretärs im Jahre 1992 wurde ein wichtiger Grundstein für die Professionalisierung des Verbandes gelegt. Swissmechanic vermochte je länger je mehr zu agieren, anstatt zu reagieren. Es kamen nebst der Grund- und Weiterbildung weitere Aufgaben wie die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz, Soziales, Recht, Messen und politische Aktivitäten hinzu.

Swissmechanic: Alt-Direktor Robert Z. Welna hat während Monaten recherchiert, Gespräche geführt und Fotos gesammelt, um der Geschichte von Swissmechanic in gedruckter Form ein Gesicht zu geben. Herr Welna, Sie haben sich bei den Recherchen zum Jubiläumsbuch intensiv mit der Geschichte von Swissmechanic beschäftigt. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Robert Z. Welna: Am meisten beeindruckt hat mich, dass viele Problematiken über die Jahrzehnte dieselben geblieben sind. Die Zeiten haben sich geändert, aber viele Themen sind immer noch aktuell. Ein Beispiel sind die Schulabgänger. Schon in den 1930er-Jahren hat man sich in Artikeln und Kommentaren darüber beklagt, dass sie nicht fähig seien, einen anständigen Text zu schreiben, und in der Mathematik Defizite aufwiesen. So wie heute. Es gibt viele Themen, die in der Geschichte des Verbandes immer wieder zu reden gaben.

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